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Bundestagswahl 2017: Ruhrgebiet: SPD mit hohen Verlusten, AfD legt weiter zu

Bundestagswahl 2017 : Ruhrgebiet: SPD mit hohen Verlusten, AfD legt weiter zu

Die SPD hat bei der Bundestagswahl in ihrer einstigen Hochburg, dem Ruhrgebiet, schwere Verluste erlitten. Die AfD dagegen konnte offensichtlich noch einmal Stimmen im Vergleich zur Landtagswahl hinzugewinnen.

Duisburg. Die SPD hat bei der Bundestagswahl in ihrer einstigen Hochburg, dem Ruhrgebiet, schwere Verluste erlitten. In Gelsenkirchen sackte sie nach Auszählung fast aller Wahlbezirke auf 33,4 Prozent. Bei der Landtagswahl im Mai waren es noch 37,9 Prozent gewesen, bei der Bundestagswahl vor vier Jahren 44,0 Prozent. Im Kreis Unna, wo die SPD bei der Wahl vor vier Jahren 40,9 Prozent geholt hatte, lag sie am Sonntag nach Auszählung fast aller Wahlbezirke bei 33,8 Prozent. In Duisburg kam sie nach Auszählung der Hälfte aller Stimmbezirke auf 33,1 Prozent, auch dort hatte sie bei der Bundestagswahl 2013 rund 40,9 Prozent.

Die AfD dagegen konnte im Ruhrgebiet offensichtlich noch einmal Stimmen im Vergleich zur Landtagswahl vor gut vier Monaten hinzugewinnen. So lag die Partei in Gelsenkirchen nach der Auszählung von mehr als zwei Dritteln der Stimmbezirke bei 16,9 Prozent der Zweitstimmen. Bei den Landtagswahlen hatte die AfD stadtweit 14,6 Prozent geholt. Im Landtagswahlkreis Gelsenkirchen II hatte sie im Mai mit 15,2 Prozent ihr landesweit bestes Zweitstimmenergebnis erreicht.

In Duisburg kam die AfD nach Auszählung von mehr als einem Viertel der Bezirke auf einen Zweitstimmenanteil von rund 14,0 Prozent (Landtagswahl: 11,5), in Essen auf 13,1 (Landtagswahl: 9,8). Insgesamt war die AfD bei der Landtagswahl mit 7,4 Prozent erstmals in den NRW-Landtag eingezogen.

Bei der Oberbürgermeisterwahl in Duisburg zeichnet sich dagegen ein Wahlsieg von Amtsinhaber Sören Link (SPD) ab. Nach Auszählung von mehr als einem Drittel aller Wahlbezirke kam der 41-Jährige auf 57,1 Prozent der Stimmen. Der von mehreren Parteien unterstützte parteilose Gerhard Meyer (57) lag bei 23,9 Prozent. 366 000 Duisburger waren wahlberechtigt.

Link hatte im Frühjahr angekündigt, sein Amt zum Datum der Bundestagswahl vorzeitig niederzulegen und sich einer Wiederwahl zu stellen. Seine Amtszeit hätte eigentlich bis Mai 2018 gereicht. Link gab als Grund an, der Stadt Kosten ersparen zu wollen. Außerdem hatte er auf eine höhere Wahlbeteiligung gehofft.

Link hatte im Juli 2012 die Nachfolge des CDU-Politikers Adolf Sauerland angetreten, der nach der Loveparade-Katastrophe 2010 mit 21 Toten massiv in die Kritik geraten war und in einem spektakulären Bürgerbegehren abgewählt wurde.