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Politik: Die Partei: Krefeld soll Landeshauptstadt werden

Politik : Die Partei: Krefeld soll Landeshauptstadt werden

Die Satire-Partei „Die Partei“ hat zur Vollversammlung geladen. Die wichtigsten Pläne: den Linken Niederrhein zum eigenen Bundesland machen — mit Krefeld als Landeshauptstadt versteht sich.

Krefeld. „Hurra! Hurra! Hurra!“ Laute Jubelschreie drangen aus der Brauerei Wienges nach draußen. Was war passiert? War Deutschland wieder Weltmeister geworden? Diesmal nicht. Drinnen im Mark-Benecke-Saal fand vielmehr die Vollversammlung der „Partei“ statt — und der neue Vorsitzende, Richard Jansen, hatte gerade sein Vorhaben vorgestellt: den Linken Niederrhein zum eigenen Bundesland zu machen — mit Krefeld als Landeshauptstadt versteht sich.

Redakteure des Satiremagazins „Titanic“ hatten bereits 2004 bundesweit die Partei gegründet. Die Initialen stehen für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und für eine basisdemokratische Initiative. Auf Krefeld bezogen fassten die verantwortlichen Mitglieder der Partei, die sich als „extreme, aber keineswegs radikale Mitte“ verstehen, die wichtigsten Ziele ihres Aktionsprogramms kurz zusammen: Aufhebung des Rauchverbots in ganz Krefeld, Fluten der Wälle, Sprengung des alten Seidenweberhauses, um dann Platz für einen großen Biergarten zu haben.

Dazu fiel dem früheren Vorsitzenden, Michael Heepen, noch etwas ein: Krefeld bei der nächsten Bundestagswahl zu einem großen einheitlichen Wahlkreis zu machen und danach die jeweils gültigen Hartz-IV-Sätze den Bundestagsabgeordneten als Diäten zu geben. 2004 hatte sich der Kreis-Verband Krefeld gegründet. Obgleich es darunter noch keine Ortsverbände gibt, arbeitet man daran. „Wir brauchen unbedingt weitere Mitstreiter, um weiter an der Schraube der Schmierigkeit und dem Populismus der noch etablierten Parteien zu drehen“, sagte neue Chef, Richard Jansen.

Bei der Vollversammlung schauten auch einige Mitglieder des Moerser Ortsverbandes vorbei. Mit dem Ehren-Vorsitzenden Claus-Dieter Preuß ist die Partei im Krefelder Stadtrat vertreten. Preuß ist außerdem der Schatzmeister. Große Sprünge kann sich die Organisation nicht erlauben. So musste auch die „Schwarzgeld-Kasse“ geplündert werden, um mit einigen Präsenten dem ehemaligen Vorsitzenden Michael Heepen für seine bisherige Arbeit zu danken.

Carsten Bullert und Richard Jansen kandidieren bei der kommenden Bundestagswahl in den beiden Krefelder Wahlbezirken. Das Wahlprogramm soll am 30. Juli vorgestellt werden. Das Motto heißt: „Trinker fragen, Politiker antworten . . . “ Und dann gibt es noch die monatlichen Treffen des etwa 130 Mitglieder umfassenden Kreisverbandes.

Die nächste Zusammenkunft ist am Montag, 7. August, 19.05 Uhr, im „Rathaustreff“, Carl-Wilhelm-Straße 27-29. Warum um 19.05 Uhr? „Wir haben einige Mitglieder und Fans vom KFC Uerdingen, und der Club ist schließlich 1905 gegründet worden“, erklärt Heepen. Eigentlich logisch . . .