Politik: SPD gibt sich selbstbewusst

Politik: SPD gibt sich selbstbewusst

SPD wählt Ina Spanier-Oppermann und Benedikt Winzen als Landtagskandidaten. Auch Delegierte für die Landesliste stehen fest.

Krefeld. Das einzige Kandidatenduell um einen SPD-Platz im Landtag fand erst zum Schluss statt. Benedikt Winzen siegte für den Wahlkreis 47, Krefelder Süden und Tönisvorst, mit 39 Delegiertenstimmen gegen seinen Kontrahenten Uwe Leuchtenberg (27 Stimmen). Für den Wahlkreis 48 im Norden war nur Ina Spanier-Oppermann nominiert, die drei Gegenstimmen und 54 Ja-Stimmen bekam. Für beide Wahlkreise hatten sich während Delegiertenversammlung am Samstag in der Aula der Albert-Schweitzer-Schule wie erwartet keine weiteren Kandidaten gemeldet.

Im ersten Punkt der Tagesordnung hatten die Delegierten ihre Wahl für die Listenkandidaten getroffen. Benedikt Winzen (80 Stimmen), Ina Spanier-Oppermann (73) und Ralph-Harry Klaer (67) ziehen voraussichtlich auch ohne Direktmandat über die Liste in den Landtag ein. Als Ersatzdelegierte wurden Ruth Esser-Rehbein (59 Stimmen) und Oliver Leist (24) bestimmt. Die Stimmung in der Partei war gut und gelöst.

Der Erfolg bei der Oberbürgermeisterwahl hat selbstbewusst gemacht. Dennoch warnte OB Frank Meyer zum Auftakt vor Siegessicherheit: „Die Landtagswahl im Mai 2017 wird kein Selbstläufer.“ Die Kandidaten müssten ihre Kommunen im Griff haben und deren Interessen in der Landesregierung eisern vertreten.

Mit dem Krefelder Benedikt Winzen und dem Tönisvorster Uwe Leuchtenberg standen sich zwei kompetente und in den eigenen Reihen beliebte Kandidaten gegenüber, aber auch zwei Generationen. Hier der 31-jährige Winzen, der schon SPD-Fraktionsvorsitzender und Partei-Vize ist und als größtes Nachwuchstalent der Krefelder SPD gilt, da der erfahrene 58-jährige Leuchtenberg, der auf 40 Jahre Parteiarbeit zurückblickt und als ehemaliger Landtagsabgeordneter in Düsseldorf bereits gut vernetzt ist. In seiner Vorstellungsrede („Ich will in den Landtag und stehe für soziale Gerechtigkeit“) spielte Leuchtenberg diese Trümpfe aus, wusste aber auch, dass mehr Krefelder als Tönisvorster Delegierte abstimmungsberechtigt waren und die Krefelder SPD einen Generationswechsel plant, der dann auch vollzogen wurde.

Trotz des Konkurrenzkampfes betonten die Verantwortlichen beider Seiten, dass sie sich intensiv und fair über alle Sachthemen ausgetauscht und geeinigt haben. Krefeld und Tönisvorst — das scheint zumindest bei der SPD zu harmonieren.

Obwohl Ina Spanier-Oppermann keinen direkten Wettbewerber hatte, gestand sie, Lampenfieber zu haben. Noch in der Nacht hatte sie ihre Rede umgeschrieben, weil sie wegen der schlimmen Ereignisse der letzten Tage in Hüls und London „fassungslos“ gewesen sei und „innehalten wollte“.

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