Bahnanbieter Metronom im Norden mit eigenen Tickets

Bahnanbieter Metronom im Norden mit eigenen Tickets

Buchholz (dpa) - Der Konkurrenzkampf zwischen der Deutschen Bahn und dem Metronom macht es Reisenden künftig schwerer: Die Privatbahn stellt in Niedersachsen, Bremen und Hamburg mehr als 100 eigene Automaten auf mit Tickets, die nicht mehr in allen Bahnen gelten.

Außerdem öffnen in Buchholz, Winsen und Eschede zum Fahrplanwechsel am Wochenende eigene Schalter, teilte Metronom am Freitag (10. Dezember) mit. Zugleich gibt es erstmals eigene Metronom-Tageskarten, die nur in den blau-gelben Zügen gültig sind. Hintergrund für den Start eines eigenen Vertriebs ist auch ein Gerangel der Bahnen um die Aufteilung von Einnahmen aus dem Nahverkehr und um Provisionen.

Praktisch alle Tarife bleiben gleich und für Pendler ändert sich nichts: Ihre Monatskarten gelten wie gehabt in Zügen der Deutschen Bahn und dem Metronom. Auch wer an den neuen Metronom-Automaten einen Regionalfahrschein zieht, fährt wie gehabt und zum gleichen Preis.

Aufpassen heißt es aber bei Tageskarten: Neben dem bekannten Niedersachsen- und Schönes-Wochenende-Ticket bietet Metronom ab sofort eine eigene Tageskarte, die nur in den eigenen Zügen gilt. Ein Umstieg in die S-Bahn in Hamburg, Bremen und Hannover ist damit nicht möglich, auch nicht in Regionalzüge der DB. Dasselbe gilt für die neue Metronom-Fahrradkarte.

Einschnitte gibt es künftig an kleineren Bahnstationen, an denen nur noch Metronom-Züge halten und an denen bisher wie überall DB-Automaten standen. Diese Automaten, an denen auch Fernfahrkarten oder Sparpreis-Angebote für den ICE gekauft werden konnten, werden demnächst abmontiert. Am Metronom-Automaten müssen Reisende nach Köln, München oder anderen Zielen außerhalb des Nordens künftig eine Anfangsfahrkarte für 15 Euro kaufen. Diese wird dann im ICE oder auf dem nächsten Umsteigebahnhof beim Kauf des Fernfahrscheins angerechnet. Fahrkarten für deutschland- und europaweite Reisen soll es indes an zwei der drei neuen Metronom-Schaltern in Winsen und Eschede geben.

Bislang hatte die DB die Fahrkarten für die Metronom-Züge an ihren Automaten mitverkauft und dafür Provision kassiert. Jetzt wendet sich das Blatt: Die Bahn wird für den Verkauf ihrer Tickets an Metronom zahlen müssen.