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Digitale Verunsicherung: Vom Smarthome, das uns nicht reinlässt

Digitale Verunsicherung : Vom Smarthome, das uns nicht reinlässt

Akku leer, Handy aus und Haustüre zu. Problem: Die Alarmanlage meines Smarthomes lässt sich nur mit der App ausschalten. Sonst geht beim Öffnen die Sirene los. Dafür stehen Sensoren und Geräte miteinander in Funkverbindung.

Doch mein Smarthome kann noch mehr: Steht ein Fenster auf, wird automatisch die Heiztemperatur reduziert.

Per Handy lassen sich Lampen, Heizung und elektronische Geräte wie TV-Recorder oder Waschmaschine auch von unterwegs steuern. Und das Smartphone zeigt auch, was die Sicherheitskamera sieht: Beispielsweise den Haushund, der durchs Zimmer streift. So ist der Besitzer eines Smarthomes auch unterwegs bestens informiert: Wer Zuhause das richtige Equipment hat, braucht gar nicht heimzukommen.

Das hört sich sicher an und soll es sein. Das Smartphone gibt Kontrolle übers Smarthome; allerdings nur, solange die installierten Sensoren, Bewegungsmelder und Webcams funktionieren. Ein Ausfall im Netzwerk macht Schluss im Datenfluss. Wenn das Smartphone uns dann nicht automatisch warnt, freut sich der Einbrecher: Er braucht nur den Netzstecker zu ziehen, dann ist Funkstille und unser Kontakt zu den heimischen Sensoren und Kameras verloren.

Doch auch fehlende DSL-Bandbreite ist ein Problem. Da stottern die Livevideos und die miserable Qualität der Kamera lässt uns stocken: Einen Dieb könnten wir zwar beobachten, aber nicht identifizieren. Was wir nicht sehen, ist der Hacker, der uns übers Internet zuschaut. Kriminelle Netzwerker müssen nicht einmal herkommen, um mit dem geklauten Passwort in unsere Privatsphäre vorzudringen.

Und während mir das durch den Kopf geht, stehe ich noch immer mit gezücktem Handy, aber ohne Strom vor meiner geschlossenen Eingangstür. Falsches Timing: Um die Alarmanlage zu entschärfen, hätte ich da sein müssen, solange das Smartphone noch läuft. Die Lösung: Ich klingle nebenan und hänge mein Handy ans Netzteil des Nachbarn. Und während es lädt, bleibt uns Zeit für einen kleinen Plausch. So dient das Handy wieder der Kommunikation.