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Ein „Zoch“ mit Gänsehautgefühl

Ein „Zoch“ mit Gänsehautgefühl

Tolles Wetter hat dazu beigetragen, dass rund 160 000 Besucher in die Innenstadt strömen.

Krefeld. Größer, schöner und auch noch pünktlich — dieser Rosenmontagszug kann sich sehen lassen. Zu Anfang glänzt das neue Gefährt des Comitée Crefelder Carneval (CCC) in edlem Schwarz-Weiß-Gold samt Narrenkappe, getreu dem Motto: „All‘ onger een Kapp!“ Die Fußgruppen sind einmal mehr Hingucker: Glitzernde Pusteblumen, knallorange Schmetterlinge und die weltoffenen Kinder des Jugendzentrums Fischeln begeistern die vielen Zuschauer. Laut Polizei kamen rund 160 000 Besucher.

Hinzu kommt ein gut aufgelegtes Prinzenpaar mit einer Prinzessin, die eine Träne der Rührung wegwischt. So emotional engagiert kommen die Krefelder Karnevalisten alle in den schlumpfblauen Himmel.

„Wir sind gerade in der Parade vom Krefelder Hof hierher gezogen“, erzählt Christina I. „Die Leute am Straßenrand haben uns zugejubelt. Ein totales Gänsehautgefühl.“ Und Prinz Heribert II. findet: „Heute passt alles von A bis Z.“ Dann lassen sie den närrischen Lindwurm eine Stunde lang am Sprödentalplatz an sich vorbeiziehen, bevor sie sich als krönenden Abschluss bei Kaiserwetter anschließen.

Ohne Lokalkolorit geht auch dieser Zug nicht durch. Die Minister haben eine überdimensionale Spardose auf ihrem Wagen und bitten um eine Spende fürs Kaiser-Wilhelm-Museum. Eine Baufirma erklärt „Krefeld im Bau-Boom“ und hat den Wagen mit einem Baukran versehen. Die Große Karnevalsgesellschaft 1878 widmet sich dem Nothaushalt, der ein „Klotz am Bein“ sei.

Zu den Fußgruppen zählen die Schmetterlinge mit den Riesenflügeln des Damenkomitées „Fidele 11“. Es sei alles selbstgemacht, erzählen Monika Rütten und Silke Neeten. Präsidentin Anita Krüger nennt das Motto: „Mit großen Flügeln niemals stumm, flattert die Fidele 11 herum.“

Sehr hübsch auch die 50 wandelnden „Tischtennisplatten“ der KG Grün-Weiß Grönland 1957. „Fastelovend Ping-Pong-Spiel“, erklärt Fabian Langheim das Motto. Und bei den Fidele Jröne Jonges heißt es: „Guten Fröschen gibt man ein Küsschen.“ Die hübschen glitzernden Pusteblumen des Karnevalsklubs Eppels Jecke erklären: „Wir pusten Euch einen.“ Die Kinder des Jugendzentrums Fischeln tragen Fahnen aus aller Herren Länder: „Uns ist egal, wo Du herkommst.“

Gerda und Heinrich Fruhen am Zugweg sind begeistert: „Es ist ein sehr gelungener Zug mit schönen Gruppen bei tollem Kaiserwetter.“

Auf dem Narrenschiff der Ersten Krefelder Marine darf jeder gegen Spende und im gelben Ostfriesennerz mitfahren. „Et Hänneske maake för en joote Saak“, heißt es. „Der Erlös ist für den guten Zweck“, berichtet Frank Tichelkamp. „Er geht an das Kinderheim Marienhof und Essen auf Rädern.“