Rettungsaktion für die Kastanienallee in Leverkusen

Beschluss der Bezirksvertretung : Symbolische Baumpflanzung steht für Rettung der Allee

Rund 100 Jahre alten Bäume sind krank und brauchen bald Ersatz.

Die Kastanienallee darf nicht sterben, darin sind sich alle einig. Doch über den Rettungsplan gab es Diskussionen. Nun hat die Bezirksvertretung mit einem Beschluss den Weg freigemacht für eine Aktion von Politik, dem Fachbereich Stadtgrün und dem Veranstalter der Bierbörse, Werner Nolden. Der Opladener hatte angeboten, bei der Aufforstung der Allee, die alljährlich zum Schauplatz der Bierbörse gehört, auch finanziell zu helfen.

In ihrem Beschluss vom Dienstag begrüßt die Bezirksvertretung 2 die Initiative Noldens und beauftragt die Verwaltung, mit ihm ein Nachpflanzungskonzept für das Opladener Naturdenkmal aufzustellen. Noch in diesem Herbst soll der erste Baum als symbolischer Akt zum Start für weitere Nachpflanzungen in die Erde gebracht werden. Auch genehmigte die BV in einem weiteren Beschluss die Fällung einer kranken Rosskastanie der Allee.

Die rund 100 Jahre alte Kastanienallee ist schwer krank. In den vergangenen Jahren mussten immer wieder Bäume gefällt werden. Auch wurden Rückschnitte vorgenommen. „Ein Teil der Nachpflanzungen ist wieder abgestorben“, heißt es in einem Verwaltungspapier: „Neben der bei fast allen Kastanien im Stadtgebiet festgestellten Kastanien-Miniermotte wurden auch die Pseudomonas-Krankheit, der Brandkrustenpilz und weitere holzzersetzende Pilzarten festgestellt.“ Die Pseudomonas-Erkrankung beruht auf einem Bakterium, das das unter der Rinde liegende Kambium zerstört und so zum Absterben ganzer Baumkronen führt. Laboranalysen sollen Gewissheit über den Befall mit Pseudomonas bringen. Ergebnisse liegen noch nicht vor. Der Brandkrustenpliz gefährdet durch massiven Holzabbau an Stamm und Wurzel die Standfestigkeit der Bäume.

Die Nachpflanzungen sollen genau in den Lücken erfolgen

Nach einer von der Verwaltung vorgeschlagenen Vorgehensweise sollen Nachpflanzungen erst erfolgen, wenn es ausreichend große Lücken gibt, um so ein einheitlicheres Gesamtbild zu erhalten. Bei der Frage der Baumart will sich die Verwaltung noch nicht abschließend festlegen. Rosskastanien scheiden wegen ihrer Anfälligkeit gegen die genannten Baumkrankheiten aus. Auch standortgerechte Baumarten wie Esskastanie, Platane oder Ahorn seien im Zusammenhang mit Klimaveränderungen ebenfalls krankheitsanfällig. Möglicherweise kommt die Linde in Betracht. „Die Vertagung der Entscheidung für eine Baumart birgt die Möglichkeit, in Zukunft eine Lösung zu finden, die heute noch nicht absehbar ist“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Und weiter: „Da sich in der Kastanienallee in Opladen derzeit keine so großen Lücken auftun, die sofortiges Handeln erfordern, ist eine Entscheidung jetzt nicht notwendig.“