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Deftige Sprüche für die Stadtväter

Deftige Sprüche für die Stadtväter

1300 Menschen nahmen aktiv am Umzug teil. Dabei gab’s auch närrische Kritik an der Kommunalpolitik.

Krefeld. Kaiserwetter am Rhein, und alle sind sie gekommen: Rund 43 000 schunkelnde Narren an den Straßen, akrobatische Tanzgarden, phantasievolle Mottowagen, bunte Fußgruppen und prachtvolle Prinzengarden nebst Lieblichkeiten — begleitet von Spielmannszügen und Kanonenschlägen der Uerdinger Bürgerwehr und dem unermüdlichen „Helau“ und Kamelle von allen Seiten.

Das Prinzenpaar der Rheinstadt Uerdingen, Dirk I. und Andrea II., hatte den Zug unter das Motto „Oeding erstrahlt in neuem Glanz und lädt alle ein zum Narrentanz“ gestellt und bildete selbst den bejubelten Abschluss des Zuges, der sich pünktlich um 13.11 Uhr an der Friedensstraße auf den Weg durch die Rheinstadt gemacht hatte. Zum ersten Mal unter den 52 Gruppen und mehr als 1300 Teilnehmern beim Karnevalszug dabei: die Oppumer Karnevalisten mit ihrem Schützentrommlerkorps, der Prinzengarde und ihrem Kinderprinzenpaar. Die Oppumer veranstalten nur alle zwei Jahre einen Karnevalszug und nutzten die diesjährige „Oppumer Pause“, um in Uerdingen kräftig mitzumischen.

Da aber auch in der Rheinstadt Freud’ und Häme nah beieinander liegen, gab es ein paar deftige Sprüche in Richtung Rathaus und Wirtschaft, Bausündern und Lobbyisten. Die Uerdinger Gruppe Vorstadtbande grinste und winkte als Baumeistergruppe in Richtung Stadtväter: „Es gibt viel zu tun, lassen wir es liegen.“ Die Gruppe Oedingsche Dröppkes wollte gleich selber Hand anlegen: „Der Autobahntunnel ist tot, wir buddeln selbst zur Not.“

An längst vergangene Zeiten erinnerte die Linner Burg auf Rädern, von der die Burggarde als Ritter und Edeldamen huldvoll in die Menge grüßte. Ein strahlender Tulpensonntag in der Rheinstadt, der nicht nur von tausenden Jecken, sondern auch von der Uerdinger Karnevalshymne begleitet wurde: „Oeding blivt Oeding!“ Seit 1936 wird dieses Motto des Uerdinger Karnevalszuges an die nächsten Generationen weiter gegeben und dürfte dort auch an diesem Tulpensonntag eines der meist gesungenen Lieder der Narren gewesen sein.