Locker am Louvre entlang - Fränkin joggt mit Paris-Touristen

Locker am Louvre entlang - Fränkin joggt mit Paris-Touristen

Paris (dpa) - Paris im Laufschritt. Die deutsche Journalistin Lea Hofmann rennt mit Touristen durch die französische Hauptstadt. Zwischen Eiffelturm, Louvre und Triumphbogen kann schon mal die Luft knapp werden.

Lea Hofmann läuft gern. Und sie liebt Paris. Für Touristen und Einsteiger in der französischen Hauptstadt zieht die 33-Jährige regelmäßig die Joggingschuhe an. Knapp 11 000 kurzweilige Meter umfasst der Rundkurs von Eiffelturm bis Trocadero, den die gebürtige Fränkin im Laufschritt absolviert.

Kilometer NULL: Unterm Eiffelturm ist Treffpunkt. Hoffmann erklärt der kleinen Lauftruppe die Strecke. „Wir sind eine Gruppe, der Langsamste bestimmt das Tempo“, sagt sie. Schnell noch ein paar Informationen zum 324 Meter hohen Wahrzeichen von Paris - ab geht's.

Kilometer EINS: Am Quai d'Orsay auf der linken Flussseite macht Hofmann in den ersten Streckenminuten die Lauftruppe im lockeren Dialog bekannt. Beim Premierenlauf von „Sightrunning Paris“ sind Nicolas Cahen und Anthony da Cruz dabei. Die beiden 27-Jährigen sind gerade aus dem Ardennen-Ort Charleville-Mézières nach Paris gezogen.

Kilometer ZWEI: Das linke Seineufer wird derzeit neu gestaltet. Hier ergeben sich beeindruckende Blicke auf die Silhouette der Stadt. Hofmann verpackt Infos in kleine Quizspiele. 37 Brücken überqueren die Seine in Paris, und der Fluss ist wie lang? „13 Kilometer durch das Stadtgebiet.“

Kilometer DREI: Mit René Descartes („Ich denke, also bin ich“) lockt die Laufführerin im Intellektuellenviertel Saint-Germain-des-Prés durch den philosophischen Teil der Strecke. Mitläufer Cahen: „Ich mag ihre Anekdoten zu den Abschnitten.“

Kilometer VIER: Meist samstags führen die Lauftouren durch die französische Metropole. Im von Boutiquen geprägten sechsten Arrondissement kommen sich Einkaufswillige, Touristen und Laufgruppe schon mal in die Quere. Zur Belohnung gibt es an Saint Michel ein Päuschen mit Blick auf Notre-Dame - nebst Wasserflasche aus Hofmanns Rucksack.

Kilometer FÜNF: Vor gut vier Jahren zog es die Diplomsoziologin von Heidelberg „aus Liebe zu Paris“ an die Seine. Schon in Deutschland hat sie Lauftouren abgeboten. Nun heißt das Rathaus am Wegesrand allerdings „Hôtel de ville“.

Kilometer SECHS: „Fitness spielt eine immer größere Rolle in den Hotels der Touristen“, erläutert Hofmann. Sie sollte es wissen, die Journalistin arbeitet in Paris für eine Reisewebsite. Der Louvre mit Warteschlangen vor der Glaspyramide wird zur kurzen Wegmarke.

Kilometer SIEBEN: „Die Strecke ist konzipiert für Touristen, nicht für Geschichtslehrer aus Paris“, sagte Hofmann. Und so reduziert sich André Le Nôtres Gartenarchitektur im Jardin des Tuileries rasch auf sehr menschliche Bedürfnisse auch beim Joggen. „Ein Gang zur Toilette ist frei“, sagt die Laufguide und drückt jedem ein 50-Cent-Stück für den kleinen Abstecher in die Hand.

Kilometer ACHT: Zum Ende der Strecke geht die leichte Steigung der Champs Élysées direkt in die Schenkel. Derweil spricht Hofmann heute Französisch. Möglich wären auch Deutsch oder Englisch. Aber: „Eine Sprache für die ganze Gruppe ist am einfachsten.“

Kilometer NEUN: Beim Arc de Triomphe schnell noch ein paar Infos mit Blick auf den zentralen Ort der wichtigsten französischen Feierlichkeiten - von Tour de France bis Nationalfeiertag.

Kilometer ZEHN: Den Paris-Marathon hat Lea Hofmann in diesem Jahr in gut viereinhalb Stunden hinter sich gebracht. Auf dem letzten Abschnitt im mondänen 16. Arrondissement wird noch mal ein bisschen Tempo gemacht. Da kann die Luft dann schon etwas knapp werden.

Kilometer ELF: Trocadero, das Ziel ist erreicht. Abschluss einer sportlichen Paristour: Muskeln dehnen mit Blick auf den Eiffelturm.

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