Landtag: Die Kandidaten rüsten sich schon

Landtag: Die Kandidaten rüsten sich schon

Ein Jahr vor der Wahl treten bei der CDU in zwei Wahlkreisen je drei Bewerber an, bei der SPD gibt es nur im Osten eine Kampf-Kandidatur.

Düsseldorf. In einem Jahr ist Landtagswahl, dann kommt auch aus den vier Düsseldorfer Wahlkreisen je ein Kandidat ins Parlament. Wer bei den einzelnen Parteien antritt, wird in den nächsten Wochen in internen Abstimmungen entschieden. Es gibt Wahlkreise und Parteien, wo die Sache völlig unstrittig abläuft. Und es gibt harte Duelle — nicht nur aber vor allem in der CDU. So sieht es in den Parteien aus. CDU: Im Wahlkreis Düsseldorf I (umfasst den gesamten Norden bis zur Innenstadt) stehen gleich drei Männer parat: Ratsherr Olaf Lehne, der den Wahlkreis 2005 bis 2012 bereits im Landtag vertrat; sein Ratskollege aus Kaiserswerth, Andreas-Paul Stieber. Und der Angermunder Newcomer Stefan Koch, dem freilich keinerlei Chance eingeräumt wird. Das Duell Lehne-Stieber könnte knapp ausgehen, leicht favorisiert ist Lehne, zumal Stieber schon jetzt einige Christdemokraten für „überehrgeizig“ halten.

Martin Volkenrath (SPD) will Düsseldorf im nächsten Landtag vertreten.

Im Wahlkreis II (mit dem Osten von Düsseltal bis Hubbelrath plus Eller) ist der Gerresheimer Marco Schmitz einziger Aspirant, im Süden (Wahlkreis IV) will Peter Preuß im Landtag bleiben, auch er hat keinen internen Gegner.

Monika Düker (Grüne) will Düsseldorf im nächsten Landtag vertreten.

Umso spannender ist das Rennen im Wahlkreis III (Linksrheinisch plus Oberbilk, Bilk, Hamm). Denn hier tritt mit Angela Erwin die stellvertretende CDU-Vorsitzende in Düsseldorf an. Warum die Rechtsanwältin und Tochter des verstorbenen Ex-OBs Joachim Erwin das tut, ist freilich in der CDU nicht allen ganz klar. Politisch hat man von ihr bislang wenig gehört, im übrigen hat sie allein durch ihren Namen eher einen Bezug zur Stadtpolitik.

Rainer Matheisen (FDP) will Düsseldorf im nächsten Landtag vertreten.

Weil mit Berit Zalbertus, der Vorsitzenden der Elternschaft Düsseldorfer Schulen (EDS), zuletzt eine weitere — gleichwohl chancenlose — Frau ihre Kandidatur ankündigte, gilt nun der Dritte im Bunde, Ratsherr Stefan Wiedon, als Favorit. Der führende Sportpolitiker im Rathaus wurde bereits 2010 direkt ins Landesparlament gewählt, verlor aber nur zwei Jahre später im Sog des „Röttgen-Debakels“ bei den Neuwahlen sein Mandat wieder. Auch deshalb gönnen dem CDA-Mann, der seine Anhänger gut mobilisieren kann, etliche eine zweite Chance. Eine Art Vorstandsregie soll es bei den Kampf-Kandidaturen übrigens nicht geben, CDU-Chef Thomas Jarzombek hat betont, dass er alle ganz neutral begleiten werde. SPD: Bei den Sozialdemokraten steht bislang nur im Ost-Wahlkreis ein Zweikampf an. Dort strebt mit Martin Volkenrath, Fraktionsvize im Stadtrat und führender Verkehrspolitiker der SPD, ein weiterer etablierter Kommunalpolitiker den Sprung in den Landtag an. Als keineswegs chancenloser Außenseiter ist Sebastian Wuwer (32) sein Konkurrent. Der Vorsitzende der SPD im östlichen Stadtbezirk gilt als hoffnungsvoller Newcomer.

In den drei anderen Wahlkreisen gibt es für die drei „Amtsinhaber“ noch keine Gegner: Im Norden will Markus Weske seinen Überraschungssieg von 2012 wiederholen; im Süden tritt Walburga Benninghaus wieder an, in Mitte-West Marion Warden. Grüne: Von einer Ämter- und Mandats-Rotation längst nichts mehr wissen wollen ganz offenkundig die Grünen. Zur gestrigen Mitgliederversammlung hatten sich exakt die gleichen vier Kandidaten wie 2012 beworben: Die etablierten Abgeordneten Monika Düker (Wahlkreis II), Stefan Engstfeld (III), Martin-Sebastian Abel (IV) sowie Ex-Ratsfrau Astrid Wiesendorf (I).

FDP: Ohne Aussicht auf Direktmandat stellen sich im Wahlkreis III zwei profilierte Ratsleute dem Mitgliedervotum: Rainer Matheisen und Mirko Rohloff. Beide dürfen aber als Vertreter Düsseldorfs auf einen aussichtsreichen Listenplatz hoffen, wenn die Liberalen wieder den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen.

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