Wo Kate „Ja“ sagte: Die weißen Highlands in Kenia

Nanyuki (dpa/tmn) - Ende April fahren Abertausende Royalisten nach London, um die Trauung von Prinz William und Kate Middleton zu sehen. Romantischer ist wahrscheinlich eine Reise nach Kenia - zu den Orten, wo der Prinz die Hochzeit des Jahres anbahnte.

Der funkelnde Sternenhimmel Afrikas, ein flackerndes Lagerfeuer, die Geräusche kreischender Affen, grummelnder Elefanten oder der ferne Schrei eines Löwen im nächtlichen Busch - das kann schon sehr romantisch sein. Diesen Gedanken mag auch Großbritanniens Thronerbe, Prinz William, im Hinterkopf gehabt haben, als er seiner künftigen Prinzessin Kate nahe des Mount Kenya den Heiratsantrag machte.

Kenia war zuvor schon ein besonderes Land im Leben von Prinz William. Hier verlebte er sein „Gap Year“ zwischen Schule und Universität bei anglokenianischen Freunden im privaten Wildreservat der Craig-Familie, fernab von Hof-Paparazzi und den Royal-Pflichten. Seitdem ist er mehrmals zurückgekehrt in die Lewa Downs inmitten der „weißen Highlands“. Die Gegend gleich nördlich des Äquators ist geprägt von den Großfarmen der Nachkommen britischer Siedler.

Wer auf den Spuren des berühmten Liebespaares wandeln will, sollte gut bei Kasse sein. Die Unterkünfte in der Lewa Wildlife Conservancy sind teuer. Die Tagesmiete für die Rotundu-Blockhütten, wo Kate „Ja“ gesagt haben soll, beträgt 460 US-Dollar (330 Euro) - vorausgesetzt, die Besucher kochen selbst. Im Lewa Safari Camp und im Lewa House muss der Gast 460 beziehungsweise 480 Dollar pro Person und Nacht bezahlen.

Bei diesen Preisen versteht es sich, dass Besucher nicht fürchten müssen, auf Pirschfahrten vor allem Minibusse mit anderen Urlaubern zu Gesicht zu bekommen. Stattdessen können sie in Begleitung erfahrener Wildhüter ausreiten oder zu Fuß auf Pirsch gehen - allerdings nur mit dem Fotoapparat. Anders als andere afrikanische Länder hat sich Kenia dem Naturschutz verschrieben und verzichtet auf Jagdtourismus.

Zu sehen gibt es viel - Lewa liegt auf einem weiten Hochplateau im Bezirk Laikipia. In der Ferne ist der schneebedeckte Gipfel des Mount Kenya zu sehen - wenn nicht Wolken die Spitze des zweithöchsten Berges Afrikas verbergen. Mit ein bisschen Glück laufen Besuchern die „big five“ vor die Kameras: Elefanten, Löwen, Leoparden, Büffel und Nashörner.

In den privaten Reservaten im Laikipia-Distrikt leben die meisten der in Kenia heimischen Spitzmaul- und Breitmaulnashörner. In der nahe liegenden Solio-Ranch gelang es, die bedrohten Tiere zu züchten. Die Zusammenarbeit mit der staatlichen Naturschutzbehörde KWS ist eng. Dutzende Tiere wurden in den vergangenen Jahren in kenianischen Nationalparks wie Nairobi, Tsavo oder Nakuru ausgewildert.

Das wohl spektakulärste Auswilderungsprojekt ist derzeit im privaten Ol Pejeta Reservat im Gang. Im dortigen Sweetwaters Camp war Prinz William auch schon öfter zu Gast. Ol Pejetas Wildlife Manager Batian Craig ist ein Freund des englischen Thronerben. Seit Dezember 2009 ist Ol Pejeta aber auch die Heimat von vier Nördlichen Breitmaulnashörnern, die aus einem tschechischen Zoo nach Kenia gebracht wurden.

Die Wildhüter hofften, dass die Tiere unter natürlichen Bedingungen ihre Paarungslust entdecken. „Im Zoo lebten sie wie Geschwister zusammen“, sagt Batian Craig. „Hier können sie auch vom Beispiel ihrer wilden Verwandten lernen.“ Nashornnachwuchs wäre eine Sensation, denn in freier Wildbahn gelten die Nördlichen Breitmaulnashörner als ausgestorben.

Anders als in den Nationalparks sind in privaten Reservaten wie Ol Pejeta oder Lewa auch nächtliche Pirschfahrten erlaubt. Man sollte aber nur mit guten Scheinwerfer aufbrechen - und in der Finsternis einer Nacht im afrikanischen Busch noch langsamer fahren als tagsüber. Denn selbst Elefanten tauchen oft urplötzlich in den Scheinwerferkegeln auf.

Wer nicht das nötige Kleingeld für die private Blockhütte von Prinz William hat, kann das Pelican House buchen, die einzige Unterkunft für Selbstverpfleger in Ol Pejeta. Das ehemalige Haus des Chefwildhüters liegt an einem Wasserloch, schon in den Morgenstunden kann man Büffel, Antilopen oder das heimische Nilpferd beobachten.

Vergleichsweise günstig ist auch ein Tagesbesuch in den privaten Reservaten vom nahe gelegenen Naro Moru aus. Die kleine Stadt ist auch der wichtigste Anlaufpunkt für Bergsteiger, die den Mount Kenya erklimmen wollen. Unterkünfte sind hier deutlich preiswerter als auf den Highland-Ranches - und bieten oft auch koloniale Siedlerromantik am offenen Kamin.

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