Eishockeystars werben für mehr Miteinander

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Krefelder Filmteam dreht im Eispalast Spots für die Initiative „Hockey ist Vielfalt“.

Krefeld. Sinan Akdag, Verteidiger der Krefeld Pinguine, fährt auf dem Eis des König-Palastes auf die Bande zu. Dort wird er von zwei Spielern in weißen Trikots gecheckt. Sinan Akdag nimmt’s lässig, rückt seinen Helm gerade, nickt Fans hinter der Bande zu — und spricht in das Mikrofon von Matthias Heuser.

Der und ein Team der Krefelder Agentur „Mica Crossmedia“ drehen einen von zwei Spots, die in etwa zwei Wochen im Krefelder Palast zu sehen sein werden. Die Spots werden gedreht für die Initiative „Hockey is Diversity — Hockey ist Vielfalt“.

Das bezieht sich nicht nur auf die schnellste Mannschaftssportart der Welt, sondern auch darauf, dass in der DEL wie in anderen Ligen viele Spieler einen Migrationshintergrund haben. Und auch darauf, dass in einem Team alles nur läuft, wenn man Aufgaben gemeinsam angeht und gemeinsam meistert.

Dann nehmen die beiden Spieler in Weiß ihre Helme ab — und zusammen mit Akdag fahren Martin Hyun (31) und der Krefelder Deutsch-Tscheche Peter Goldbach (27), zwei Verantwortliche der Initiative, vom Eis. Martin Hyun (31), in Krefeld geboren, ist ein ehemaliger deutscher Eishockeyspieler koreanischer Herkunft, 2004/2005 im Kader der Krefeld Pinguine (Nummer 71).

Sinan Akdag, Deutscher, ist in Rosenheim geboren und der erste türkischstämmige DEL-Spieler. Alle drei gehen in die Kabine und treffen für den zweiten Spot auf Danijel Kovacic, deutsch-kroatischer Torwart der Pinguine.

Vor dem Spot erläutern Hyun und Goldbach: „,Hockey ist Vielfalt ist eine bundesweite Initiative von aktuellen und ehemaligen deutschen Amateur- und Profi-Eishockeyspielern mit Migrationshintergrund. Wir wollen auf die ethnische Vielfalt in der Gesellschaft aufmerksam machen — und wir wollen etwas gegen Überfremdungsängste tun. Wir wollen unsichtbare Mauern in den Köpfen einreißen.“

Der Eissport bzw. der Sport generell habe eine zentrale gesellschaftliche Funktion, die helfe, Vorurteile abzubauen. „Zudem verbindet er Menschen — egal welcher Ethnie, Kultur oder Religionszugehörigkeit“, sagt Hyun.

„Im Sport spielt ein Migrationshintergrund keine Rolle — im gesellschaftlichen Leben schon. Unsere Initiative möchte dazu beitragen, die Integration in Deutschland voranzubringen.“ Das könne jeder Spieler, das könne auch jeder Fan.

Bevor die Spots auf die Videowürfel aller Eisstadien in Deutschland gehen, ist vor dem Spiel der Pinguine gegen die Kölner Haie am Freitag, 25. Februar, ein Fotoshooting mit der Mica-Agentur angesetzt. Die Fotos werden in die Spots eingebaut. Ein Spot dauert etwa 30 Sekunden.

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