Weg vom Trubel: Florenz kann ganz gemächlich sein

Florenz (dpa/tmn) - Florenz ist auch in der Nebensaison brechend voll. Zwischen Dom und Ponte Vecchio treten sich die Touristen gegenseitig auf die Füße. Das muss nicht sein: Florenz hat auch andere Seiten.

Nur ein paar Straßen weiter ist es deutlich ruhiger - und grüner.

Die Menschenschlange vor der Kunstgalerie in den Uffizien ist lang. Sehr lang. Auch rund um den Dom ist es brechend voll. Überall stehen und staunen Touristen. In den Gassen von Florenz drängeln sich zwischen Dom, Uffizien und Vecchio-Brücke auch in der Nebensaison unzählige Besucher. Doch die Hauptstadt der Toskana hat noch mehr zu bieten als diese überlaufenen Attraktionen in der Altstadt. Etwas abseits der Touristenzentren kann sich Florenz von seiner ruhigen und gemächlichen Seite zeigen.

Dazu gehört auch ein Frühstück am späten Vormittag. Kurz nach zehn ist dafür die beste Zeit. Dann drängen viele Florentiner aus ihren Büros für eine kurze Pause in eines der Cafés, zum Beispiel das alterwürdige Sieni neben der Markthalle. An der Holztheke stehend bestellen sie einen Espresso und ein süßes Brötchen und nutzen die Gelegenheit, die Arbeit der hauseigenen Konditoren zu bestaunen. In der Glasvitrine liegen die kuppelförmige Zuccotto-Torte, baiserartige Meringa, Frittelle - Schmalzgebäck in Bällchenform - und die berühmte Torta della Nonna: „Omas Kuchen“, der angeblich hier erfunden wurde.

Der trubelige Innenstadtkern lässt sich anschließend bestens mit einem Bus der Linie 13 umgehen. Er startet in der Nähe des Sieni, am Hauptbahnhof, und rattert über den Altstadtring durch typische Wohngegenden von Florenz. Im Vergleich zur Gegend rund um den Dom, wo unzählige Geschäfte und Stände um Touristen buhlen, wirkt es etwas abseits schon fast wie ausgestorben.

Der Bus fährt bis zum Piazzale Michelangelo auf der anderen Seite des Arno-Flusses. Die Piazzale liegt auf einem kleinen Berg, so dass man von dort aus einen wunderbaren Blick über Florenz hat. Direkt vor einem der Arno, etwas weiter entfernt die Ponte Vecchio und der Dom, dessen gigantische Ausmaße erst jetzt richtig zur Geltung kommen.

Von der Piazzale Michelangelo führen schmale Straßen Richtung Ponte Vecchio. Und sobald es dort wieder zu hektisch und voll wird, kann man schon wieder abbiegen und zum Palazzo Pitti spazieren. Dahinter verbirgt sich der Giardino di Boboli: der Boboli-Garten.

Darin verschmelzen kleine Gärten zu einem großen Gesamtkunstwerk, Rosenmeere liegen in der Nähe von gigantischen Zypressen, und dazwischen entdeckt man immer wieder Skulpturen und Teiche. Im Sommer spenden die uralten Bäume des Parks Schatten, und auf den Pfaden verteilen sich die Besuchermengen auf angenehme Weise.

Die Piazza Santo Spirito ist ein beliebter Treffpunkt bei jüngeren und älteren Florentinern. Bars und Restaurants rund um den Platz sind schon am frühen Abend voll. Die einen trinken einen Absacker, die anderen stärken sich mit einem üppig belegten Focaccia-Sandwich oder einer Pizza. Wieder andere sind schon beim Nachtisch und tunken das für die Region typische Cantuccini-Gebäck in süßen Dessertwein.

So langsam wird es nun im Altstadtkern etwas ruhiger. Deswegen lohnt sich dann auch ein Bummel zurück zur Stadthälfte nördlich des Arno. Auf dem Weg dorthin kann man sich in der Gelateria Santa Trinita an der gleichnamigen Brücke ein Eis mitnehmen. Während die gerösteten Sesamkörner im Mund knuspern, kann man den Gang über die Vecchio-Brücke und ihre Büdchen sowie den Anblick des Doms genießen - mit spürbar weniger Besucher-Konkurrenz als tagsüber.

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