Festival: Krefeld im Folklore-Fieber

Festival: Krefeld im Folklore-Fieber

Ende August steigt das beliebte Festival auf dem Platz an der Alten Kirche. Wir stellen die Höhepunkte des Programms vor.

Krefeld. Das Folklorefest ist wie ein riesiges Klassentreffen. Jahr für Jahr begegnet sich am Ende der Sommerferien halb Krefeld auf dem Platz der Alten Kirche, umsonst und draußen, bei guter Musik und dem einen oder anderen Kaltgetränk. Nachdem die finanziellen Probleme vorerst ausgeräumt sind (die WZ berichtete), kann das Fest am letzten August-Wochenende starten. Wir stellen schon jetzt die Höhepunkte vor.

Der Volkstanz Tarantella kommt aus Süditalien. Die Musik ist schnell und wird typischerweise mit Gitarre, Mandoline, Akkordeon, Violine und Cello gespielt. Der Rhythmus wird durch Tamburine und Kastagnetten bestimmt. Die Ursprünge des Tarantella liegen im 13. Jahrhundert, als sich der Tanz in Neapel ausbreitete. Von dort kommt auch die Gruppe Spakka-Neapolis 55, die am Freitagabend auf der Bühne spielt. Das Quintett war schon im Vorprogramm von Manu Chao zu erleben und hat von Kanada bis Mexiko und von Japan bis Malaysia auf der ganzen Welt gespielt. Ab 19 Uhr haben die Besucher bei einem Tanzworkshop Gelegenheit, Grundzüge des Tarantella zu lernen.

Am Samstag startet um 14 Uhr das Kinderprogramm. Auf der Bühne spielt dazu die Gruppe Zaches & die Grenzgänger aus Bremen. Die vierfachen Träger des Deutschen Schallplattenpreises präsentieren ihre Mischung aus Chanson, Volkslied, Jazz, Blues und Musikkabarett. Auch Songs ihre aktuellen Projekts werden sicher vertreten sein: In „Dunkel wars, der Mond schien helle“ haben die Grenzgänger vergessene deutsche Kinderlieder ausgegraben und gründlich entstaubt.

Bevor auf der großen Bühne das eigentliche Programm losgeht, sind drei Bands als Straßenmusiker in der Innenstadt unterwegs. Am Hauptbahnhof spielt die Krefelder Band Sound Pregnancy (ab 14 Uhr), bekannt für ihren tanzbaren Funkrock. Am Neumarkt sind ab 14.30 Uhr Flatlanders Folk aus Willich unterwegs, zwei Brüder mit ausgeprägter Freude für irisch-keltische Melodien. Am Schwanenbrunnen legen um 15 Uhr Kent Coda aus Köln los. Das Duo vermischt westlich geprägten Indie-Pop mit türkischen Einflüssen.

Sage und schreibe fünf Bands holt die Initiative Folklorefest am Samstag auf die Bühne. Um 15.15 Uhr eröffnet das Mondo Mash Up Soundsystem aus Krefeld den Reigen. Es folgt die Wiener Songwriterin Mika Vember mit ihrer Band (16.15 Uhr). Cankisou aus Tschechien zaubern mit exotischen Instrumenten und ihrem gewichtigen Leadsänger Karel Herman mitreißenden Ethno-Rock auf die Bühne (ab 18 Uhr). Um 19.45 Uhr tritt die internationale Combo N.O.H.A auf, deren Musik eher in die elektronische Richtung geht — Weltmusik als Drum & Bass. Haupt-Act des Abends sind ab 21.30 Uhr die Franzosen Les Yeux d’la Tête. Das Sextett verbindet französischen Chanson mit Sinti-Swing und einem Hauch von Punk. Eine Band, so vielseitig wie das Folklorefest.

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