Mit Eiweiß Burnout bekämpfen

Mit Eiweiß Burnout bekämpfen

Auf Einladung von IHK und WZ hat der Mediziner Dr. Michael Spitzbart über natürliche Behandlungsmethoden gesprochen.

Krefeld. Gut zwei Stunden berichtet er über Ärzte, Pharmalobby und warum Menschen mit Burnout oder Depression in der Regel völlig falsch behandelt werden. Im lockeren Plauderton ohne Manuskript streut er Medizinerwitze ein und erklärt so ganz nebenbei noch, warum so viele Ehen geschieden werden.

Der Mediziner Dr. Michael Spitzbart war am Dienstagabend mit dem Thema „Begeisterung statt Burnout“ zu Gast bei der Impulse-Vortragsreihe von Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein (IHK) und Westdeutscher Zeitung (WZ).

Rund 500 geladene Zuhörer hingen in der Mercedes-Niederlassung an der Magdeburger Straße gebannt an seinen Lippen. „So viele, wie noch nie in den zehn Jahren der gemeinsamen Veranstaltung“, wie IHK-Präsident Heinz Schmidt in seiner Begrüßung betonte.

Zuvor hatte er die Verantwortung des Unternehmers für sein wichtigstes Gut — die Mitarbeiter — herausgestellt. Dafür bedürfe es aber keiner gesetzlichen Regelung, meinte Schmidt mit Blick auf die derzeit diskutierte Anti-Stressverordnung von Bundesministerin Andrea Nahles.

Das sieht der Mediziner Spitzbart anders, wie er in der späteren Diskussion dem Moderator, Ulli Tückmantel, Chefredakteur der WZ, verriet: „Das Handy mal auslassen, ist schlau.“

Überhaupt steht er für eine ganz andere Herangehensweise an unseren Umgang mit Stress und dessen Folgen. „In meiner Praxis suche ich nach Mängeln bei Magnesium, Hämoglobin und Eiweiß, damit sich der Körper durch Zugabe dieser natürlichen Stoffe selber helfen kann. Aber das ist in Deutschland nicht erwünscht.“ Sprich: Krankenkassen zahlen diese Behandlung nicht. Spitzbart hat seine Praxis deshalb nun im österreichischen Salzburg. Und kritisiert, dass in Deutschland nicht nach den Ursachen geschaut wird, sondern nur die Symptome mit Medikamenten behandelt werden.

Den Menschen fehlten heutzutage die Regenerationsphasen: „Wir leben über unsere energetischen Verhältnisse.“ Wenn diese Reserven aufgebraucht sind, käme es zu den Folgen, die wir als Burnout oder Depression bezeichnen. Er vergleicht das mit einem Spitzensportler. Bei ihm würden solche Werte permanent kontrolliert und auf ein hohes Level gebracht, damit er Spitzenleistungen vollbringen kann.

Das Gehirn braucht aber ebenso viel Energie, damit es Höchstleitungen schaffen kann, sagt Spitzbart. Deshalb rät er zur Vorsorge. „Lassen Sie den Arzt auch Magnesium-, Hämoglobin- und Gesamteiweißspiegel kontrollieren. Und geben sie sich nicht zufrieden mit einem unteren Normalwert“, rät er den Zuhörern, damit es gar nicht erst zum Gefühl des Ausgebranntseins kommt.

Einen weiteren wichtigen Faktor sieht Spitzbart in der „Gedankenhygiene“: „Wer zu viele negative Informationen aufnimmt, vergiftet sich selbst.“ Deshalb solle man Abstand gewinnen und sich fragen, ob man die Arbeit, den Partner und den Wohnort wirklich liebt. „Wenn nicht, sind diese Faktoren Krafträuber statt Kraftquelle.“

Da Burnout ein „stiller Killer“ sei, melden sich die meisten Betroffenen viel zu spät, sagt der Mediziner. Da es sich aber um eine Stoffwechselstörung (zuviel Cortison, zu wenig Dopamin und Serotonin) handelt, könne man auch in diesem Fall mit dem Ausgleich der Stoffe Erfolge erzielen. Psychotherapie und Psychopharmaka hingegen haben in seinen Augen „null Wirkung“.

Und dann war da noch das Thema der unglücklichen Ehen, die das Wohlbefinden beeinträchtigen. Spitzbarts Erklärung: Früher wurden die Ehen innerhalb gleicher Ebenen gestiftet. Heute suchen die Frauen klügere, die Männer dümmere Partner. Da bleibe bei den Frauen das kluge, bei den Männern das dumme Drittel auf der Strecke.

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