Mit dem Handy auf Kreuzfahrt: Das kann richtig teuer werden

Mit dem Handy auf Kreuzfahrt: Das kann richtig teuer werden

Das Handy mit auf eine gebuchte Kreuzfahrt zu nehmen, ist für viele Leute absoluter Standard. Abgesehen davon, dass sich die meisten Personen über den Empfang an Bord überhaupt keine Gedanken machen, ist dieser oftmals auf wundersame Art und Weise vorhanden. Leider drohen in diesem Kontext unliebsame Kosten, die auf das teure Roaming in den speziellen Schiffsnetzen zurückzuführen sind.

Oftmals werden eigene Mobilfunknetze von den Reedereien betrieben

Das Handy bzw. das Smartphone ist einer der liebsten Begleiter der Deutschen schlechthin. Da liegt es nahe, dass die kleinen Alleskönner selbst im Urlaub bei einer Kreuzfahrt nicht fehlen dürfen. Beachtenswert ist allerdings, dass die Nutzung des Handys an Bord des Schiffes zu sehr hohen Kosten führen kann, denn die Reedereien betreiben oftmals eigene Netze. Über eine Drittanbietersperre bei der Nutzung des Handys nachzudenken, kann sich daher in der Praxis als absolut essenziell erweisen. Mithilfe dieser wird erreicht, dass der Kunde eines Providers nicht mehr mit seiner Telefonnummer bezahlen kann. Um diese Sperre zu aktivieren genügt ein simpler Anruf beim betreffenden Mobilfunkanbieter. Doch wie funktioniert das Internet und der Mobilfunkempfang an Bord eines Schiffes überhaupt?

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1. Auf dem Schiff ist ein Satelliten-Empfänger angebracht
2. Sowohl das Telefon- als auch das Internetsignal empfängt der Satellit
3. Auf dem Schiff wird das empfangene Signal umgewandelt und den Gästen zur Verfügung gestellt

Wer sein Handy auf der Kreuzfahrt wie gewohnt nutzt, kann am Ende des Monats bei der Abrechnung einen Schock bekommen. Foto: Maridav — 763200292 / Shutterstock.com

Hat man bei der Konfiguration seines Smartphones oder Tablets nichts verstellt, so sind diese Geräte üblicherweise darauf ausgelegt, selbständig nach bereits vorhandenen Netzen zu suchen. Wählt man sich in ein solches Netz ein, wird dies auf dem Gerät mit einem „R“ kenntlich gemacht.

Mit Roaming hat man zwar innerhalb der EU problemlos Empfang, muss allerdings mit sehr hohen Zusatzkosten rechnen. Foto: Georgejmclittle — 512000494 / Shutterstock.com

EU-Roaming führt selbst bei erfahrenen Internetnutzern zu Fragen

Die beste Möglichkeit, den Urlaub zu genießen und keine große Handyrechnung zu erhalten, ist ein Verzicht auf das Smartphone. Foto: Maridav — 529240987 / Shutterstock.com

Man könnte nun als Kreuzfahrer meinen, dass das Roaming eine gute Sache ist und prinzipiell liegt man mit dieser Einschätzung auch gar nicht so weit von der Realität entfernt. Allerdings ist bei den meisten Reisenden ein Verständnisproblem im Zusammenhang mit dem EU-Roaming vorhanden, sodass mit nicht sonderlich hohen Kosten kalkuliert wird. Wer mit dem Kreuzfahrtschiff innerhalb der EU unterwegs ist, geht nämlich beinahe automatisch davon aus, dass die entsprechenden Reglementierungen gelten. Das ist jedoch ein fataler Irrtum, denn die Preise, die bei der Nutzung des jeweiligen Schiffsnetzes anfallen, haben mit der Region, in der das Schiff unterwegs ist, gar nichts zu tun:

1. Die Betreiber der Schiffsnetze haben mit den Netzbetreibern aus Deutschland spezielle Abkommen für das Roaming abgeschlossen
2. Diese Tarife gehen in vielen Fällen nicht aus der regulären Preisliste hervor

Welche Preise wirklich bei der Nutzung des Netzes anfallen, können Kreuzfahrer stattdessen aus einem PDF-Dokument entnehmen, von dessen Existenz etliche Reisende nichts wissen. Auf diesem Dokument ist oftmals auch notiert, welche Kosten für die Nutzung von Flugzeug-Netzen anfallen. Der Einfachheit halber werden beide Positionen dort zusammen erwähnt. Zusätzlich zur Verwirrung trägt bei, dass die Schiffsnetze vielfach nicht mit dem Namen der Reederei übereinstimmen.

Auch wer keine Anrufe tätigt muss mitunter mit hohen Kosten rechnen

Abhilfe schaffen kann deshalb praktisch nur der vorherige Blick in die Kostenaufstellung des Providers, wenn man definitiv beabsichtigt, das Schiffsnetz zu nutzen. Nutzen bedeutet übrigens nicht einmal unbedingt, dass man aktiv Anrufe tätigt. Davon sollte man in den meisten Fällen ohnehin die Finger lassen, denn hier können Preise von drei bis sieben Euro für jede angefangene Gesprächsminute berechnet werden. Ob nur volle Minuten oder bereits angefangene bezahlt werden müssen, hängt dabei von der vorhandenen Taktung ab. Mit den Kosten für das Telefonat alleine ist es des Weiteren gar nicht getan, denn hinzu kommt häufig noch eine einmalige Verbindungsgebühr. Unwesentlich besser sieht es bei ankommenden Anrufen aus. Auch hier können je nach Schiffsnetz Kosten anfallen, die sich in einem Bereich zwischen zwei bis sieben Euro pro Minute bewegen. Für das Senden von SMS und die Nutzung des Internets gelten die nachstehenden Werte:

Service Kosten
Versenden von SMS Bis zu ein Euro pro Nachricht
Nutzung des Internets 1,50 Euro bis 2,50 Euro pro 100 kb

Viele Kreuzfahrer ärgern sich völlig zu Recht darüber, dass ein etwaig vorhandenes EU-Datenvolumen nicht in Schiffsnetzen verwendet werden kann. Die genauen Hintergründe hierzu sind jedoch bereits erörtert worden.

Vor Antritt der Kreuzfahrt sollten Schutzmaßnahmen ergriffen werden

Was ist also nun am besten zu tun, wenn man hohe Kosten für das Smartphone oder Tablet auf der Kreuzfahrt vermeiden will? Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, wobei die pragmatischste sicherlich diejenige ist, einfach die Geräte ausgeschaltet zu lassen. Aufgrund hoher Schockrechnungen sind inzwischen sogar manche Provider dazu übergegangen, das Datenroaming in Schiffsnetzen völlig zu deaktivieren. Allerdings ist das bei weitem nicht bei allen Anbietern der Fall. Wer an Bord des Schiffes nicht telefonieren, aber trotzdem auf den Service des Internets nicht verzichten möchte, kann sich mit einem Trick behelfen: Zuerst muss der Flugmodus aktiviert werden und anschließend separat wieder das WLAN. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, kann zusätzlich die SIM-Karte aus dem Gerät entfernen. Leider ist es so, dass die Möglichkeit des Telefonierens auch mit dem internen Kabinen-Telefon nicht wesentlich empfehlenswerter ist:

1. Die Preise hierfür fallen oft so hoch aus wie für diejenigen beim Roaming im Schiffsnetz
2. Selbst Preise für eingehende Telefonate können bis zu zwei Euro pro Minute betragen

Eine echte Alternative ist die Nutzung des Smartphones, wenn man sich zwischenzeitlich an Land befindet. Hier können nicht selten auch bei örtlichen Mobilfunkanbietern günstige SIM-Karten erworben werden.