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Krefeld hautnah: Dießem findet mit der Promenade den Anschluss

Krefeld hautnah : Dießem findet mit der Promenade den Anschluss

Im Bürgervereinsvorstand sind neu und alt gemischt, und so ist es auch bei den Themen. Ewige Parkplatznot und eine neue Radachse.

Krefeld-Dießem. Mit 4471 Bewohnern (Stand Dezember 2015) auf 194 Quadratmetern Fläche ist Dießem ein recht kleiner Bezirk in der Statistik der Stadt Krefeld. 2256 Frauen und 1115 Männer wohnen dort und 129 von ihnen sind im Bürgerverein (BV) Dießem organisiert. Manfred Heigenfeld, der langjährige Vorsitzende, hat mit Philipp Geldmacher im Frühjahr dieses Jahres einen jungen Nachfolger als Vorsitzenden des siebenköpfigen Vorstands gewinnen können.

Logo Krefeld hautnah
Logo Krefeld hautnah Foto: Andreas Bischof

Das Pfarrheim St. Antonius ist Vereinssitz, hier finden die Veranstaltungen statt, hier tagt der Vorstand, hier werden Aktionen geplant. Die Höhepunkte und in jedem Jahr eine Herausforderung für die Organisatoren sind der Martinszug und die Seniorenfahrt. Zum großen Saubermachen nimmt man sich immer wieder andere Ecken vor. Die Aufgabe bleibt.

„Vieles passiert auch im Hintergrund“, sagt Geldmacher. „Wir poltern nicht immer laut.“

Doch auch mit leisen Tönen kommt man nicht immer zum Ziel. Das größte Problem der Dießemer: die Parksituation im Viertel. Bewohner und die Angestellten der umliegenden Großunternehmen wie Evonik oder Maria Hilf konkurrieren um die wenigen Plätze in dem Wohngebiet. „Das Problem ist schwer zu lösen“, sagt Geldmacher. „Es ist ja auch Bequemlichkeit, das man selbst kurze Strecken mit dem Auto fährt und eine Tatsache, dass viele Familien nicht nur ein Auto haben.“ Die alte, gewachsene Siedlung sei diesem Andrang kaum gewachsen.

Hoffnungen setzen die Dießemer auf ein Großprojekt: Den Bau der Südterrassen auf dem Südbahnhof und den Ausbau der Promenade als schnelle Radverbindung durch die Stadt. „Damit gibt es einen autofreien Zugang zur Innenstadt“, sagt Geldmacher. Noch sei ja nicht klar, wo es Zugänge zu dieser Radtrasse gebe. „Aber wir werden uns dafür einsetzen, dass es beispielsweise in Höhe des Voltaplatzes Verbindungen zum Süden und speziell Dießem gibt.“ Werde dann im Zuge des barrierefreien Ausbaus der K-Bahnhaltestelle Dießem entlang der Schienen der ersehnte Radweg angelegt, habe Dießem ein Fahrraddrehkreuz, das Radfahrer bis Düsseldorf führe. „Ich würde mich natürlich freuen, wenn das klappt“, sagt Philipp Geldmacher.

Nach den „Baustellen“ des Bürgervereins gefragt, an denen gearbeitet werden muss, fällt ihm vor allem eins ein: das Werben um junge Aktive und damit die Erhöhung der Mitgliederzahl.

Gut, dass auf die bewährten Mitglieder Verlass ist. Jung und Alt arbeiten im Bürgerverein eng zusammen. Dessen gute Seele ist Christa Heigenfeld, die Frau des Ehrenvorsitzenden. Als „rechte Hand des Teufels“, also des Vorsitzenden, laufen bei der langjährigen Schriftführerin (2003 bis 2017) und Sammlerin für den Martinszug (seit 2003) viele Fäden zusammen. Sie kümmert sich um die Organisation, sammelt Geld und füllt mit den Helfern die Martinstüten, die Menschen älter als 75 Jahre überreicht werden. Christa Heigenfeld gratuliert den BV-Mitgliedern zum Geburtstag und kümmert sich um die Altenfahrt. Auch wenn ihr Mann den Vorsitz abgegeben hat: Dieses Engagement bleibe, ist sich Geldmacher sicher. Das wird auch dem Klima im Verein zugutekommen: Als ausgleichende Stimme ist es Christa Heigenfeld, die sich um eine einvernehmliche Lösung von Konflikten kümmert.