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Wahlkampf zwischen App und dem guten, alten Papp-Plakat

Wahlkampf zwischen App und dem guten, alten Papp-Plakat

Parteien ziehen zweieinhalb Wochen vor der Wahl ein positives Zwischenfazit.

Düsseldorf. Rund zweieinhalb Wochen vor der Bundestagswahl am 22. September geht in Düsseldorf der Wahlkampf in die entscheidende Phase. Trotz zahlreicher Termine und Veranstaltungen vermeiden die Kandidaten dabei — vielleicht auch bewusst — den Ausdruck Stress.

„Wir haben Spaß im Wahlkampf, sind motiviert, und bisher ist alles zu unserer Zufriedenheit verlaufen“, sagt etwa Andreas Rimkus, SPD-Bundestagskandidat für den Düsseldorfer Süden. Mit einem Prototyp eines Elektroautos düst Rimkus von Termin zu Termin, tauscht beschmierte Plakate aus, betreibt Wahlkampf auf seinem Youtube-Kanal „Rote Socke“ und bewirbt seine persönliche Smartphone-App.

Auch bei der CDU fällt die Zwischenbilanz positiv aus: „Unsere Veranstaltungen sind gut besucht. Für den Auftritt von Kanzlerin Angela Merkel am Sonntag im Rather Dome haben sich rund 800 Parteifreunde angemeldet“, sagt Kreis-Geschäftsführer Bernhard Herzog. Thomas Jarzombek, Direktkandidat für den Düsseldorfer Norden, setzt mit schwarzem Plakat und dem Schriftzug „Jarzombek“ in gelben Lettern bei den Plakaten auf ein bewährtes Konzept.

„Vor vier Jahren hat es viel positive Resonanz gegeben. Daher dachte ich mir: Warum nicht noch einmal so?“ Doch auch wenn er das Wort Stress nicht in den Mund nimmt, Jarzombek gibt zu, dass der Wahlkampf „ganz schön schlaucht“.

Grüne und FDP sind mit der bisherigen Resonanz auf ihre Plakate, dem Von-Tür-zu-Tür-Wahlkampf oder ihren Veranstaltungen ebenfalls zufrieden. „Die Leute zeigen politisches Interesse. Der Wahlkampf läuft hochtourig“, sagt Gisela Piltz, FDP-Kandidatin für den Norden der Stadt. „Auch wir haben gute Rückmeldungen von den Bürgern und sind angetan vom Engagement unserer Mitglieder“, erklärt Grünen-Wahlkampfkoordinator Nils Kleibrink.

Unschöne Begleiterscheinungen gab es derweil für die Piraten. Zwei Plakate, die in Lörick hängen, wurden von Rechtsradikalen mit antisemitischen Parolen beschmiert. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Auch Clemens Mayer, Vorsitzender des Kreisverbands, nimmt das Thema ernst: „Wir werden unser Vorgehen schnellstmöglich im Vorstand besprechen.“