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Als Achtklässler die i-Dötzchen unterrichtet

Als Achtklässler die i-Dötzchen unterrichtet

Es ist 70 Jahre her, dass sie die Schule 54 besucht haben. Die ehemaligen Schüler treffen sich noch regelmäßig.

Krefeld. Zu dritt genießen die ehemaligen Klassenkameraden am Donnerstag das schöne Wetter im Café Heinemann an der Hochstraße. Luise Eckardt-Moll, Ruth Hartung und Manfred Waldenmeyer feiern ihren Schulabschluss, den sie vor 70 Jahren an der Schule 54 in Königshof gemacht haben: „Wir sind eigentlich mehr Leute, aber heute konnten leider nur wir drei kommen“, erzählt Luise Eckardt-Moll.

Einmal im Monat treffen sich die Klassenkameraden zu einem Plausch: Die drei erinnern sich noch gut an ihre Schulzeit, denn wegen des Kriegs war es keine einfache Zeit: „Als Achtklässler mussten wir wegen Lehrermangel die i-Dötzchen selber unterrichten“, erinnert sich Ruth Hartung. Aufgrund dieses Personalmangels mussten die Schüler damals auch ihre Zeugnisse selber schreiben: „Wir beide hatten die schönste Handschrift, deswegen mussten wir die meisten Zeugnisse notieren“, sagt Luise Eckardt-Moll und lächelt dabei ihrer Klassenkameradin zu.

Bei den mehr als 20 Schülern in einer Klasse waren anfangs Jungs und Mädchen noch gemischt, in den letzten drei Jahren allerdings wurden die Geschlechter getrennt. Jungs hatten Werkunterricht, und Mädchen wurden im Kochen unterrichtet. Da allerdings die Lebensmittel fehlten, wurde improvisiert: Aus Leberwurst, Quark und Haferflocken wurden Pfannkuchen gemacht. „Geschmeckt hat es nicht so gut, aber wir hatten Hunger“, sagt Ruth Hartung. Dennoch denken die Ehemaligen gerne an ihre Schulzeit zurück, und an diese werden sie sich sicher auch beim nächsten Klassentreffen gerne zurückerinnern.