Die U-Bahnhöfe sind fast fertig

Die U-Bahnhöfe sind fast fertig

Die künstlerische Gestaltung der U-Bahn-Stationen ist bereits weit fortgeschritten.

Düsseldorf. Ins Weltall geht es die Treppe hinunter — zumindest an der Benrather Straße in Düsseldorf. Zu sehen sind die Projektionen von Planeten und Sternen zwar noch nicht, aber in einem Monat soll der unterirdische Halt der Wehrhahnlinie so weit gestaltet sein, dass die Vorstellung des Künstlers Thomas Stricker besser nachvollziehbar wird: „Der U-Bahnhof soll zu einem Raumschiff werden.“

Zurzeit arbeitet Stricker an der Digitalisierung entsprechender Aufnahmen. Per Videoprojektion sollen die unendlichen Weiten nach der Eröffnung (siehe Infobox) den Fahrgästen der Wehrhahnlinie an verschiedenen Monitoren der Station gezeigt werden. „Wir werden sechs Panoramafenster haben, von denen wir ins Weltall sehen können“, erläutert Stricker. „Ich habe versucht, das Oben nach unten zu bringen. Statt der vermuteten Enge in der Unterwelt sehen die Menschen die Weite des Universums. “

Der Untergrund werde so nicht als Höhle, sondern als positives Gebäude erlebt. Ausgerechnet OB Thomas Geisel konterkarierte diesen gewünschten Effekt gestern bei einem Rundgang mit einem Scherz in Richtung Planer: „Haben sie nicht Angst, dass die Menschen mit Flugangst die U-Bahn nicht benutzen?“

Das Gesamtkunstwerk U-Bahn-Station ist dagegen am Graf-Adolf-Platz fast vollendet. Dort hat sich der Künstler Manuel Franke verwirklicht und auf 1000 Quadratmetern Glasplatten gestaltet. „Ich wollte ein Kontinuum schaffen von der Straße bis zum Gleis, einen Strudel, eine Farblinie, die herunterführt.“

Franke schließt damit an die Grundidee an: Künstler und Architekten haben das Konzept für die Bahnhöfe bei einem internationalen Architektenwettbewerb erarbeitet. Sieger wurden die Darmstädter „Netzwerkarchitekten“ mit der Idee eines unterirdischen Kontinuums. Dies zeigt sich in der reliefartigen Bearbeitung der Betonwände in allen Bahnhöfen, die eine Dynamisierung erzeugen soll. Kosten für die Gestaltung: 3,4 Millionen.

Geisel sieht in der Investition eine adäquate Antwort auf Metropolen, in denen U-Bahnhöfe modern gestaltet sind. „Das gibt uns schon ein gewisses Gleichstellungsmerkmal.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung