Kö-Bogen: Jetzt wird’s ernst

Kö-Bogen: Jetzt wird’s ernst

Schon in Kürze wird der Jan-Wellem-Platz nicht mehr zu erkennen sein.

Düsseldorf. Im vorigen August war erster Spatenstich für das Groß-Projekt Kö-Bogen. Die Veränderung seitdem hält sich in Grenzen: Leitungen und Kanäle wurden verlegt, einige Bäume abgeholzt - aber das war es auch. Noch ist der Platz als solcher erkennbar. Das wird sich nun innerhalb weniger Wochen ändern: Der Bau der von Architekt Daniel Libeskind entworfenen Häuser startet in die heiße Phase.

Wann was passiert, erläuterte Projektentwickler Stefan Mühling am Mittwoch im Detail: Bis Oktober wird das 14 000Quadratmeter große Baufeld vom Verkehr befreit.

Ein wichtiger Schritt wird am ersten März-Wochenende getan: Die Straßenbahn-Schienen Richtung Schadowstraße werden näher an die Häuser verlegt - die Arbeiten dafür laufen bereits: Eine Spundwand ist schon gebaut, die neue Trasse wird angelegt.

Die Bahnen zur Altstadt werden hingegen über den nördlichen Teil der alten Gleisschleife umgeleitet - die neue Haltestelle wird sich auch dort befinden (siehe Grafik). Ab 8. März sind die Bahnen auf den neuen Gleisen unterwegs, die alten werden anschließend abgebaut.

Weil die Züge dann nicht mehr vom Jan-Wellem-Platz Richtung Kaiserstraße abbiegen können, soll die 715 auf die Berliner Allee verlegt werden - sie führe dann nicht mehr durch die Altstadt.

Doch dabei ergab sich gestern im Verkehrsausschuss eine spannende Wendung: Als SPD, Grüne und FDP gegen die Verlegung der 715 protestierten, sagte Verkehrsdezernent Gregor Bonin plötzlich eine neue, gründliche Prüfung zu, ob die Linie wirklich aus der Altstadt verbannt werden muss. Zuvor hatten weder die Stadt noch die Rheinbahn plausibel erklären können, warum dies unumgänglich sein soll.

Zugleich wird auch eruiert, ob die 715 dann nicht wie die 706 eine Umleitung über Schadow-, Jacobi- und Duisburger Straße fahren kann. Wie berichtet, erhält die 706 von der Innenstadt zum Brehmplatz diesen Linienweg - in Gegenrichtung bleibt alles beim Alten. Warum soll das nicht auch bei der 715 aus Derendorf in die City gelten?

Im März/April beginnt dann der Bau erster Schlitzwände für den späteren Auto-Tunnel. 197 Millionen Euro für den Tunnelbau sind vom Verkehrsausschuss bewilligt worden. Die umstrittene Interimsstraße soll Anfang Mai in Betrieb gehen.

"Die Läufer des Rheinmarathons werden dort schon herlaufen", sagt Mühling. Dann kann das Baufeld auch um das Areal der jetzigen Hofgartenstraße erweitert werden.

Bis September werden die Schlitzwände in zwei Baustellen-Bereichen mit einem Deckel versehen. "Darüber wird später ein Teil des Auto- und Bahnverkehrs abgewickelt, während unten weitergebaut wird", so Mühling. Unter anderem wird die Nord-Haltestelle dann zur Süd-Haltestelle verlagert - auf den Deckel.