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Jecke Töne, bunte Kostüme und viel Spaß

Jecke Töne, bunte Kostüme und viel Spaß

Vier Gesellschaften boten auf ihren Sitzungen vielfältige Programme. Die Stimmung war überall ausgelassen.

„Stöpppantöffelchen“ auf Betriebsausflug in den Schwarzwald

Die älteste Fischelner Karnevalsgesellschaft feiert dieses Jahr ihr 60-jähriges Bestehen, passend dazu wurde die närrische Sitzung im Saal „Gietz“ an der Marienstraße groß gefeiert. Auffällig war, dass das Programm der „Fidele Ströpp“zum großen Teil mit eigenen Leuten bestückt war. So konnte das närrische Publikum unter anderem tänzerische Darbietungen der eigenen Ströppgarde bewundern. Dies war der erste Auftritt der sechs Mädchen, die sich erst vor einem halben Jahr zur Garde zusammengefunden haben.

Für lachende Extasen sorgten die musikalischen Humoristen „die Heijopais“, die mit dem bunten Publikum auf Tuchfühlung gingen. Aber auch die Reden von Willi Binzen, Klaus Troost und den Lustigen Jo kitzelten den Narren Bauchschmerzen vor Lachen hervor. Mit dem Titel „60 Jahre Ströpp — 60 Jahre Schlager“ stimmten die Ströpp-Mitglieder zu einem Schlagermedley der vergangenen Jahre an.

Den Höhepunkt des Abends boten die „Stöpppantöffelchen“. Die Herren, verkleidet als Krankenschwestern, zeigten den „Betriebsausflug der Schwarzwaldklinik“. Zum Lied „Schneeweißes Luder“ sprang das Männerballett über die Bühne und der gut gefüllte Saal kochte vor Begeisterung, als sie als Zugabe zu „Waka Waka“ ihre Hüften schwangen. Außerdem sorgten der Prinz aus Oppum mit Gefolge und das Prinzenpaar aus Unterbach für karnevalistisch-royales Flair.

Der blau-weiß geschmückte Pfarrsaal von St. Andreas an der Legionstraße war fest in jecker Hand. Die Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß Gellep-Stratum 1962 feierte ihre Galasitzung unter dem Motto „In Gellep-Stratum wird gerockt — vom Prinz mit Clan im Schottenrock“. Dieses Motto ging auf Prinz Wolfgang I. (Kreutz) zurück, der anlässlich des 85-jährigen Bestehens des Pfarrorchesters mit seinem Gefolge in Schottenrock und mit Dudelsack auftrat.

Rund 200 Narren fieberten einem bunten Programm aus Büttenreden, Gardetänzen und Karnevalsmusik entgegen. Neben einem äußerst amüsanten Zwiegespräch zwischen Michaela Claßen und Hans Riskes wurden auch Annerose Brammel und Heino Niemeyer jeweils für die Bütt verpflichtet und sorgten dafür, dass kein Auge mehr trocken blieb. Es wurden etliche Zugaben eingefordert, Prinz Wolfgang verteilte Orden an die Akteure.

In diesem Jahr führte die Kindertanzgarde erstmals einen eigenen Showtanz auf. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: mit Hebefiguren und akrobatischen Tanzeinlagen beeindruckten die Mariechen samt Flügelchen auf abgedunkelter Bühne die Jecken.

Ein weiterer Höhepunkt war der Empfang des Uerdinger Prinzenpaares Dirk I. (Busenbecker) und Andrea II. (Hufen) sowie der Auftritt der benachbarten St. Töniser Prinzengarde.

Man hatte das Gefühl, dass sich die Besucher der Prunksitzung der KG Rosa Jecken besonders viel Mühe mit ihren Kostümen gemacht haben. Von selbst gebastelten Überraschungseiern bis hin zum Cindy-aus-Marzahn-Double konnte man im Stadtwaldhaus eine jecke Vielfalt bestaunen.

Passend dazu war die Stimmung im ausverkauften Saal: schon das Vorprogramm der Posaunen von Peter Wulf brachte den Saal zum Schunkeln. Gefolgt von den „Echte Fründe“, einer kölschen Musikgruppe, die den Besuchern mit Schunkel-Schlagern einheizten.

Bei den Darbietungen von Et Pumpelstielzje, der Leo und Mr. Feinripp waren die Lachmuskeln des närrischen Publikums gefordert.

Zum ersten Mal gab es in diesem Jahr zwei große Bildschirme am hinteren Teil des Saals, so dass auch die Gäste dort die Auftritte auf der Bühne genießen konnten.

Natürlich wurde auch bei der zehnten Prunksitzung der Rosa Jecken der Ehrenpreis für „Akzeptanz und Toleranz“ verliehen. Er ging diesmal an die Caritas-Aktion „Essen auf Rädern“.

Als die Alpenpiraten sangen, blieb kein Jeck mehr sitzen — alle tanzten auf den Bänken. Nicht nur fürs Ohr, sondern mehr für die bunt geschminkten Augen traten die Altstadtfunken Monheim und die Westerwaldsterne auf.

Gewiss fand auch das Prinzenpaar 2011 im voll bepackten Programm der Rosa Jecken Platz, da wundert es nicht, dass der Abend sein Ende nicht so schnell fand.

Die Karnevalsgesellschaft Seidenstädter 2002 feierte mit rund 600 Narren ihre achte große Prunk-Kostümsitzung unter dem Motto „Frohsinn mit Herz“ m Seidenweberhaus. Ein imposantes Bild boten Sitzungspräsident Hans Stawski, der Elferrat und rund 140 Mann der Bürgergarde Blau-Gold aus Köln, als sie von der Empore auf die Bühne einzogen.

Klaus Bömecke als Feuerwehrmann Kresse brachte die jungen und alten Jecken mit seiner ungeschickten Art zum Lachen und „De Boore“ aus Köln („Engel der Nacht“) heizten dem Saal mächtig ein. Es wurde geschunkelt, mitgesungen und zu Lichtstäben gegriffen.

Das Krefelder Prinzenpaar Manfred II. (Rundholz) und Beate I. (Schmitz-Rundholz) mit Gefolge kamen zu Besuch, und die Ratsherren Unkel, die bekannte „Blasmusikboygroup“ aus dem Rheinland, garantierten den Narren Hochstimmung.

Und „Et Schnäuzer-Duo“, eine der Kultnummern aus dem rheinischen Karneval, sorgte mit dem Zwiegespräch für ein tolles Bühnenerlebnis. Die Fireball Cheerleader und das Tanzkorps Fidele Sandhasen Oberlar boten abwechslungsreiche Einlagen und Fred van Halen lieferte sich mit seinem Vogel Aky witzig-freche Dialoge. „Die Mennekrather“, eine 16-köpfige Showband aus Erkelenz, sicherten einen grandiosen Abschluss.