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Wehrhahn-Linie: U-Dax macht den Rütteltest

Wehrhahn-Linie: U-Dax macht den Rütteltest

Unten verursachte eine Maschine gestern Test-Schwingungen, oben wurden die Vibrationen gemessen.

Düsseldorf. Wenn diese Maschine in Betrieb ist, macht sie einen ohrenbetäubenden Lärm — mehr als 100 Dezibel: Ein so genannter Rüttler kam am Mittwoch im Tunnel der Wehrhahn-Linie unter der Elisabethstraße zum Einsatz.

Damit testet die Stadt, wie stark die Vibrationen sind, die von den U-Bahn-Zügen auf die benachbarten Gebäude übertragen werden.

Ortstermin in der Röhre: Projektleiter Gerd Wittkötter zeigt Journalisten die Testfläche. In einer Art Stahlwanne, die rund drei Meter lang ist, liegt Schotter, oben drauf Schienen. Darauf wiederum befindet sich eine so genannte Rüttelplatte, welche die Vibrationen verursacht. „Diese Schwingungen sind deutlich stärker als das, was eine fahrende Stadtbahn verursacht“, erklärt Wittkötter.

Während unten das Test-Gleis gerüttelt und geschüttelt wird, messen Experten in den angrenzenden Gebäuden, wie viel von den Schwingungen ankommt. Nötig ist das nur an einigen Stellen. Wittkötter erklärt: „Im Prinzip kann man vorher berechnen, wie stark sich die Schwingungen ausbreiten. Es kann aber auch kleinere Abweichungen geben — bei den Grenzfällen machen wir den Test.“

Die Ergebnisse wirken sich später auf den Gleisbau aus. Wo größere Schwingungen vermieden werden sollen — etwa am Gap 15, dessen Tiefgarage dicht an die U-Bahn-Röhre heranreicht — wird ein Masse-Feder-System eingebaut.

Das funktioniert im Prinzip wie ein Stoßdämpfer im Auto: Schotter und Gleis werden in eine Art Betontrog eingebaut, unter dem sich Schwingungskörper befinden, die dafür sorgen, dass die Vibrationen in den Boden und nicht in die Röhre übertragen werden.

Weil der Einbau dieses Systems den Preis fürs Gleis glatt verdoppelt, wird genau geprüft, wo es nötig ist. Laut Wittkötter werden rund 40 Prozent der Strecke auf diese Weise abgefedert. Mehrere Rütteltests sind schon durchgeführt worden, weitere stehen noch an, unter anderem in dem schon in den 80er Jahren fertiggestellten Teilstück am U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee.

Auf dem Stück vom Bilker Bahnhof bis Graf-Adolf-Platz sollen schon ab Januar 2013 die endgültigen Gleise eingebaut werden. Per Schienen-Transporter können dann alle Materialien für die Innenausstattung der Stationen herangeschafft werden. Wittkötter: So vermeiden wir Baustellenverkehr an der Oberfläche.“