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Behandlung im Klinikum treibt Patienten zur Verzweiflung

Behandlung im Klinikum treibt Patienten zur Verzweiflung

Nach einem Hüftbruch begannen für Konstantinos Savakis im Helios die gesundheitlichen Probleme erst richtig.

Krefeld. Langsam setzt sich Konstantinos Savakis (57) auf die Couch und legt sein Bein hoch. Der Stahlwerker hatte sich bei einem Arbeitsunfall die Hüfte gebrochen, der Bruch wurde im Helios-Klinikum genagelt. Später bei einem Kontrollbesuch bei einem niedergelassenen Chirurgen entdeckte der einen Bluterguss, den er punktierte. „Sinnvoller wäre es gewesen, mich wieder ins Helios zu schicken“, sagt Savakis heute.

Doch seine Hauptbeschwerde gilt dem Helios: „Es flossen keine oder widersprüchliche Informationen, was OP-Termine angeht. Das führte in einem Fall dazu, dass ich von einem Montagabend bis Mittwochmorgen nüchtern bleiben musste. Operiert wurde ich dienstags — um 22.40 Uhr“.

Ein Blick zurück: Nach der Punktierung ist Konstantinos Savakis einige Tage zu Hause, dann treten Fieber und Schüttelfrost auf. Seine Frau Ursula bringt ihn ins Klinikum. Die Wunde ist hochgradig infiziert, Savakis hat laut Befund einen Keim in der Wunde, einen Staphylococcus Aureus. Die Wunde wird mit einer Vakuum-Therapie behandelt. Savakis bekommt einen VAC-Verband (Vacuum Assisted Closure), bei dem in einem Absaugverfahren die Wunde gereinigt wird und in Abständen weitere Eingriffe nötig sind.

Am Freitag oder Samstag, den 9./10. November, bekommt er Bescheid: Am Montag ist die nächste Operation. Am Sonntag erkundigt er sich nach der ungefähren Uhrzeit und erfährt: „Sie stehen für Montag nicht auf dem OP-Plan.“ Trotzdem muss er dann bis gegen 12 Uhr nüchtern bleiben — bis eine Ärztin mitteilt, dass er wegen eines Notfalls heute nicht operiert werde.

Am Dienstag wird ihm gesagt: „Die Operation findet etwa um 14.30 Uhr statt.“ Es passiert nichts. Dann teilt ihm eine Ärztin mit, dass sich wegen eines Narkose-Zwischenfalls auch sein Eingriff verschiebt. „Auf meine Beschwerde sagt die Ärztin mir: ,Wir halten Sie hier nicht fest, Sie können jederzeit nach Hause gehen. Es ist Ihre Entscheidung.’“

Savakis muss nüchtern bleiben, seit 17 Uhr trägt er das OP-Hemd, Informationen gibt es nicht. Nur auf Nachfrage erfährt seine Frau um 21 Uhr: „Der Notfall wird immer noch operiert, Sie kommen um 22.40 Uhr dran.“ Ursula Savakis sagt heute: „Mein Mann ist hingehalten worden, bis er in Depressionen verfallen ist. Mich wollte er nach Hause schicken, weil er nicht damit rechnete, dass noch etwas passiert.“ Auch bei ihr lagen an diesem Tag die Nerven blank. „Entsprechende Beschwerden kommentierte die Ärztin mit: ,Sie haben eine schlechte Erziehung’“, sagt sie.

Alle Medikamente werden Savakis am Dienstag auf nüchternen Magen verabreicht. Bis zum Frühstück am Mittwochmorgen hat er gut 36 Stunden nichts gegessen. Er fragt: „Wäre das nicht anders zu regeln gewesen?“

Aufgrund der Unsicherheit, was wann passiert oder auch nicht („Bereits eine Woche vorher wurde ein OP-Termin um einen Tag verschoben“) ist bei Konstantinos Savakis die psychische Anspannung sehr groß geworden. Außerdem: „Wegen der Infusionen mit Antibiotika waren meine Venen verhärtet. Ich habe selber dafür gesorgt, sie in Tablettenform zu bekommen.“

Unverständlich sind ihm weitere Dinge: „Zu Beginn meines Aufenthalts wollte eine laut eigener Aussage vor Unterzuckerung zitternde Schwester meine Drainage abziehen. Ich hatte Angst, dass sie die ganze Wunde aufreißt. Eine Lernschwester hat geholfen, obwohl sie es nach eigener Aussage noch nicht konnte.“

Was ihm noch mehr zusetzte: „Die letzten drei Wochen war mein Absauggerät, das mit Schläuchen mit dem Vakuum-Verband verbunden war, defekt. Es piepste in regelmäßigen Abständen. Von einer durchgängigen Nachtruhe konnte keine Rede sein. Leute, die zu mir kamen, fragten: ,Warum bekommst du kein anderes?’ Auf meine Nachfrage bekam ich die Mitteilung, dass der Hersteller mit der Lieferung nicht nachkomme. Stattdessen bekam ich Ohrstöpsel“. Beim fehlenden Trageband für das Gerät hat er lange improvisieren müssen — mit einer Einkaufstüte.

Einen offensichtlichen Fehler des Klinikums hat Savakis schriftlich: „Im Entlassungsbericht sind Besuche eines Physiotherapeuten vermerkt, der aber nie bei mir war.“ Das hat er der Krankenkasse bereits gemeldet.