Großer Spaß auch vor kleiner Kulisse

Großer Spaß auch vor kleiner Kulisse

WZ bei Burgwittern, Närrischen Gartenzwergen und Oppumer Prinzengarde.

Krefeld. Ganze zwölf Mitglieder zählt die Karnevalsgesellschaft der Lenn’schen Burgwitter. So klein die KG auch ist, umso größer war das Programm für ihre traditionelle Karnevalsparty am Samstag in der Linner Museumsscheune. Rund 80 kostümierte Narren genießen das bunte Treiben: „Auch wenn nur zehn Leute gekommen wären, hätte es nichts an unserem großen Programm geändert, denn es geht nur um den Spaß“, sagt Burgwitter Klaus-Uwe Günther.

Den Startschuss gab um 18 Uhr die große Tanzgarde GKG 1878, gefolgt von der großen Garde des Krefelder Kinderprinzenpaares. Günther erklärt, dass die Party bewusst so früh anfing, damit vor allem die kleinen Tänzer auftreten können. So begeisterten unter anderem die Kindertanzgarde KG Grönland mit ihrer Showeinlage. Besucht wurden die Burgwitter im Laufe des Abends von der Prinzengarde Oppum mit Prinzessin, dem Uerdinger Prinzenpaar mit Gefolge und dem Dreigestirn St. Tönis. Erwin Lichtenberg erhielt für seine langjährige Mitgliedschaft die goldene Verdienstnadel.

Die Linner Jecken wurden mit Comedy und Musik bei Laune gehalten. Bauchredner Andreas Minze beanspruchte die Lachmuskeln, und bei der Show eines Essener Travestiekünstlers blieb kein Auge trocken. Sängerin Petra und DJ Klaus Louven gaben Gas: Gartenzwerge schunkelten mit Piraten, bunte Hühner tanzten mit putzigen Marienkäfern.

Die Prunksitzung der Karnevalsgemeinschaft Närrische Gartenzwerge 1963 Krefeld begann in diesem Jahr im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Paukenschlag. Am Samstagabend zog das Krefelder Prinzenpaar mit Trommler- und Fanfarencoprs, Kabinett und Garden direkt zu Beginn der Veranstaltung lautstark in den Veranstaltungssaal der Gaststätte Gietz ein. Nach der Prinzenproklamation am Vorabend zeigten sich Prinz Michael I. und Prinzessin Karin I. höchst erfreut über den Empfang der KG Närrische Gartenzwerge.

„Nach einer langen Nacht muss ich sagen, dass wir uns freuen, heute hier sein zu dürfen“, sagte Michael I., der zusammen mit seinen Ministern die anwesenden Närrinnen und Narren mit Hilfe des Sessionsliedes „Möt Krie-ewel sin mer op Jöck“ in Feierstimmung versetzte. Trotz schwächelnder Stimme legte der Karnevalsprinz einen gelungenen Auftritt in Fischeln hin und wurde mit lauten „Helau-Rufen“ verabschiedet. „Lieselotte Lotterlappen“, die „Rhienstädter“ und „Schlabber und Latz“ brachten die jecken Gäste bestens durch den Abend. Für den Abschluss sorgte kurz vor Mitternacht die Musikband „Bremsklötz“ mit ihrer „Trööt“.

Samstag um 11.11 Uhr versammelte sich die Oppumer Prinzengarde am Reitstall Schmitz zum Stadtritt. „ 30 Pferde sind dabei“, sagte Markus Nübel, Minister für Orden und Helau. Vier davon zogen zwei vollbesetzte Planwagen. Auf den anderen Pferden saßen die Reiter der Prinzengarde und des Krefeld-Oppumer Fanfarencorps. Letzteres sorgte während des Ausritts für die musikalische Unterhaltung. In den rappelvollen Planwagen fuhren Prinzessin Rosi I. und ihre Minister mit — und die Minister des Oppumer Kinderprinzenpaares.

Seit 2008 ist die Prinzengarde zu Pferd unterwegs, um auf den Straßenkarneval aufmerksam zu machen. Dieses Jahr führte die Route der reitenden Karnevalisten an sieben Oppumer Gaststätten vorbei. Bei jeder wurde eine kurze Rast gehalten, um sich mit Gästen und Wirten fröhlich auszutauschen. Mit dabei waren unter anderem „Nappis Eck“, die „DAB-Klause“ und die „Dorfschenke Yellows“. „Wir wollen uns auf diese Weise bei unseren Sponsoren bedanken“, erklärte Hans-Theo Kronen, der Vorsitzende der Oppumer Prinzengarde. Es war ein langer Tag für Pferd und Reiter. Erst am Abend kehrte die Gemeinschaft der Prinzengarde zurück zum heimatlichen Reitstall Schmitz.

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