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Krefelder Facebook-Gruppe: Ein Netzwerk der Nostalgie

Krefelder Facebook-Gruppe: Ein Netzwerk der Nostalgie

Binnen weniger Tage hat eine Krefelder Facebook-Gruppe 2000 Mitglieder gesammelt. Deren gemeinsames Hobby: sich erinnern.

Krefeld. Die Facebook-Gruppe „Wenn du in Krefeld aufgewachsen bist, dann . . .“ explodiert regelrecht. Erst am 14. August erstellt, verzeichnet die Plattform bereits über 2000 Mitglieder und knapp 2500 Beiträge. Mit so einer Resonanz hatte auch Mitbegründer Thomas Dentges nicht gerechnet.

Er schreibt auf seiner Internetpräsenz, dass er sich vor Mitgliedsanfragen überhaupt nicht retten kann. Anklang findet die Gruppe vor allem bei 30- bis 60-jährigen Krefeldern, die sich in einem regen Austausch über Jahrzehnte zurückliegende Ereignisse befinden.

Doch selbst bei über 70-jährigen Facebook-Nutzern findet die Gruppe Zuspruch. Zu den diskutierten Themen zählen neben dem Schullandheim Herongen und dem angrenzenden Bach Amandus, in den schon so mancher Krefelder gefallen ist, der „Grill Split“ an der Breite Straße oder die Erinnerung an das gemeinsame Schlittschuhlaufen auf den Niepkuhlen.

Die Tradition, sich nach der Zeugnisvergabe unter der Uhr (UdU) an der Rheinstraße zu treffen, erfreut sich ebenso großer Beliebtheit wie die Berichte über Fahr- und Tanzschulen.

Einer nach dem anderen lässt sich von der „guten alten Zeit“ in den Bann ziehen. So auch Gudrun Giesen (52), die durch Zufall von einer Bekannten auf die Gruppe gestoßen wurde und seitdem eifrig Beiträge verfasst. Im Gespräch mit der WZ sagt sie: „Ich bin eigentlich nur ab und an bei Facebook unterwegs, aber diese Gruppe macht mich wirklich neugierig.

Die Frage nach dem ,Weißt du noch, als . . . ist es, was mich an der Sache reizt.“. Den Grund für das große Interesse sieht sie darin, dass Facebook oftmals dafür genutzt wird, um Kontakt zu alten Freunden aufzunehmen. Und an eben diesem Punkt setzt die Idee der Gründer an. Längst in Vergessenheit geratene Bekanntschaften treffen sich in der Gruppe wieder.

Es gibt sogar Fälle, in denen mithilfe der Internetplattform nach längst verschollenen Halbgeschwistern gesucht wird. Die vor 25 Jahren nach Australien ausgewanderte Trudi Johnson ist ebenfalls Mitglied der Plattform und freut sich, nach so vielen Jahren wieder etwas aus ihrer Heimat zu hören.