Wülfrath: Regionalplanänderung: Erste Etappe geht an die Befürworter

Wülfrath : Regionalplanänderung: Erste Etappe geht an die Befürworter

Der Rat hat mit großer Mehrheit dem Verwaltungsvorschlag zugestimmt. Zwei weitere Bereiche könnten folgen.

. Die erste Änderung des Regionalplans beschäftigte die Mitglieder des Stadtrates bei ihrer jüngsten Sitzung. Gegen die Stimmen von Grünen und Linken wurde mit großer Mehrheit beschlossen, der Stellungnahme der Verwaltung zu folgen. Diese sieht vor, die Bereiche westliche Düsseler Straße, südlich Flehenberg und westlich In den Eschen als ASB-Potenzialflächen auszuweisen.

Beschlossen wurde auch ein weiterer Antrag. „Für eine nachhaltige, das heißt ökonomische, ökologische und soziale Stadtentwicklung hat die innerstädtische Entwicklung Vorrang vor der Außenentwicklung. Außerdem wird ab sofort für alle zukünftigen Bauleitplanungen zur Entwicklung von Wohnbauland eine Rentabilitätsrechnung aufgestellt.“ So lautet die Kombination von einem Antrag der CDU und einem der Wülfrather Gruppe. Geprüft werden soll zudem die Aufhebung der Zweckbindung der Gebiete Klinik Aprath und Bergische Diakonie Aprath. Letzteres ist in die Wege geleitet.

Ilona Küchler, Fraktionsvorsitzende der Linken, sagte, wer es mit den kürzlich ausgewiesenen Klimazielen ernst meine, könne der Änderung des Regionalplanes nicht zustimmen. „Wir müssen endlich die Baugebiete entwickeln, die wir haben. Momentan ist Stillstand“, so Ilona Küchler weiter. Sie meint mit Blick auf den Architektenwettbewerb, dessen Ergebnisse am 2. Dezember vorgestellt werden, dass dieser den Druck der Investoren steigern werde. „Es ist für mich unvereinbar, die Entwicklungsmöglichkeiten der Stadt zu beschränken“, meinte der Fraktionsvorsitzende der CDU, Axel Effert. Er wies darauf hin, dass der Rat in dieser Besetzung noch ein Jahr besteht und keiner wissen könne, wie dieser sich nach der Kommunalwahl 2020 zusammenstellt. Sicher sei nur, dass der aktuelle Rat nicht über Baumaßnahmen beschließen werde. Er betonte, dass die CDU die Abstimmung parteiintern freigegeben habe.

„Befremdet hat uns die Bewertung der Flächen“, merkte Stephan Mrstik, Fraktionsvorsitzender der Grünen, an. Ökologische Aspekte hätte keinen Raum. Und: „Wenn man jetzt die Steuereinnahmen braucht, muss man jetzt bauen und nicht in 20 Jahren.“ Es sei ein „Irrsinn, bei schrumpfender Bevölkerungszahl mehr Flächen zu versiegeln“. Aus Wülfrath heraus habe man keinen Bedarf an diesen Wohnflächen. Kleine Kommunen würden gegen Metropolen ausgespielt. „Wir sind nicht alleine auf der Welt. Wir haben auch eine Verantwortung für diese Region“, entgegnete Axel C. Welp (SPD). Düsseldorf sei auch für Wülf­rath ein wichtiger Arbeitgeber. Hans-Peter Altmann (FDP) wiederum sprach von einer strategischen Ausrichtung, eine Entscheidung folge irgendwann. „In den nächsten Jahren wird es dort nichts geben“, ist er sich sicher. „Wir wollen die Ermöglicher sein, am liebsten für die Kinder, die hier mit den Plakaten standen“, sagte Wolfgang Peetz, Fraktionsvorsitzender der Wülfrather Gruppe. Er hatte zuvor die Bürgerinitiative Düssel-West heftig wegen einiger Internetposts kritisiert. Von der Initiative war niemand anwesend (Bericht folgt).