Lars Liedmann: Vom Manager zum Lampenbauer

Lars Liedmann: Vom Manager zum Lampenbauer

Lars Liedmann hat in zehn Firmen gearbeitet, von denen es acht nicht mehr gibt. Jetzt hat er sich mit seiner kleinen Firma „Licht im Holz“ selbstständig gemacht.

Düsseldorf. Das Ende kam vor zwei Jahren. Wieder einmal musste eine Firma schließen, in der Lars Liedmann gearbeitet hatte. „Ich habe zehn Firmen hinter mir, von denen es nur noch zwei gibt“, konstatiert der 41-jährige Kommunikationselektroniker. Der Löricker verlor seinen Halt, den Glauben daran, dass seine Fähigkeiten und Fertigkeiten einen Wert haben. „Alles, was ich beruflich geleistet habe, ist weg.“

All das erzählt der Düsseldorfer, während er im Keller des gemeinsamen Hauses der Familie seinen Arbeitsplatz herrichtet. Die Säge wird justiert, die passende Multiplexplatte aus Holz aufgelegt und das elektronische Leben der künftigen Lampe herausgesucht. Jeder Handgriff sitzt, als hätte Liedmann eine handwerkliche Ausbildung. Früher war er als Marketing-Analyst und Produktmanager beispielsweise bei Siemens-Nixdorf tätig und schrieb unter anderem Computerprogramme. Jetzt baut er Lampen aus Holz mit intelligenter Beleuchtung.

„Die Idee ist im Prinzip aus einem Hobby entstanden. Fast alles im Haus habe ich selber gemacht“, sagt er stolz und präsentiert dann seine Produktpalette. „Ich habe schon weit über 100 Lampen gebaut und sogar schon eine in die Schweiz exportiert.“ Geburtslampen-Windlichter sind darunter mit allen Motiven, in allen Farben — mit Batteriebetrieb und Bewegungsmelder.

„Ein Stromkabel gehört für mich nicht in ein Kleinkinderzimmer“, sagt der Vater zweier Jungen (4 und 9). Mit ähnlichen Motiven gibt es die Gehäuse auch als Wandlampen. Und für Düsseldorfer gibt es die Wandlampe „DUS“. Eine Fortuna-Lampe kommt wegen der teuren Markenrechte nicht in den Verkauf.

Die künftigen Umsätze kalkuliert der 41-Jährige knapp. „1500 Euro netto kann ich monatlich erwirtschaften.“ Jemanden einstellen, vielleicht sogar Teile von Lampen vorfertigen lassen, das will Liedmann nicht, weil er fürchtet, in den Sog vergangener Jahre zu geraten.

„Ich kann nur noch vernünftig arbeiten, wenn ich es mit Herz mache.“ Das geht freilich nur, weil seine Frau als kaufmännische Sachbearbeiterin wieder in ihren Beruf zurückgekehrt ist — und der ehemalige Manager nun auch Hausmann ist. „Ich habe meine Familie in den Fokus gestellt. Das habe ich hinzugewonnen. Schwierig ist es für mich manchmal nur wegen der Rollenverteilung.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung