1. Specials
  2. NRW
  3. Düsseldorf

Der freie Blick aufs Theater bleibt

Der freie Blick aufs Theater bleibt

OB Elbers erklärte, wie er sich die neuen Baufelder vorstellt. Schauspielhaus soll nicht zugebaut werden.

Düsseldorf. Wie viel Durchblick muss es sein? Diese Frage — bezogen auf die Sichtachse zum Schauspielhaus — stellte die WZ im April. Jetzt gibt es die Antwort von Dirk Elbers. Sie lautet: Der ganze Durchblick soll es sein. Am Donnerstag stellte der Oberbürgermeister vor, wie er sich die Gestaltung zentraler City-Bereiche am Kö-Bogen vorstellt. Zentrale Aussage: „Das architektonische Triptychon mit Dreischeibenhaus, Schauspielhaus und Libeskindbauten muss sichtbar bleiben und darf nicht zugebaut werden.“

Mit dieser klaren Positionierung erteilt er Plänen, neben dem Dreischeibenhaus ein weiteres Gebäude zu errichten (auf der Grafik das frühere Baufeld 4), eine klare Absage. Hintergrund: 2009 siegte bei einem städtebaulichen Wettbewerb ein Entwurf, der so ein Gebäude vorsah — allerdings war die Jury bei diesem Bau schon damals skeptisch. Empfohlen wurde, dort ein kleineres oder gar kein Haus zu bauen.

Dabei gibt es auch Befürworter für einen Neubau so dicht am Dreischeibenhaus — auch in den Reihen der Ratsmehrheit. Unlängst äußerte CDU-Experte Alexander Fils eine gewisse Sympathie dafür. Auch FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus kann sich dort ein Gebäude vorstellen, „falls es einen besonders herausragenden Entwurf geben sollte“.

Unklar ist, wo der herkommen soll. Wie berichtet, hatte der Planungsausschuss im Mai beschlossen, drei Architekturbüros um Gestaltungsvorschläge für die Verteilung der Baumassen und die Gestaltung der Sichtachsen zu bitten. Laut Elbers haben aber drei von fünf Büros schon abgesagt. Er wünscht sich, dass auf dem Areal eine Grünfläche entsteht, „so ziehen wir den Hofgarten in diesen zentralen Bereich hinein“. Eine Position, die auch von der SPD gelobt wird.

Die weiteren Kernpunkte der überarbeiteten Planung: Auf der Fläche zwischen Gustaf-Gründgens-Platz und Schadowstraße sollen zwei größere Baukörper anstelle von drei kleineren entstehen. Wobei die Gesamtbaumasse im Vergleich zu heute nicht größer werden soll. Der neu entstehende Platz — Elbers schlägt vor, ihn Jan-Wellem-Platz zu nennen — könnte um eine Art Pavillon (maximal zwei Geschosse) ergänzt werden.

Planungsdezernent Gregor Bonin will die Pläne mit den betroffenen Grundstückseigentümern besprechen — und in einem neuen Bebauungsplan festschreiben. Das letzte Wort in dieser Frage hat der Stadtrat. Bonins Ziel: Wenn 2016 die Neugestaltung der Schadowstraße umgesetzt wird, sollen auch die Neubauten fertig werden.

Wunschdenken bleibt indes das mögliche neue Hochhaus — die Rede ist von bis zu 15 Geschossen — anstelle der Tuchtinsel. Dort gibt es offenbar keine einheitliche Linie der Eigentümer.