Edmund Holtz: Durch Howinol berühmt geworden

Edmund Holtz: Durch Howinol berühmt geworden

Edmund Holtz war einer der Kommanditisten der Holtz & Willemsen KG in Uerdingen. Er starb vor 50 Jahren im Alter von 76 Jahren.

Krefeld. Vor 50 Jahren, am 26. Oktober 1960, starb Edmund Holtz in Uerdingen, wo er auch beigesetzt wurde. Holtz war Politiker, verdienter Bürger der Stadt und Margarinehersteller. Sein öffentliches Wirken wurde 1954 durch die Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes gewürdigt.

Edmund Holtz wurde am 24.Januar 1884 geboren. Beruflich arbeitete er als Kommanditist der Firma Holtz & Willemsen KG. Die als Howinol abgekürzte Fabrik hatte Niederlassungen an der Ecke Alte Krefelder/Lange Straße in Uerdingen und am Rhein. Die Geruchsbelästigungen, die von diesen Firmen ausgingen, galten in Uerdingen als legendär.

Ehrenamtlich betätigte sich Edmund Holtz zunächst in der in der Uerdinger Kommunalpolitik. Er war von 1924 bis 1930 und 1933 Stadt- beziehungsweise Bezirksverordneter in Uerdingen, und von 1934 bis 1939 Ratsherr der Gesamtstadt Krefeld-Uerdingen. So nannte sich Krefeld vertragsgemäß nach dem Einigungsvertrag zwischen Krefeld und Uerdingen im Jahre 1928.

Bis 1930 zählte Holtz als Deutsch Nationale Volks Partei (DNVP)-naher Politiker zum Bürgerblock, 1933 trat er als Mitglied der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot auf. Diese war ein nach den Reichsfarben Schwarz-Weiß-Rot benanntes Wahlbündnis aus DNVP, Stahlhelm und Landbund.

Die de facto von der DNVP dominierte Kampffront wurde am 11. Februar 1933 gegründet und trat nur zur Reichstagswahl am 5. März des Jahres an, wobei sie acht Prozent der Stimmen erreichte. Bei der Kommunalwahl in Krefeld-Uerdingen (Gesamtstadt) am 12. März 1933 erreichte die Kampffront Schwarz-Weiß-Rot knapp 8800 Stimmen und stellte damit fünf Mandatsträger.

Die SPD, die ebenfalls fünf Mandate errang, hatte bei dieser Wahl rund 200 Stimmen weniger, die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) hatte gut 37000 Stimmen und 22 Mandatsträger, das Zentrum 16 und die Kommunistische Partei Deutschlands stellte sechs Stadtverordnete.

Am 4. April 1933 wurde Holtz zum vierten Beigeordneten in Uerdingen gewählt, lehnte die Wahl aber ab.

Obwohl Holtz politisch den Deutsch Nationalen zugerechnet werden muss, positionierte er sich in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg als Parteiloser und ging damit auf eine gewisse Distanz zu den Nazis. Zu Kriegsbeginn galt er den Nationalsozialisten daher politisch nicht mehr als zuverlässig und wurde 1939 entlassen. Genau aus diesem Grunde wurde er von den Amerikanern, die im März 1945 in Krefeld einrückten, als weitgehend unbelastet eingestuft und Anfang März 1945 als kommissarischer Bürgermeister in Uerdingen eingesetzt. Dieses Amt hatte er bis Ende Juni 1945 inne.

Berufsständisch engagierte Edmund Holtz sich in der Industrie- und Handelskammer Krefeld, der er als Gründungsmitglied nach 1945 angehörte und der er von 1947 bis 1957 als Präsident vorstand. Danach wurde er zum Ehrenpräsidenten der Kammer ernannt. Red

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