Schulpreis: Die ersten Ideen sind da

Schulband und Chor, Hilfe bei Berufsfindung, Leseförderung – Schulen gehen kreative Wege zur Motivation der Kinder.

Düsseldorf. Der Countdown läuft: Noch zwölf Tage bleiben den Schulen der Stadt, sich um den Düsseldorfer Schulpreis von Westdeutscher Zeitung und Electronic Partner zu bewerben. Die Schirmherrschaft hat Wagenbaumeister Jacques Tilly übernommen. Erste Bewerbungen sind eingegangen, einige von ihnen stellen wir hier vor. Den Gewinnern winken wieder Geld- und Sachpreise im Wert von insgesamt 15000 Euro.

Ziel des Schulpreises ist es, abzubilden, was Lehrer, Kinder und Eltern täglich leisten, er soll den Schulen Anreiz sein, deutlich zu machen, wofür sie stehen, mit wie viel Kreativität sie ihre Aufgabe bewältigen - und dabei geht es nicht nur ums Lernen.

Immer wieder gibt es neue Ideen für das Schulleben, die musische Erziehung, die Vorbereitung auf das Berufsleben, Konfliktbewältigung und vieles mehr. Das zeigen die vielen Beispiele, die seit der Einführung des Schulpreises vor drei Jahren zugeschickt wurden.

Unter den Bewerbern in diesem Jahr ist das Comenius-Gymnasium mit seinem musikalischen Schwerpunkt, und der ist breit gefächert. Die Schule hat u.a. eine Instrumental-AG, Percussion-AG, eine Schulband und mehrere Chöre, darunter die "Comenian Harmonists", ein Ensemble, das nicht nur aus Schülern, sondern auch Eltern und Lehrern besteht.

Musiklehrer Hilmar Fries sieht in der Musik eine Chance, die soziale und geistige Entwicklung der Schüler zu fördern, den Zusammenhalt aller am Schulleben Beteiligten. Und obendrein bleibt Raum für Ambition und Ehrgeiz: Die Harmonists treten immer wieder öffentlich auf, in die Schülerband kommen nur die Besten.

An der Evangelischen Grundschule Gotenstraße hat man sich für die Leseförderung einen besonderen Anreiz ausgedacht. Regelmäßig werden Lesenächte veranstaltet.

Dann übernachten die Schüler einer Klasse - manchmal auch sämtliche Klassen - abends in der Schule und verbringen einen ganzen Abend mit Lesen und Geschichten, bevor sie in die Schlafsäcke kriechen.

Vorgelesen wird wie bei den Profis - mit Mikrophon. Zudem unternehmen die Kinder Nachtwanderungen oder denken sich eigene Geschichten aus, die sie sich dann erzählen.

Deutschlehrer Bernd Pohl und seinen Kollegen geht es darum, Lesen als Gemeinschaftserlebnis zu vermitteln und dadurch die Freude am Lesen - die Lesenacht sei dafür nur ein Beispiel.

Ihm geht es darum, die Verbindung von Lektüre und realem Leben herzustellen, weswegen der Unterricht nicht allein im Schulgebäude abgehalten wird: "Als wir die Wunderinsel gelesen haben, sind wir mal gemeinsam in den Hafen gefahren."

Ebenfalls beworben um den Schulpreis hat sich die Joseph-Beuys-Gesamtschule, die Schüler bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützt. "Aida" (Ab in die Ausbildung) heißt das Projekt, bei dem Schüler von ehrenamtlichen Paten unterstützt werden.

Beide schließen einen Vertrag und bestreiten gemeinsam ein umfangreiches Programm: In Gesprächen werden zum Beispiel Wünsche und Fähigkeiten des jeweiligen Schülers eingegrenzt. Der Pate versucht, Plätze für Praktika oder Ausbildung zu vermitteln und begleitet die Bewerbung aktiv.

Besonders Schülern, deren Chancen auf dem Ausbildungsmarkt schlecht sind, will die Schule so helfen: Migranten, Schüler mit schlechten Noten. Die Paten können helfen, deren oft schlechte Ausgangsposition ein wenig - vielleicht sogar deutlich - zu verbessern.

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