Grüne wollen klare Kante zeigen

Paula Elsholz und Uwe Warnecke kandidieren für den Bundestag.

Düsseldorf. Bundesweit haben es die Grünen in den Umfragen derzeit schwer, würden zu wenig klare Kante zeigen, so das Echo in einigen Medien. Ein Vorwurf, den sich die beiden Düsseldorfer Direktkandidaten nicht gefallen lassen möchten: Gestern stellten sie sich und ihre Kampagne für die Bundestagswahl am 24. September vor — und fanden deutliche Worte.

Im Düsseldorfer Norden (Wahlkreis Düsseldorf I) tritt mit Paula Elsholz ein junges Gesicht an. Es ist die erste Kandidatur der 30-Jährigen, die in Lierenfeld wohnt und in Bochum als Vorstandsreferentin arbeitet; ihr Schwerpunkt ist die Umwelt- und Klimapolitik. Mit Blick auf die aktuellen Emissionszahlen (im ersten Halbjahr 2017 hat der CO2-Ausstoß in Deutschland gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um knapp 1,2 Prozent zugenommen) sagt sie: „Auf Bundesebene bewegt sich Deutschland beim Klimaschutz nicht nur zu langsam, sondern jetzt sogar rückwärts.“ Das Verhalten der Bundesregierung im VW-Abgasskandal bezeichnet sie als „lachhaft“. Für Düsseldorf fordert sie ein wesentlich breiteres und günstigeres Car-Sharing-Angebot.

Uwe Warnecke tritt im Düsseldorfer Süden (Düsseldorf II) an. Der 53-jährige Jurist (geschieden, zwei Kinder, wohnhaft in Oberbilk), der sich selbst als „Verfassungspatriot“ bezeichnet, beschäftigt sich nicht nur beruflich, sondern auch politisch vor allem mit Wohnungs- und Mieterpolitik. Er fordert unter anderem mehr Sozialwohnungen für Düsseldorf. „Die Mietpreisbremse ist eigentlich eine gute Sache, aber sie könnte wesentlich wirksamer gestaltet werden“, sagt er. Er möchte über eine Neureglung des Mietspiegels erreichen, dass energetische Sanierungen von Gebäuden nicht mehr zwangsläufig eine Erhöhung der Mieten nach sich ziehen können. „Das nutzt dann der Umwelt und den Menschen“, sagt Warnecke, der auch auf Platz 40 der Landesliste antritt.

Mit einem Gesamtergebnis von 9,6 Prozent lagen die Grünen bei der letzten Bundestagswahl in Düsseldorf deutlich über dem bundesweiten Ergebnis von 8,4 Prozent. Warnecke und Elsholz stellen die Weichen klar in Richtung Mitregieren: „Klima- und Umweltschutz sind die Themen, von denen unsere Zukunft abhängt“, so Elsholz. Allerdings sagt sie auch: „Es wird nicht leicht, mit CDU und vor allem der CSU auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.“

Ab Freitag wollen die Grünen in Düsseldorf 3200 Plakate aufhängen; das sind deutlich mehr als bei der Landtagswahl, da waren es 2700 Stück.