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Neues Prinzenpaar: „Wir sind schon tierisch nervös“

Neues Prinzenpaar: „Wir sind schon tierisch nervös“

Christian Zeelen und Claudia Monreal berichten im WZ-Interview, was sie sich für die Session vorgenommen haben.

Düsseldorf. So langsam geht es in die heiße Phase des Karnevals und auch die Prinzenpaar-Kürung am 14. November in der Rheinterrasse steht kurz bevor. Doch wer sind eigentlich Christian Zeelen und Claudia Monreal, das designierte Prinzenpaar? Im WZ-Gespräch erzählen die beiden, was sie sich für die Session vorgenommen haben.

Neues Prinzenpaar: „Wir sind schon tierisch nervös“
Foto: Judith Michaelis

Frau Monreal, Herr Zeelen, wie lang reicht Ihre karnevalistische Vita zurück?
Claudia Monreal: Früher habe ich eigentlich nur Straßenkarneval gefeiert. In den 90er Jahren moderierte ich erstmals für Antenne Düsseldorf Karnevalssendungen. Seit vier Jahren bin ich Mitglied der Niederkasseler Tonnengarde, da ich auch in Oberkassel wohne. Dino Conti Mica hat mich damals überredet, einzutreten.
Christian Zeelen: Meine Geschichte ist länger. Kollegen von Center TV haben jetzt eine Videokassette ausgegraben, auf der ich 1988 den Rosenmontagszug in Monheim kommentiere, im zarten Alter von 13 Jahren. 1993 habe ich bei Antenne angefangen, und seitdem auch immer den Karneval betreut. Ex-Prinz Peter Sökefeld lud mich schon 2001 ein, bei der Prinzengarde mitzumachen.

Wie reift denn ein solcher Entschluss, Prinzenpaar zu werden und warum tut man sich das an? Die Belastung in der Session ist ja enorm. . .
Zeelen (lacht): Ich wollte, Claudia musste. Da gibt es ja diese ominöse Bierdeckelgeschichte. Abends, nicht mehr ganz nüchtern, haben wir mit ein paar Freunden herumgescherzt. Die haben mich dann spät in der Nacht gefragt, wann ich denn endlich Prinz werde. Ich habe gesagt, dass ich das nur mit der Claudia mache. Das wurde auf einem Bierdeckel niedergeschrieben und ist nun fünf Jahre her. Den Bierdeckel gibt es noch. Wir haben danach auch nie wieder darüber gesprochen, bis uns CC-Präsident Josef Hinkel dann angesprochen hat.

Ist es als Prinzenpaar ein Vorteil, in den Medien zu arbeiten?
Zeelen: Ja und Nein. Aber ich habe jetzt erst gelernt, wie Boulevardjournalismus funktioniert. Mir hat mal jemand ein Kölner Stadtwappen in die Hand gedrückt und ich habe es auch sofort wieder weggelegt. Doch in diesem Augenblick hatte ein Fotograf schon abgedrückt und in der Zeitung stand groß: ,Der Prinz trägt Köln.’
Monreal: Der Vorteil ist, wir sind sicherlich ein eingespieltes Team. Sonst ist es ja so, dass wir anmoderieren, dann gehen wir von der Bühne und die anderen stehen im Mittelpunkt. Das ist jetzt andersherum. Daher ist unsere Rolle jetzt auch komplett neu definiert. Wir kennen es aber, auf einer Bühne zu stehen. Wenn dort eine Venetia steht, die keine Erfahrung mitbringt, verstehe ich es, wenn ihr auf einmal die Worte fehlen. Aber wer denkt, wir schütteln die Kürung einfach so aus dem Ärmel, der täuscht sich. Wir sind jetzt schon tierisch nervös.

Wie lässt sich die Zeit als Prinzenpaar mit der Arbeit vereinbaren?
Monreal: Von Anfang Januar bis Aschermittwoch sind wir beide komplett raus aus dem Job. Ich bin ja freie Mitarbeiterin und habe ich mich aus dem Dienstplan nehmen lassen. Aber in dieser Zeit verdiene ich natürlich auch kein Geld.
Zeelen: Ich nehme meinen Tarifurlaub und habe ich mich freistellen lassen. Zum Glück stehen unsere Teams dahinter und unterstützen uns, sonst würde das nicht klappen. Wir haben ja jetzt schon viele Termine, obwohl die Session noch gar nicht angefangen hat, damit hatten wir im Vorfeld nicht gerechnet. Viele Veranstaltungen haben wir leider auch absagen müssen, weil uns einfach die Zeit gefehlt hat.

Was haben Sie sich für die Session vorgenommen? Wollen Sie das beste, schönste oder das lustigste Prinzenpaar sein?
Zeelen: Nichts von allem. Wir wünschen uns eine unvergessliche Zeit. Ich möchte Spaß haben, auch wenn es in Arbeit ausartet. Wir tun etwas Gutes und haben Spaß dabei. Da geht es natürlich auch um unsere Spendenzwecke.
Monreal: Wir setzen uns für drei Projekte ein. Wir sammeln für die Elfmeterstiftung, die sich um Kinder und Jugendliche mit Rückenmarkserkrankungen kümmert, und für den Verein Fortschritt, der spastisch behinderten Kindern hilft. Die Erlöse der CD, die wir aufgenommen haben, gehen an die Aktion Lichtblicke.

Karneval ist ja nicht nur lustig. Wo mehr als zwei oder drei Leute im Verein sind, da gibt es auch Ärger. Wie geht das Prinzenpaar damit um?
Monreal: Das wussten wir vorher. Aber wir haben uns vorgenommen, wie die Schweiz zu sein: neutral. Wir werden keine Partei ergreifen, wenn man versucht, uns auf eine Seite zu ziehen.

Die Teilnahme am Rosenmontagszug ist keine Premiere. Macht es das leichter?
Zeelen: Ja, aber wir haben noch nie so hoch gestanden. Der Prinzenwagen ist ja immer der höchste im Zug.

Wird es besondere Auftritte geben?
Monreal: Für die Kürung haben wir ein kleines Programm einstudiert. Ansonsten wollen wir aber immer ziemlich spontan sein. Wenn ein Verein ein Jubiläum hat, dann werden wir uns natürlich etwas Besonders einfallen lassen. Wir wollen ein Prinzenpaar zum Anfassen sein. Vor allem dann, wenn wir in die Seniorenheime gehen. Da ist die Freude meistens groß, wenn das Prinzenpaar kommt.
Zeelen: Wir haben keine Liste mit unseren fünf Lieblingswitzen. Wenn du aber bis zu 20 Auftritte am Abend hast, wird es schwer, sich immer etwas Neues einfallen zu lassen. Zumal man ja auch bis zu vier- fünfmal bei einem Verein bei den verschiedenen Veranstaltungen auftaucht. Aber es wird bestimmt auch Abende geben, da kommst du in einen Saal und denkst ,Was ist denn hier los? Oder besser — was ist hier nicht los.’ Das haben uns alle Prinzenpaare bestätigt, dass dies passieren wird.

Kommen wir zu einer heiklen Frage. Wie traditionell ist denn der Karneval überhaupt noch?
Zeelen: Ich kenne beide Seiten, den organisierten Karneval, aber auch wenn ich vom Sender am Altweibermorgen zum Rathaus gehe und schon morgens früh die Alkoholleichen auf der Straße liegen sehe. Klar ist, dass wir alle mal über die Stränge geschlagen haben, aber viele junge Leute nehmen Karneval leider nur noch als Freibrief zum Saufen. Das finde ich sehr schade und bedenklich. Aber ich finde auch, dass das CC inzwischen mit dem Projekt „Pänz en de Bütt“ und dem Kinderumzug neue Wege geht, um junge Leute frühzeitig und vernünftig an den Karneval heranzuführen. Aber auch das wird seine Zeit brauchen, bis sich das in den Köpfen der jungen Leute festsetzt.
Monreal: Mir gefällt die Entwicklung der Büttenrede. Bei der letzten Fernsehsitzung haben wir uns fast kaputt gelacht. Ich sage nicht, dass das früher Mist war, aber man muss auch im Karneval mit der Zeit gehen. Das spricht das junge Publikum an. Es tut dem Karneval gut, dass Künstler wie Wolfgang Trepper und Markus Krebs nach oben kommen.