Hobbykoch Heinz Günther Adolphs: „Früher konnte ich gerade einmal Kaffee kochen“

Hobbykoch Heinz Günther Adolphs: „Früher konnte ich gerade einmal Kaffee kochen“

Der Krefelder hat spät sein Talent an den Töpfen entdeckt. Jetzt tritt er sogar im ZDF auf.

Krefeld. Vor dreißig Jahren wäre Heinz Günther Adolphs nach eigenen Angaben noch vor seinem gut gefüllten Kühlschrank verhungert. „Ich konnte Kaffee kochen, aber kein Spiegelei braten“, sagt er. Dann packte den 1,65 Meter großen Mann der Ehrgeiz. Er wollte Kochen lernen und erwies sich als Naturtalent. In dieser Woche nimmt er an der ZDF-Sendung „Die Küchenschlacht“ teil und erfährt höchstes Lob der Superköche Alexander Herrmann und Alfons Schuhbeck. „Er ist ein Virtuose am Herd“, lautet ihr Urteil.

Die Gerichte, die sich Adolphs für den Wettbewerb am Herd ausgesucht hat, zeugen davon, wie weit sich seine Kochkunst entwickelt hat. „Meinen italienischen Brotsalat mit kross gebratenem Wolfsbarsch hat Schuhbeck als ,perfekt gegart‘ bezeichnet“, freut sich der 74-Jährige über das Lob „von höchster Stelle“. Ein weiteres seiner zubereiteten Gerichte ist die in Champagner gegarte Poularden-Brust mit karamellisierten Möhren-Spaghetti und kross gebratenen Kräutersaitlingen. Und das Reh-Filet auf einer Blumenkohl-Marzipan-Mousse neben frittierten Kartoffelpralinen lässt das Wasser im Mund zusammenlaufen.

„Mein Koch-Leben hat mit Milchreis angefangen“, erzählt Adolphs, der gelernte Maßschneider, mit einem Lächeln. „Angebrannt ist er auch beim ersten Mal nicht.“ Schnell hat ihn die Leidenschaft fürs Kochen gepackt. „Ich nahm Unterricht in einer privaten Kochschule in Düsseldorf. Dort war ich nach einiger Zeit ,ausgekocht‘.“ Dann war er zweimal in Frankreich und durfte den zwölf Spitzenköchen dort im laufenden Betrieb eine Woche über die Schulter gucken. „In den Töpfen zu rühren, war nicht gestattet, obwohl man bei der praktischen Arbeit am meisten lernt. Trotzdem habe ich sehr profitiert.“

Vom Besuch bei der für das ZDF produzierenden Firma ist er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Helga Brockmann begeistert. „Alle waren sehr nett, familiär und gleich per ,Du‘. Es waren dort so viele lustige Menschen, dass die Arbeit großen Spaß gemacht hat.“ Das Auswahlverfahren bis zur Einladung an die Kochplatte hingegen war sehr aufwendig.

Adolphs einziger Wunsch war es, nicht gleich am ersten Tag herauszufliegen. „Sechs Bewerber treten gegeneinander an, täglich muss sich einer verabschieden.“ Adolphs ist auch heute noch dabei und schwingt den Kochlöffel. „Mal sehen, wer gewinnt“, sagt er.

Nach dem Auftritt als Fernsehstar freut er sich wieder auf das Kochen mit seiner Lebensgefährtin und Freunden in der eigenen Küche, die der eines Profis in nichts nachsteht. „Wer Lust hat, kann sich melden und mitmachen“, weiß er zu berichten.

Mehr von Westdeutsche Zeitung