Mit der Cessna über Krefeld

Mit der Cessna über Krefeld

Luftbildaufnahmen zeigen die Burg Linn und die Hülser Burg, das Haus Sollbrüggen und die Innenstadt. Bei der Produktion wurde zufällig ein bisher unbekanntes Gräberfeld in Linn entdeckt.

Krefeld. Der Rundflug für die außergewöhnlichen Kalenderbilder brachte neben den schönen Fotos noch eine absolute Neuigkeit zu Tage: Im Linner Naturschutzgebiet existiert ein weiteres, bisher unbekanntes Gräberfeld. Museumsleiter Christoph Reichmann hat sich dort bereits umgesehen und Reihengräber ausgemacht.

Im neuen Kalender für 2015 ist darüber noch nichts zu sehen. Davon kommt Krefeld aus der Vogelperspektive ganz groß ‘raus. Reichmann äußert sich zum Titelbild Theaterplatz mit Mediothek und Theater besonders pointiert: „Von oben ist die einzig schöne Sicht auf das Seidenweberhaus.“

In der Cessna 172, die über Krefeld kreiste, saßen Fachleute. „Der chinesische Kollege Baoquan Song ist Archäologe und hat sich auf die Luftbildarchäologie im Dienste der Forschung spezialisiert“, berichtet Elmar-Björn Krause, der das Werk „Krefeld-Monumente der Geschichte — Kulturlandschaften im Portrait“, herausbringt. Der Kennerblick des erfahrenen Mannes hat die Besonderheiten am Boden erkannt.

Das gelinge vor allem in der Morgensonne, berichtet Krause. Höhere oder flachere Vegetation deutet auf Veränderungen in der Bodenstruktur hin, die durch Menschen erfolgt sein kann.

Der Kalender zeigt, wie einzelne Gebäude und die Krefelder Innenstadt von oben aussehen. „Wir sind seit Mai an verschiedenen schönen Tagen in der Luft gewesen, haben rund 200 Flugstunden absolviert und zirka 500 Bilder geschossen. Das ist in der Nähe zum Flughafen Düsseldorf gar nicht so einfach. „Denn Krefeld liegt haarscharf in der Kontrollzone des Airports, die Flugzeiten und -höhen wurden eingeschränkt.“ Die Geismühle konnte deshalb nicht aufgenommen werden. Es gab keine Genehmigung.

Dafür leuchtet die Elfrather Mühle mit dem rot gedeckten Golfclub und dem umliegenden, in Mustern geschnittenen Grün samt Bunkern für den März. Die Hülser Burg ist ein Foto wert und die Linner Burg mit ihren schönen Dächern und dem Wassergraben inmitten der Bäume erst recht. Sie ziert mit dem Stadtteil Linn noch einmal, bläulich angehaucht, den Dezember.

Ein Foto zeigt die Musikschule in Haus Sollbrüggen noch ohne Anbau. Ein Knaller ist der Friedrichsplatz mit dem Nordwall. Da mag es den Kalender-Machern verziehen sein, dass sie im Februar, er zeigt die Innenstadt, den Ost- mit dem Westwall verwechselt haben.

Mehr von Westdeutsche Zeitung