Surfen im Sportunterricht

Surfen im Sportunterricht

Die Schüler der Realschule In der Lohe konnten eine Woche lang Waveboards testen. Außer blauen Flecken gab’s vor allem Spaß.

Düsseldorf. Basketball, Handball, Fußball oder Turnen - so stellt man sich den Sportunterricht in der Schule vor. Surfen steht normalerweise nicht auf dem Lehrplan. Bei der Derendorfer Realschule In der Lohe schon. Allerdings ohne Wellen und sogar ohne einen Tropfen Wasser. Gesurft wird in der Sporthalle. Auf so genannten Waveboards, einer Mischung aus Skateboard, Snowboard und Surfboard.

Eine Woche lang durften die 370 Schüler die Trendsportart Streetsurfing ausprobieren. Eine sehr wackelige Erfahrung, wie sich schnell herausstellte. Das Waveboard ähnelt einem Skateboard, hat aber nur zwei Rollen und in der Mitte ein Gelenk. Das macht die Plattform beweglich, allerdings auch instabil.

Schon der Aufstieg ist eine Herausforderung. Serap Yoldas (15) schafft ihn nicht ohne Hilfe. Klassenkameradin Lisa Heinze (16) muss sie stützen. Die ersten Meter läuft Lisa nebenher, dann lässt sie Seraps Hände los. Die Szene erinnert an die ersten Fahrversuche als Kind auf dem Fahrrad. So ähnlich endet Seraps Versuch auch. Sie verliert in einer Kurve das Gleichgewicht und stürzt. Nichts passiert. Lisa ist sofort zur Stelle und spielt wieder Starthilfe.

Andere Schüler haben den Hüftschwung schon besser raus. Florian Nachtwey (17) umfährt sogar ohne Probleme die roten Hütchen des Slalomparcours. Als Skateboarder ist er klar im Vorteil. "Zwar braucht man beim Waveboard mehr Gleichgewicht, aber die Grundhaltung ist gleich", sagt er.

Sportlehrer Oliver Krause (38) hält mit seinen Schülern locker mit. Er kennt das Board zum Asphaltwellenreiten aus dem letzten Schuljahr. Auch da war Streetsurfing Teil der Unterrichtsreihe "Fahren, Rollen, Gleiten". "Die Rücken- und Rumpfmuskulatur wird gestärkt. Außerdem verbessert sich das Gleichgewicht und die Koordination", sagt Krause.

Nur als Spaß für Zwischendurch dient das Waveboarden nicht. Serap, Lisa, Florian und ihre Mitschüler aus der zehnten Klasse bekommen für ihre Leistung eine Note. Christian Feist (15) hat gute Aussichten auf eine glatte Eins. Er steht nicht zum ersten Mal auf dem kleinen Wellenboard.

Seit einem halben Jahr ist er stolzer Besitzer eines eigenen Boards. "Ich hab mir Tricks vom Skateboarden abgeguckt. Springen, Slalom oder Drehungen." Kein günstiges Hobby. Ein Waveboard kostet um die 130 Euro.