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Samsung Galaxy Note 8.0 im Test: Das Smartphone, das ein Tablet ist

Samsung Galaxy Note 8.0 im Test: Das Smartphone, das ein Tablet ist

Mit dem Galaxy Note 8.0 will Samsung die Lücke zwischen Tablets und Smartphones schließen und dem iPad Konkurrenz machen. Zumindest ein gutes Tablet ist den Koreanern gelungen. Wir haben es eingehend getestet.

Auf den ersten Blick löst Samsungs Galaxy Note 8.0 ein wenig Ratlosigkeit aus. Was ist es nun? Ein Smartphone? Ein Tablet? Beides? Mit acht Zoll (20,3 Zentimeter) Bildschirmdiagonale und einem Gewicht von 345 Gramm ist es eigentlich zu groß für ein Telefon. Doch wenn es dann ganz unerwartet klingelt und man es sich zum Telefonieren ans Ohr hält, kommen leichte Zweifel am Tablet-Status des Note auf. Also doch beides?

Die Hardware

Im Inneren von Samsungs Galaxy Note 8.0 arbeitet ein Vierkernprozessor mit 1,6 Ghz, dazu gibt es zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und bis zu 32 Gigabyte internen Speicher. Das reicht für einen zügigen Betrieb ohne Aussetzer, sogar bei aufwändigen Programmen wie dem 3D-Spiel „Iron Man 3“. Der Speicher lässt sich per Micro-SD-Karte um bis zu 64 Gigabyte erweitern.

Der Bildschirm des Note ist keine große Offenbarung. Zwar liefert er mit 1280 zu 800 Pixeln HD-Auflösung, mit dem bloßen Auge sind aber einzelne Pixel leicht auszumachen, Schrift wird nicht wirklich scharf dargestellt. Dafür ist das Display schön hell, zeigt leuchtende Farben an und reagiert schnell.

Eine besondere Funktion des Note 8.0 ist, dass es tatsächlich auch ein Telefon ist. Und dazu noch ein ziemlich brauchbares, wenn man die fassungslosen Blicke der Menschen um einen herum aushalten kann, sobald man es sich ans Ohr hält. „Irgendwie komme ich mir ganz schön blöd vor mit dem Riesenteil“, urteilt eine Kollegin spontan beim Test. Und die Größe des Note fordert ihren Tribut. Ein Ohrenschmeichler ist das Tablet nicht. Dafür sind Empfang und Sprachqualität einwandfrei. Auch sonst überzeugt das Tablet im mobilen Einsatz mit bis zu 21 Megabit mobilem Internet, GPS für Navigation und flottem W-Lan.

Während man inzwischen auf der Straße immer mehr Menschen sieht, die ihre Tablets als übergroße Kamera benutzen, besteht diese Gefahr beim Note 8.0 vermutlich nicht. Samsung hat dem Tablet/Smartphone-Hybriden zwar zwei Kameras spendiert, aber selbst die 5 Megapixel Hauptkamera liefert allenfalls mittelmäßige Fotos.

Erfreulich ist dafür die Ausdauer. Samsungs Galaxy Note 8.0 hat einen riesigen 4600 Milliamperestunden-Akku verbaut, der das Gerät selbst im Dauereinsatz locker über den Tag bringt. Im mehrwöchigen Alltagstest waren bis zu drei Tage ohne Aufladen drin. Verzichtet man auf die Telefonfunktion des Note, hält die Batterie sogar noch länger.

Die Software

Samsung hat auf dem Galaxy Note 8.0 bereits eine Vielzahl von Apps vorinstalliert. Neben den umfangreichen Produktivitätsprogrammen für den S-Pen gibt es ein Officepaket, einen Ebook-Reader, Kalender, Organizer und sonstige hilfreiche Programme. Dazu liefert Samsung natürlich Zugang zum eigenen Appstore und den hauseigenen Video- und Musikangeboten. Über Googles Play Store lassen sich mehr als 700 000 weitere Programme herunterladen.

Den Startbildschirm des Note 8.0 kann man sich mittels diverser Widgets im Handumdrehen personalisieren. So lassen sich dann etwa Nachrichten, Facebook- Nachrichten der Freunde oder der Kalender direkt und ohne Umwege abrufen.

Nach wie vor verbesserungswürdig ist die Sprachsteuerung per S Voice. Sie noch immer nicht mit Apples Siri mithalten. Namen werden falsch verstanden, Befehle nicht immer umgesetzt. S Voice ist keine Alternative zu Finger oder S-Pen.

Der Alltagseindruck

Das Galaxy Note 8.0 liegt gut in der Hand. Ob man nun im Internet unterwegs ist, Nachrichten verschickt oder sich einen Film anschaut, das erfreulich dünne und mit 345 Gramm auch recht leichte Galaxy Note 8.0 ist auch bei langer Anwendung nicht zu schwer. Wie bei Samsung üblich, besteht es rundum aus Polycarbonat. Das sorgt nach einigen Minuten für schwitzige Hände am Tablet.

Rein optisch erinnert das Note 8.0 an ein übergroßes Galaxy S3. Und auch bei der Bedienung gibt es keinen Unterschied zu anderen Smartphones des koreanischen Herstellers. Über Googles Android-Betriebssystem hat Samsung seine eigene bunte TouchWiz-Oberfläche gelegt — soweit also keine Überraschungen. Zusätzlich zur Bedienung per Touchscreen hat Samsung dem Note 8.0 einen S-Pen genannten Stift spendiert. Der ist in einer Öffnung an der Unterseite des Gerätes versteckt und eröffnet ganz neue Möglichkeiten.

Handschriftliche Notizen, Skizzen, schnelle Bearbeitung von Dokumenten — der S-Pen macht es möglich und erleichtert das Arbeiten enorm. Das Note 8.0 wird so kurzerhand zum Notizblock. Im Gegensatz zu den meisten Stiften für Apples iPad sind mit dem S-Pen auch feinste Striche möglich. Eine Vielzahl an Apps und Dokumentvorlagen bieten viele Möglichkeiten, den Stift auch sinnvoll einzusetzen.

Das Note 8.0 lässt sich auch gut als Plattform für Ebooks nutzen — drei Klassiker von Eichendorff, Lessing und Goethe sind bereits vorinstalliert. Dank seines geringen Gewichts und des guten Ebook-Readers mit Lese-Modus für das Display gestaltet sich das Lesen von Büchern unterwegs angenehmer als auf dem viel schwereren iPad.

Fazit

Das Samsung Galaxy Note 8.0 ist tatsächlich beides. Ein gutes Tablet und ein brauchbares Smartphone — allerdings ist es für den täglichen Einsatz als Telefon viel zu groß. Wer hält sich schon gerne in der Bahn ein Tablet ans Ohr — es dauerte im Test keine drei Sekunden, bis einen erste Blicke trafen. Mit einem dezenten Headset sah die Sache schon ganz anders aus.

Im direkten Vergleich mit anderen Tablets dieser Größe, seien es Android-Modelle oder Apples iPad und iPad mini, besticht es durch flotte Hardware, den wirklich nützlichen S-Pen und die Telefonfunktion. Bei einem Preis von, je nach Modell zwischen 400 und 600 Euro, gehört es allerdings auch zu den teureren Geräten am Markt.