Die schönste Seite des Frühlings blüht im Botanischen Garten

Während die Mitarbeiter vor Ostern noch viel vorbereiten, genießen die Besucher bereits die grüne Oase.

Krefeld. Wohin der Besucher auch blickt, es grünt und blüht. Die Frühlingsblumen sind im Botanischen Garten erwacht. Narzissen, Stiefmütterchen, Tulpen und Vergissmeinnicht stehen in voller Pracht. Der tollste Hingucker sind jedoch die Magnolien-Gruppen, deren rosafarbene Blüten in diesem Jahr vom Frost verschont blieben. Sie recken sich jetzt makellos schön in den blauen Himmel. Die Besucher kommen nah heran und lassen die Handy-Linsen klicken.

Im Wettstreit mit den Magnolien stehen die rosafarben und weiß blühenden Japanischen Zierkirschen. „Wir können nahezu zusehen, wie jetzt alles wächst“, sagt Birgit Loy, die Leiterin des grünen Bereichs an der Johansenaue beim Rundgang.

Der kurze späte und harte Winter hat die Pflanzen zurückgeworfen, die milden Temperaturen treiben sie jetzt voran. „Wir sind im Plan“, erklärt Loy. Und damit für die Besucher zum Osterspaziergang alles schön aussieht, greifen die Mitarbeiter täglich zu Schaufel, Harke und Rosenschere.

Zuerst sind die Wege an der Reihe. Sie werden geharkt und frisch mit Häcksel bestreut. Ihre Ränder bekommen einen sauberen Abschluss. „Nicht nur die Frühlingsblüher sprießen, das Unkraut auch. Wir schuffeln schon.“ In den sauberen Beeten stehen blaue Hornveilchen neben rosafarbenen Tulpen. Gelbe Narzissen leisten Vergissmeinnicht Gesellschaft. „Liegt Ostern früh, setzen wir besonders viele frühe Sorten. Bei einem späteren Osterfest passen wir die Pflanzen auch daran an.“ Besonders vorwitzig sind die Pfingstrosen. Die frühe Sorte ist schon so weit, dass sie wohl Ostern ihre Blütenkelche in die Höhe streckt. Eine andere zeigt ihren witzig hervorlugenden roten Austrieb.

Drei Gärtner, zwei Azubis und zwei Zusatzkräfte sind fleißig bei der Arbeit. Richard Frücht hat das Staudenbeet bearbeitet. „Stauden wachsen in die Breite. Wir haben sie geteilt und das Beet neu angelegt.“ Damit keine kahlen Stellen in den vielen Beeten entstehen, ordnet er kleine, nachwachsende Stauden und Gehölze im Frühbeet-Kasten. „Falls die Kaninchen oder der Frost zuschlagen, haben wir Ersatz“, sagt er lachend.

Während die Mitarbeiter beschäftigt sind, halten die Besucher das Gesicht in die Sonne. Paul und Erika Bürger sind regelmäßig in dem grünen Bereich unterwegs. „Wir finden es sehr schön hier“, sagen sie. „Die himmlische Ruhe zieht uns an. Wir kommen auch, wenn das Wetter trüb ist. Irgendetwas wächst immer.“ Seit dem Wochenende stehen wieder die Bänke und Tische vor dem Hans-Höppner-Pavillon. Schnell sind sie in der Mittagszeit belagert.

Auch der Bauerngarten ist bereits bestückt. Im Gewächshaus vorgezogene Dicke Bohnen sind dort eingesetzt, Möhren, Dill und Radieschen gesetzt und kleine rote Zwiebeln gesteckt. Während vor dem Bauerngarten die Frühlingsblüher für Freude sorgen, beginnt im Treibhaus die Sommerblumen-Aufzucht. Hier pikiert Sabrina Klann Ageratum, Salvien und Verbene. Sie ist der erste Azubi, der im Botanischen Garten seine Lehre beendet. „Ich bin bald Staudengärtnerin“, sagt sie stolz.

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