Ratingen: Das Bauprojekt Wallhöfe auf dem Hertie-Gelände fand einhellige Zustimmung im Bezirksausschuss. Lob für die Stadt.

Stadtentwicklung : Wallhöfe: Bezirksausschuss stimmt zu

Die Stadt Ratingen erhielt großes Lob für das Bauprojekt auf dem Hertie-Gelände.

Auf einhellige Zustimmung stießen die Pläne für die Wallhöfe im Bezirksausschuss Mitte: Mit viel Lob für die Verwaltung wurde grünes Licht gegeben für die Entwicklung des Hertie-Haus-Geländes. Im Vorfeld hatte es vereinzelte Kritik an der angeblich zu modernen Archiktur der Gebäude gegeben, die das Hertie-Monstrum ersetzen sollen: Es handele sich um einen ersten Vorentwurf, so Baudezernent Jochen Kral. Weil die Fläche außerhalb der historischen Innenstadt liege, gelten andere Gestaltungsregeln als beispielsweise bei der Architektur der Markthäuser.

Verkauf von Grundstücken unterliege nicht Vergaberecht

Kral erläuterte den von der Verwaltung eingeschlagenen Weg: Eine Ausschreibung sei definitiv bei solchen Projekten nicht vorgeschrieben. „Der Verkauf von Grundstücken unterliegt nicht dem Vergaberecht.“ Es handele sich nicht um einen „Beschaffungsvorgang“, das sei höchtsrichterlich in ähnlichen Fällen bestätigt worden. Den Bau der Tiefgarage werde man wohl ausschreiben müssen. In diesem Fall habe auch das Land geprüft, das etwa 50 Prozent der Abrisskosten bezuschussen will. Hier habe es einen Vorschlag gegeben, der zu „95 Prozent zu unseren Vorstellungen passte“, so Kral. Und die sind klar definiert: Bei einer Befragung von 680 Bürgern kam heraus: Die Bürger vermissen einen Elektronik-Fachmarkt und einen Lebensmittel-Vollsortimenter. Die sollen dort zwingend einziehen, Edeka Kels steht bereits fest. Wenn Baurecht geschaffen ist, sollen weitere Einzelheiten im Kaufvertrag mit Tecklenburg festgelegt werden. Gerold Fahr (CDU) sprach von einem „gigantischen Mangel“, den es zu beheben gelte, um die Attraktivität der City zu erhalten.

Siegfried Aring (Grüne), der sich kritisch zum Vergabeverfahren geäußert hatte, regte mit Hinweis auf die „1,1 Kilogramm schwere Vorlage“ die Erstellung eines Modelles an: „Die Leute haben oft kein Planverständnis.“ Rainer Vogt (BU) sprach von einem „großen Wurf“. Außerhalb des Altstadt-Kernbereiches seien keine historisierenden Fassaden nötig. Die Mischung aus alt und neu gebe es auch in anderen Städten. Die Tiefgarage bedeute eine wichtige Entlastung: Fehlender Parkraum sei der „Pferdefuß für die gesamte Altstadt“. Das ergab auch die Bürgerbefragung: Während die Erreichbarkeit der City mit Rad und ÖPNV als „grün“ eingestuft wurde, vergaben die Autofahrer nur ein „gelb“.

Christian Wiglow (SPD) lobte die ersten Entwürfe als „wesentliche Verbesserung des Status quo“. Er halte die Pläne für eine „städtebauliche Mehrwertsituation“, will aber den vorhandenen Baumbestand gesichert wissen. Gerd Uhde (FDP) lobte die „sehr ordentliche Arbeit“ der Stadt. Die Frage der Stellplätze sei vorbildlich gelöst.

Ebenfalls einstimmig passierte ein Antrag des Jugendrates das Gremium: Der Angstraum Ostpark soll beleuchtet werden. Gerold Fahr (CDU) plädierte für eine Prioritätenänderung: Die Leuchten-Installation (Kosten laut Kral etwa 30 000 Euro) soll der Skate-Anlage an der Poststraße vorgezogen werden. Uhde sagte, dass es „sehr positiv sei, wie sich der Jugendrat für die Belange der Stadt einsetzt“.