Flughäfen: Sauna statt Wartehalle

Wer nicht auf unbequemen Plastikstühlen die Zeit totschlagen will, hat viele Alternativen — von Lounge bis Spa.

Düsseldorf. Unbequem, hektisch und laut: Das Warten am Flughafen kann zermürben. Doch niemand muss seine angespannten Nerven durch weinende Kinder und Handygespräche seines Sitznachbarn weiter strapazieren lassen. Viele Angebote der Airports helfen, aus der Not eine Tugend zu machen. Wer seine Wartezeit sinnvoll überbrücken will, hat auf vielen Flughäfen die Wahl.

Die geübten Hände eines Masseurs auf dem Rücken — wer in Helsinki auf seinen Anschlussflug wartet, kann die Zeit glamourös im „Finnair Via Spa“ vertrödeln. Neben Streicheleinheiten für die vom Flugsitz geplagte Muskulatur gibt es auch einen Pool und vier verschiedene Sauna-Typen — der Gast ist schließlich in Finnland.

Der Service steht allen Transfer-Reisenden, die von Europa nach Asien fliegen, zur Verfügung. „Ich habe von Leuten gehört, die ihren Flug extra so legen, dass sie hier ein paar Stunden verbringen können“, erzählt der Luftfahrtexperte Andreas Spaeth aus Hamburg.

Wer in Island Zeit totschlagen muss, kann sich zu einer der berühmten heißen Quellen der Insel fahren lassen. „Etwa 20 Minuten vom Flughafen Keflavik entfernt liegt das Naturbad ‘Blue Lagoon’, das von Einheimischen wie Durchgangsreisenden besucht wird“, erklärt Ute Zimmer von der Fluggesellschaft Icelandair in Frankfurt. Während der Besucher im Badewannen-warmen Wasser liegt, kann er sich massieren oder einfach dahintreiben lassen.

Am Frankfurter Flughafen wartet das „Palace Day Spa“ mit entspannenden Angeboten auf durchreisende Besucher. Die Massagen und Beauty-Anwendungen dauern nicht lange, sind auf die knappe Zeit der Transitpassagiere abgestimmt.

Duftende Essenzen und eine harmonische Atmosphäre lassen Flugstress vergessen. „Kleine Fluchten“ sind auch in München und Hamburg möglich: Hier kann sich der verspannte Reisende zum Beispiel von Masseuren die Muskulatur lockern lassen. Sauerstoffinhalationen und Lichtduschen bietet eine Wellnessbar im Airport Düsseldorf.

An den meisten asiatischen Flughäfen gehören Spas, die von Rückenmassagen bis Sauna alles bieten, zum Standard. Bei den „Skytrax Best Airport Awards 2010“ wurden Singapur, Incheon in Südkorea und Hongkong auf die ersten drei Plätze weltweit gewählt. Am Singapur-Flughafen Changi kann der Passagier sogar in einen Pool auf dem Dach des „Ambassador Transit Hotels“ springen. Dafür muss er nicht einmal Hotelgast sein.

Wer sich lieber mit einem Buch oder Film die Zeit vertreiben will, ist bei einem Zwischenstopp am Amsterdamer Flughafen Schiphol richtig. Dort gibt es eine Flughafenbibliothek mit Büchern, DVDs und CDs in 29 Sprachen. „Der Schwerpunkt liegt auf der niederländischen Literatur“, sagt Alexandra Klaus vom Niederländischen Büro für Tourismus. Aus der Bibliothek kann nichts ausgeliehen werden, aber viele Werke lassen sich gratis downloaden.

Am schönsten wartet es sich in Flughafenlounges. Deren Pforten öffnen sich aber nicht für jeden. In den Luxus einer First Class-Lounge kommt in der Regel nur, wer auch First Class fliegt oder einen gehobenen Status in einem Vielfliegerprogramm erreicht hat.

Wer einmal drin ist, kann sich zurücklehnen. In First Class-Lounges erledigt auf Wunsch oft ein persönlicher Assistent alle lästigen Formalitäten wie Check-In oder Reservierungen. Der Lounge-Gast kann sich am Büfett bedienen, in gesonderten Ruheräumen schlafen, duschen oder fernsehen.

Auch für Business Class-Passagiere gibt es eigene Lounges, die sich nur wenig im Komfort von denen der First Class unterscheiden. Auch hier gibt es Buffet und Getränke kostenlos. Allerdings gibt es hier und da auch Lounges, die den Minimalanforderungen an Design und Komfort nicht gerecht werden: Einfache Stühle statt Sofas, Getränke und Speisen müssen bezahlt werden. Favoriten in Sachen Lounge-Luxus: Etihad Airways und Singapore Airlines.

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