Briefmarken: Nicht tauschen, sondern kaufen

Briefmarken: Nicht tauschen, sondern kaufen

Briefmarkentauschtag im Begegnungszentrum Wiedenhof.

Krefeld. Der große Saal im Begegnungszentrum Wiedenhof an der Mühlenstraße stand am Sonntag ganz im Zeichen der kleinen Bildchen, die zur Bezahlung des Posttransports dienen. Die Sammlergilde „Heinrich von Stephan Krefeld“ hatte zu einem Niederrhein-Briefmarken-Großtauschtag eingeladen.

Fünfzehn Händler aus der näheren Umgebung hatten einen Tisch geordert und ihre Ware ausgelegt. Die einen präsentierten ihre „Werte“ in gut geordneten Einsteckalben, andere wiederum boten den Besuchern zusätzlich Briefmarken-Wühlkästen an. Händler und Sammler unter 60 Jahren konnte man an einer Hand abzählen.

Günther Brefort, der als Kassierer den Vorsitzenden der Gilde vertrat, hatte auch in der philatelistischen Presse auf den Tauschtag aufmerksam gemacht. Er bekannte, dass die Bezeichnung zwar üblich, doch im Prinzip nicht mehr der gängigen Praxis entspricht. Man tauscht nur ganz selten: Die Kunden kaufen.

Vorher blättern die Interessenten sehr aufmerksam in den Beständen. Früher verwahrte man die überzähligen Marken in einer „Dublettenkiste“. Und so versuchten auch am Sonntag viele Sammler, ihre eigene Sammlung zu komplettieren, die Lücken zu füllen.

Es herrschte eine freundliche Atmosphäre. „Wir Sammler helfen einander gern, sind nicht neidisch aufeinander und freuen uns, wenn einer ein Schnäppchen macht“, sagt Günther Brefort.

Neuen und unerfahrenen Sammlern gibt er gern Tipps, um sie vor Fälschungen zu schützen. Bei Marken aus den 50er Jahren beispielsweise wird gern die beschädigte Gummierung erneuert, was natürlich unzulässig ist.

Das freundliche Miteinander, da sind sich Brefort mit Heinz Offermanns, der Organisator des Tauschtags, einig, zeichnet die meisten Sammler aus.

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