Warum die Jazz Rally nach Düsseldorf gehört

Warum die Jazz Rally nach Düsseldorf gehört

Ein Blick hinter die Kulissen des Festivals mit Boris Neisser, Tanja Vogt und Dieter Falk.

Düsseldorf. 20 Jahre alt wird die Jazz Rally in diesem Jahr. Fast von Anfang an dabei ist Boris Neisser, Geschäftsführer der Destination Düsseldorf. Seit acht Jahren bekommt er Unterstützung von Vodafone. Zusammen mit Pressesprecherin Tanja Vogt plauderte Neisser am Freitag bei Center TV im Gespräch mit Christian Zeelen und Dieter Sieckmeyer über das Festival. Gesendet wird das Gespräch vermutlich schon an diesem Wochenende im Rahmen der RheinZeit. Die Westdeutsche Zeitung begleitet die Jazz Rally als Medienpartner.

Wie kam die Jazz Rally nach Düsseldorf?

Boris Neisser: Es gibt mindestens drei verschiedene Versionen. Die richtige ist, dass der damalige Igedo-Chef Manfred Kronen zur Weltausstellung nach Sevilla gefahren ist und dort die Abordnung der Brussels Jazz Rally kennen gelernt hat. Wenig später wurde eine Reise nach Brüssel organisiert und alle waren begeistert von dem Festival. Darum hieß es auch in den ersten beiden Jahren noch Brussels Jazz Rally. Seitdem hat sie sich großartig entwickelt. Wir hatten in diesem Jahr mehr als 1500 Bewerbungen von Bands aus aller Welt.

Warum passt die Rally so gut nach Düsseldorf?

Tanja Vogt: Düsseldorf ist eine weltoffene Stadt und ein sehr guter Gastgeber. Und Düsseldorf hat das Flair, das man für eine solche Veranstaltung braucht. Den Rhein brauche ich doch wohl gar nicht erwähnen.

Nach welchen Kriterien werden die Künstler ausgesucht?

Neisser: Es wird immer darauf geachtet, dass wir ein außergewöhnliches Programm haben, nachdem die Rally in den ersten Jahren eher ein New Orleans- und Dixieland-Festival war. Dass in diesem Jahr Kyle Eastwood, der Sohn von Clint Eastwood, zu uns kommt, der in Amerika ein renommierter Jazz-Musiker ist, zeigt den Stellenwert der Rally. Ich freue mich auch auf die beiden Konzerte von Klaus Doldinger, eins davon zusammen mit Ali Haurand in der Oper, und die Gebrüder Wasserfuhr.

Es wird aber auch etwas für den Nachwuchs getan . . .

Vogt: In diesem Jahr gab es sogar zwei Nachwuchs-Wettbewerbe. Mit Vodafone haben wir über Facebook eine Band gesucht, die eine Dreiviertelstunde vor Rea Garvey spielen darf. Den ersten Platz haben Jake & the Convolution belegt. Außerdem gab es den Spardabank-Wettbewerb für Jazzer. Hier hat sich Einem.Art mit dem jungen Posaunisten Max von Einem durchgesetzt.

Wie finanziert sich die Rally?

Neisser: Zum großen Teil aus dem Button, der 29 Euro kostet. Damit liegen wir im Vergleich mit anderen Festivals ganz am Ende der Preisspirale. Damit kann man 92 Konzerte besuchen. Ausgenommen sind nur das Konzert am Flughafen und die Preview in der Kaiserpfalz.

Seit acht Jahren gibt es das Sonderkonzert am Flughafen. Welche Bedeutung hat das für die Jazz Rally?

Vogt: Wir wollten uns als Düsseldorfer Unternehmen klar zu unserem Standort bekennen und das Festival für ein jüngeres Publikum öffnen. Der Erfolg gibt und auch recht, nicht nur, weil Rea Garvey schon zum zweiten Mal da sein wird. Gentleman ist nach seinem Konzert zusammen mit seinen Eltern zu mir gekommen und hat sich für den Abend bedankt. Mit der Planung des Sonderkonzertes fangen wir übrigens an, sobald eine Jazz Rally beendet ist.

Was erwartet die Rally-Fans bei „Celebrate Bach“?

Dieter Falk: Für mich ist Johann Sebastian Bach der erste Jazz-Musiker gewesen. Er wird heute noch von vielen Stars wie Ella Fitzgerald hochverehrt. In der Johanneskirche stelle ich mit meinen Söhnen Paul und Max unsere CD „Celebrate Bach“ vor. Eine Mischung, aus Jazz, Pop, Rock und Klassik. Die kommt auch sehr gut an. In diesem Jahr haben wir als Falk & Sons noch 35 Auftritte. Aber auf das Konzert zu Hause freuen wir uns natürlich doppelt. Das ist immer etwas Besonderes.

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