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Turnier: Millionen Videospiel-Fans schauen in Krefeld zu

Turnier : Millionen Videospiel-Fans schauen in Krefeld zu

Ab Donnerstag liefern sich im Studio von TakeTV acht E—Sport-Teams ein Duell um ein Preisgeld in Höhe von 40 000 Dollar.

Krefeld. „Ich weiß, dass wir rechtzeitig fertig werden“, sagt Dennis Gehlen am Donnerstag beim Besuch der WZ in seinem neuen Studio an der Alten Linner Straße. So richtig vorstellen kann man sich nicht, dass am Donnerstag gegen 13 Uhr hier ein internationales Turnier des in dem Computer-Spiel Counterstrike-Elite mit 40 Teilnehmern stattfinden soll. Böden müssen noch verlegt und die Bar fertig aufgebaut werden — vor allem aber muss aufgeräumt werden. „Es wird wohl eine Nachtschicht“, grinst Gehlen, der der Besitzer des erfolgreichen Onlineformats TakeTV ist.

Der 29-Jährige rechnet mit drei bis fünf Millionen Zuschauern in den kommenden vier Tagen des Turniers mit dem Namen Acer Predator Masters, in denen acht Teams aus Deutschland und Europa um ein Preisgeld von insgesamt 40 000 Dollar spielen werden. Die Spieler, die extra mit einem Trainer anreisen, wohnen während der vier Tage in einem der umliegenden Krefelder Hotels und besitzen im TakeTV—Studio sogar einen eigenen VIP—Raum mit Boxsack und vielem mehr. Für 200 Leute hat Gehlen in seinen 2000 Quadratmeter fassenden Räumlichkeiten an der Alten Linner Straße Platz.

Der Großteil der Zuschauer wird jedoch am eigenen Rechner via Streaming übers Internet verfolgen, wie sich die Teams im wohl bekanntesten Spiel des Genres Online-Taktik-Shooter duellieren werden. „30 Leute werden rund um die Uhr während des Turniers arbeiten“, sagt Gehlen, der früher selber Profi-Gamer war, bevor er 2010 beschloss, sich mit TakeTV selbstständig zu machen.

Die Firma ist in Deutschland heute eines der beiden gefragtesten Unternehmen in Sachen Online-Gaming. „Wir machen von der Live-Moderation anderer Spieler über die Einspeisung eigener Inhalte bis zur Veranstaltung von Turnieren eigentlich alles“, erläutert Gehlen.

Um den Aufwand zu bewältigen, beschäftigt Gehlen zehn Festangestellte und zwei Auszubildende. Der Umzug zur Alten Linner Straße wurde durch die größer werdenden Anforderungen unumgänglich. „Umbau und Umzug haben mich insgesamt 500000 Euro gekostet“, erklärt Gehlen und ergänzt: „Mit dem neuen Studio haben wir viele Möglichkeiten, fantastische Shows und Events zu veranstalten. Als gebürtigen Krefelder freue ich mich besonders, dass ich das alles in meiner Heimatstadt realisieren konnte.“

Gehlen weiß, dass er sein Hobby zum Beruf gemacht hat, das dieser ihn aber auch schon so einige Stunden seines Privatlebens kostete. „Derzeit sind es 20-Stunden-Tage, die wir abreißen, damit das Turnier pünktlich starten kann“ so Gehlen.