Grünes Dreiländereck: 25 Gärten ohne Grenzen

Merzig (dpa/tmn) - Es gibt Gartenfreunde, die gar nicht genug bekommen können. Im Dreiländereck zwischen dem Saarland, Luxemburg und Frankreich sind sie richtig. Dort locken 25 Gärten ohne Grenzen. Die einen lassen Hunderte Blumen blühen, die anderen geben sich barock.

„Und nun betreten wir unser nächstes Gartenzimmer, den Rosengarten“, erläutert Ulrike Heffinger den Besuchern des Gartens der Sinne. Elf verschiedene Räume hat das parkähnliche Areal, das auf einem ehemaligen Acker auf dem Bergrücken oberhalb von Merzig an der Saar entstand. Der Garten der Sinne ist einer von 25 Gärten im Dreiländereck Saarland, Lothringen und Luxemburg, die als Gärten ohne Grenzen Blumenfreunde begeistern.

Zwischen dem lothringischen Bitche und dem Luxemburger Moseldorf Schengen sind die Gärten zu beiden Seiten der deutsch-französischen Grenze angesiedelt. „Die drei ersten Anlagen entstanden 1998: der Barockgarten in Perl, der Staudengarten in Weiskirchen und der Merziger Garten“, erzählt Ulrike Heffinger, die als Projektleiterin die Gärten ohne Grenzen betreut.

Bei einer Rundreise durch das Dreiländereck fasziniert die unterschiedliche Gestaltung der Gärten - strenge Formen weisen beispielsweise die beiden Barockgärten in Perl und Schengen auf, weite Grünflächen mit Blumenwiesen prägen hingegen den Beckinger Saargarten am Ufer der Saar. Mancher Besucher kommt auch in die Nähe von Metz nach Scy-Chazelles zum Garten von Robert Schuman, einem der Väter Europas. Der französische Außenminister der Jahre 1948 bis 1952 soll bei Mußestunden im heimischen Grün über die Chancen für ein geeintes Europa nachgedacht haben.

Farbenfrohe Pracht zeigt bis Oktober der Staudengarten von Weiskirchen mit fast 10 000 Pflanzen, Stauden, Strauchrosen und Rosenhochstämmen. Eine der mit 1500 Quadratmeter kleinsten Anlagen ist der barocke Garten des Schlösschens in Dagstuhl bei Wadern. Streng symmetrisch angelegt ist der Kräuter- und Barockgarten vor dem Hotel „Château de Schengen“ in dem Luxemburger Moseldorf.

An der rekonstruierten Römischen Villa Borg in Perl-Borg sind sechs authentische römische Gärten entstanden. Aus seinem Dornröschenschlaf wurde der Forstgarten am Jagdschloss in Karlsbrunn geholt. „Die Anlage war jahrelang nicht bewirtschaftet und verwildert“, berichtet Heffinger. Doch ab 2005 wurde Areal am einstigen Lustschlösschen des Fürsten Ludwig von und zu Nassau-Saarbrücken zu neuem Leben erweckt. Heute spazieren die Besucher vorbei an Staudenbeeten und alten Gehölzen, bevor sie auf einem Serpentinenpfad zum Aussichtsplateau in der Hangwiese gelangen.

Der Park der Vier Jahreszeiten lädt rund ums Jahr zum Besuch ein. Wo früher dichter Douglasienwald bis ans Ufer des Losheimer Stausees heranreichte, entstand auf 50 000 Quadratmetern ein großzügiges Areal. Es gibt viel zu entdecken: blühende Staudenbeete und Wiesenterrassen sowie immergrüne Gräser, den Hain der alten Douglasien und am See den Ufergarten mit Iris und Taglilien.

Informationen:

Tourismus Zentrale Saarland, Franz-Röder-Straße 17 66119 Saarbrücken, Telefon: 0681/9 27 200, E-Mail: [email protected]

Projektbüro Gärten ohne Grenzen, Ellerweg 11, 66663 Merzig, Telefon: 06861/91 10 68, E-Mail: [email protected]