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Was steckt hinter dem neuen E10?

Was steckt hinter dem neuen E10?

Der Bio-Sprit verunsichert viele Verbraucher an der Tankstelle. Wir sagen, was die Autofahrer wissen müssen.

Berlin. Das seit Jahresbeginn 2011 verkaufte Biobenzin E10 verunsichert viele Autofahrer. Bis zu 70 Prozent tanken nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbandes weiterhin den alten Kraftstoff. Was Autofahrer über E10 wissen sollten — hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Der neue Bio-Super-Sprit E10 enthält bis zu zehn Prozent Bio-Ethanol und soll den Kohlendioxid-Ausstoß verringern helfen. Seit Jahresbeginn müssen die Tankstellen E10 verkaufen. Die Ölbranche muss dabei 6,25 Prozent ihres Kraftstoffes (gemessen am Energieinhalt) aus pflanzlicher Produktion verkaufen, sonst drohen ihr hohe Strafen.

Autofahrer können Geld sparen — denn E10 ist an der Tankstelle momentan deutlich günstiger als der bisherige E5-Kraftstoff, sagt Frank Brühning vom Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie. „Die Mineralölindustrie will damit einen Anreiz schaffen, den neuen Biosprit zu tanken. Dieser Anreiz besteht im Moment sehr deutlich.“ Die Preise könnten bald allerdings steigen, denn E10 ist in der Produktion teurer als der alte Kraftstoff mit weniger großem Ethanolanteil.

Das ist nach Auskunft von Experten bei allen E10-tauglichen Autos möglich.

Wenn mein Auto den Biokraftstoff nicht verträgt. Für rund zehn Prozent aller benzinbetriebenen Kraftfahrzeuge in Deutschland ist E10 nach ADAC-Angaben nicht geeignet. Durch den höheren Ethanol-Anteil können bei einigen Modellen Motorteile korrodieren und Motordichtungen zerfressen werden. Schon eine einzige Tankfüllung mit E10 kann bei nicht geeigneten Fahrzeugen zu ernsten Schäden führen. Das Auto sollte bei einer Fehlbetankung nicht gestartet werden. Der Tank muss dann leergepumpt werden.

Um sicher zu gehen, lohnt sich ein Anruf beim Hersteller, Händler oder in der Vertragswerkstatt. Welche Autos E10 vertragen und welche nicht, können Kunden auch im Internet erfahren (Hinweis am Ende des Textes).

Das Biobenzin erhöht den Verbrauch: Motoren benötigen mehr Treibstoff, je höher der Ethanolanteil im Sprit ist. „Wir rechnen mit einem Mehrverbrauch von im Schnitt ein bis zwei Prozent“, erklärt Helmut Klein.

Werden Super E10 oder Super Plus E10 angeboten, müssen die bisherigen Sorten mit E5 unbefristet weiterhin im Sortiment bleiben. Ausnahmeregelungen gibt es nur für sehr kleine Tankstellen.

Bislang hat nur Frankreich E10 flächendeckend eingeführt — unter der Bezeichnung „SP95 E10“. Da im Ausland allerdings andere Kraftstoffnormen gelten und auch die Herstellerfreigaben teilweise von denen in Deutschland abweichen, sollte man sicherheitshalber von der Verwendung von E10 außerhalb Deutschlands vorerst absehen.