Lagerverkauf von Lebensmitteln: Eine Fabrikhalle voll frischer Ware

Lagerverkauf von Lebensmitteln: Eine Fabrikhalle voll frischer Ware

Kempener Firma startet auf dem Großmarkt in Oppum den Lagerverkauf auf 700 Quadratmetern.

Krefeld. „Klar, der Preise wegen kaufe ich hier.“ Martina Schmedders (52) aus Oppum ist nicht die Einzige, die sich aus diesem schlichten Grund im neuen Supermarkt von „Kaas“ umschaut. Den Tipp hat Martina Schmedders von einer Bekannten aus Ratingen bekommen. Der Großmarkt ist ein Markt der besonderen Art. Er hat den Charme einer Fabrikhalle, eben ein Lebensmittel-Lagerverkauf. Discounter wie Aldi, Lidl oder Penny sind dagegen geradezu komfortabel ausgestattet.

Seit dem 21. Dezember sind die Tore geöffnet. Vorher war die Filiale des Kempener Unternehmens sehr beengt in der Nachbarschaft untergebracht. „Das ist auch der Grund, warum ich mich jetzt hier umschaue. Es ist alles viel größer und überschaubarer“, sagt Martina Schmedders.

Der Besucherandrang in den ersten Tagen ist beachtlich. Trotz der großzügigen Ausdehnung drängen sich die Kunden. Filialleiter Thomas Dückers (27) ist zufrieden: „Mit einem solchen Andrang haben wir nicht gerechnet. Der Umsatz ist höher als erwartet.“

Für das Unternehmenskonzept hat er eine einfache Erklärung: „Es ist der Preis. Da kann keiner mithalten.“ In der Tat. Der Unterschied zu Supermärkten oder auch Discountern ist frappierend. Gefühlt die Hälfte der „normalen“ Preise wird hier an den vier Kassen abgerechnet. Thomas Dückers erklärt das: „Wir arbeiten mit elf namhaften Markenherstellern aus dem Lebensmittelsektor zusammen. Kaas kauft deren Überproduktion zu sehr günstigen Konditionen auf und gibt diese Vorteile dann an unsere Kunden weiter.“

Der Nachteil, so erklärt der junge Filialleiter, liege darin, dass im Voraus nie zu sagen sei, was an den Verkaufstagen in den Regalen liege. Die drei Verkaufstage in Krefeld sind Dienstag und Freitag (12 bis 18 Uhr) sowie Samstag von 9 bis 13 Uhr.

Die begrenzten Öffnungszeiten seien aus logistischen Grünen so angeordnet, sagt Dückers. Für den Warennachschub von den Markenfirmen in die jetzt insgesamt sieben Niederrhein-Filialen sei ein ausgeklügeltes Logistik-Konzept notwendig.

Erreichbar sind die beiden Hallen über behindertengerechte Rampen. Von dort gelangt man in das Herzstück von Kaas, zu den Milchprodukten. Lange Reihen verschiedenster Käsesorten verbreiten einen herzhaften Geruch. Dazu kommen Wurstwaren, Fische, Olivenöl, Salate und als Schmankerl Weine eines namhaften Feinkosthändlers aus München.

In der zweiten Halle sind nur Tiefkühlprodukte erhältlich. Auch hier sind es durchgängig Markenprodukte. Von dort geht es weiter zu den vier großzügig gestalteten Kassenbereichen.

Auf insgesamt zehn Mitarbeiter kann Filialleiter Dückers in Krefeld zählen. Kimberly In der Schmitten (21) unterstützt Thomas Dückers ebenfalls. Sie arbeitet eigentlich in der Filiale in Moers. „Ich komme aber gerne nach Krefeld. Die Leute sind nett, das Betriebsklima ist gut“, sagt sie.

Vor den Kassen befindet sich noch ein Bäckereibereich. Dort kauft Erika Graf (65) aus Forstwald Brötchen und Kuchen. „Klar, elegant ist es nicht gerade hier. Aber die Preise!“ Das wechselnde Angebot störe sie nicht: „Da kann ja auch mal eine schöne Überraschung dabei sein.“

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