Konzert: Jung und Alt für den Gospel bereit

Konzert: Jung und Alt für den Gospel bereit

Die New York Gospel Stars haben aus ihrem Auftritt in der Friedenskirche ein wahres Mitmach-Feuerwerk gemacht.

Krefeld. Der Auftritt der New York Gospel Stars sollte ein Mitmach-Konzert werden — daran ließ ihr musikalischer Leiter Craig Wiggins keinen Augenblick lang einen Zweifel. Das Publikum in der Friedenskirche schien dies auch nicht anders zu erwarten und folgte den Aufforderungen Wiggins’ sofort.

Seine Frage „Are you ready for Gospel?“ wurde schon mit großem Beifall und einem Pfeifkonzert aus den Stuhlreihen beantwortet. Jung und Alt bewiesen, dass sie wahrlich startklar waren für den Gospel, wie ihn die sieben Sängerinnen und Sänger sowie zwei Instrumentalisten interpretierten.

Dass Gospel in der Übersetzung „Evangelium“ heißt und im engeren Sinne geistliche Lieder der nordamerikanischen Schwarzen umfasst, konnte man gleich wieder vergessen. Auch wenn in der Hochglanzbroschüre der „Gospel Sterne“ noch viel vom Glauben die Rede war, für ihre Show vor dem Altar war es nicht mehr als ein Aufhänger.

Natürlich gehörte dann ein Song wie „Oh, when the Saints go marching in“ ins Programm. Aber man konnte die Heiligen fast beneiden, dass sie vermutlich weit weg auf ihren Wolken sitzen oder ebenfalls lärmgeschützt in Katakomben oder Krypten ruhen.

Solch ein lautstarker Gesang, bei dem man Effekt haschend einen hohen Ton bis an die Grenzen des Möglichen hielt, würde man außerhalb eines Konzertraumes als Geschrei bezeichnen. In der Friedenskirche konnte man aber Schmerzen vom Zuhören bekommen.

Dabei besitzen die Mitglieder dieser Gruppe ohne Frage eindrucksvolle Stimmen, wie es in den abgezählten Takten im Piano oder Mezzoforte durchschimmert.

Doch bei diesem Konzert geht es eher um Unterhaltung, denn das Publikum springt auf die Animationen, die an Angebote in Ferienclubs erinnern, willig an. Da werden mit gymnastischen Übungen die Choreographien der Sänger auf der Bühne imitiert, beispielsweise in weiten Armkreisen „the whole world“ — die ganze Welt — nachgezeichnet.

Mehr von Westdeutsche Zeitung