Umweltzone: Netz wird enger

Umweltzone: Netz wird enger

Ab Januar setzen in NRW 14 Kommunen den Autofahrern Grenzen – der Nutzen ist aber noch nicht bewiesen.

Düsseldorf. Das Netz der Städte mit Umweltzonen, auch der in Nordrhein-Westfalen, wird enger: Die Anzahl der Kommunen, in die Autofahrer nur mit der Umweltplakette einfahren dürfen, steigt Anfang des Jahres bundesweit von 34 auf 40. In Nordrhein-Westfalen werden es, wenn am 1. Januar Münster und Bonn dazukommen, 14 sein. Und am 15. Februar zieht die Neusser Innenstadt nach.

Umweltzonen sind Bereiche, in die wegen hoher Luftschadstoffbelastungen nur solche Autos einfahren dürfen, die bestimmte Abgasnormen einhalten.

Nicht überall werden die Grenzwerte für die Schadstoffbelastung überschritten, so dass es noch keinen entsprechenden Handlungsdruck gibt.

Am entsprechenden Schild (siehe Bild oben). Auf dem Zusatzschild darunter wird kenntlich gemacht, welches Auto mit welcher Plakette weiterfahren darf.

Unterteilt wird in drei verschiedene Plaketten: Die grüne Plakette gibt es für die am wenigsten bedenklichen Fahrzeuge - die mit Benzinmotor und geregeltem Katalysator. Ebenfalls grün gibt es für Dieselfahrzeuge, die entweder mindestens die europäische Abgasnorm Euro-4 erfüllen oder der Euro-3-Norm genügen und mit einem Partikelfilter nachgerüstet sind. Gelbe Plaketten gibt es für Euro-3-Dieselautos und mit Partikelfilter nachgerüstete Euro-2-Dieselfahrzeuge. Nur eine rote Plakette gibt es für Euro-2- und nachgerüstete Euro-1-Dieselwagen.

Das Beispiel Düsseldorf zeigt die Dimensionen auf: Von den knapp 264 453 Autos hatten Mitte Dezember 5077 eine rote Plakette, 19253 eine gelbe und 232095 eine grüne Plakette an der Windschutzscheibe.

Noch lassen die meisten Städte mit Umweltzone alle Fahrzeuge herein, die eine Plakette haben - und sei es auch nur die rote. Doch es wird Verschärfungen geben. Die Stadt Münster zum Beispiel startet bereits mit dieser verschärften Version und lässt nur Fahrzeuge mit grüner oder gelber Plakette in die Umweltzone.

Berlin und Hannover lassen ab Januar nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette passieren. In München dürfen ab Oktober 2010 nur noch Autos mit gelber und grüner Plakette fahren. Ab Oktober 2012 dann nur noch solche mit grüner Plakette. Wann es in Wuppertal oder Düsseldorf zu einer Verschärfung kommt, steht noch nicht fest. Köln plant, Fahrzeuge, die nur eine rote Plakette haben, ab Mitte nächsten Jahres nicht mehr in die Umweltzone zu lassen.

Die Plaketten gibt es bei allen Kfz-Zulassungsstellen. Aber auch bei den Technischen Prüfstellen und amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen sowie bei allen Autowerkstätten, die Abgasuntersuchungen durchführen dürfen. Kosten: etwa 5 Euro.

Keine Plaketten erhalten wegen ihrer hohen Schadstoffemissionen Fahrzeuge mit Benzinmotor ohne geregelten Katalysator und Euro-1-Dieselfahrzeuge.

Hier könnte ein Nachrüsten mit einem Katalysator (beim Benzinfahrzeug) oder einem Rußpartikelfilter (Diesel) weiterhelfen. Dies wird staatlich mit 330 Euro gefördert. Einzelheiten unter

www.umwelt.nrw.de/umwelt/pdf/partikelfilter.pdf.

Es droht ein Bußgeld von 40 Euro plus ein Punkt in der Verkehrssünderdatei. In Düsseldorf beispielsweise wurden seit April rund 11 000 Knöllchen verteilt.

Der ADAC sagt nein. Umweltzonen hätten keinen Einfluss auf die Feinstaubbelastung und führten nicht zu besserer Luft. Der Bund für Umwelt und Naturschutz hält dagegen, die Anfang 2008 geschaffene erste NRW-Umweltzone in Köln habe eine Senkung der Feinstaubbelastung gebracht. Über die Wirksamkeit der Maßnahmen ist eine Studie in Arbeit. Ergebnisse gibt es erst Ende 2010.

Im Internet kommen Sie über einen Link auf die jeweiligen Regelungen der Städte in NRW mit Umweltzonen. Dort finden Sie Einzelheiten zum genauen Verlauf der Umweltzone im Stadtgebiet. Und Tipps, wie sie diese umfahren können.

http://www.umwelt.nrw.de/umwelt/umweltzonen/karte/index.php

Entsprechender Link für die Städte bundesweit:

http://gis.uba.de/website/umweltzonen/start.htm

Mehr von Westdeutsche Zeitung