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Reise: Urlaubsknigge für Pool und Hotel

Reise: Urlaubsknigge für Pool und Hotel

Trinkgeld für den Zimmerservice, Reservieren der Liege am Pool, richtige Kleidung – die wichtigsten Regeln.

Düsseldorf. Das Klischee vom Urlauber am Hotel-Pool, der sich bereits vor dem Frühstück mit Badetüchern seinen Liegestuhl reserviert, kennt wohl jeder. Und ist es anderen Gästen gegenüber unhöflich, im Bikini oder in der Badehose durch die Hotellobby zu gehen? Wie aber verhält man sich richtig, was ist erlaubt und was vielleicht sogar verboten? Wir haben die wichtigsten Fragen zusammengestellt.

"Grundsätzlich darf der Gast seine Liege am Pool reservieren. Das ist vor allem dann in Ordnung, wenn er seinen Platz für eine halbe Stunde verlässt, um einen Drink an der Poolbar zu nehmen", sagt Stefanie Heckel, Sprecherin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Unangemessen und unhöflich sei es jedoch, morgens um 6 Uhr die Liege am Pool zu reservieren.

"Das Frühstücksbüfett kann im Hotelrestaurant oder Frühstücksraum genossen werden. Das beinhaltet aber nicht, dass sich die Gäste Lunchpakete für den Tag zusammenstellen", sagt Heckel: "Das Mitnehmen von Speisen und Getränken aus dem Frühstückrestaurant ist nicht gestattet." Für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es an vielen Rezeptionen heutzutage Schalen mit frischen Äpfeln.

"Sofern es sich nicht um ein Ferienappartement - vielleicht sogar mit kleiner Küche - handelt, dürfen Speisen und Getränke nicht auf das Hotelzimmer mitgenommen werden", sagt Heckel. Wer Durst hat, kann entweder kostenpflichtige Getränke aus der Minibar entnehmen oder sich etwas aufs Zimmer bringen lassen.

"Auf keinen Fall sollte man im Bikini oder in der Badehose durch die Lobby schlendern", sagt Heckel. Auf dem Weg zum Hotelpool sollte der Gast zumindest Bademantel und Badeschlappen tragen oder mit einem Shirt und einer bequemen Hose oder einem Kleid bekleidet sein.

"Welche Kleidung angemessen ist, ist abhängig von der Art des Hauses. In einem Hotel für junge Leute in einem Berliner Szenebezirk gelten andere Regeln als in einem Luxushotel in Baden-Baden", weiß die Expertin.

Auf angemessene Kleidung sollten Urlauber während der Mahlzeiten achten. "Auch hier gilt, dass gegenseitige Rücksichtnahme in einem Hotel unerlässlich ist, damit jeder Gast seinen wohlverdienten Urlaub ungestört genießen kann. So ist zum Beispiel auch beim Frühstück auf eine adäquate, zum Hotel und seinen Gästen passende Kleidung zu achten."

Der Sprung ins Wasser ist besonders nachts verlockend. Davon sollten Hotelgäste aber besser absehen, denn "meistens ist nächtliches Schwimmen im Hotelpool nicht erlaubt. Erstens braucht das Personal Zeit, um den Pool zu reinigen, zweitens könnte es bei Haftungsfragen Probleme geben", so Heckel.

Grundsätzlich ist es erlaubt, schmutzige Wäsche selbst per Hand im Zimmer zu waschen. Allerdings sollte es nicht gleich der gesamte Bestand an Kleidung sein, den man mitgenommen hat. "Niemand wird etwas dagegen sagen, wenn ein T-Shirt im Waschbecken gewaschen wird und dann im Bad aufgehängt wird. Das Waschen von Kleidung wird allerdings dann zum Problem, wenn eine Wäscheleine quer durchs Zimmer gespannt wird und durch die tropfende Wäsche möglicherweise Möbel, Tapeten oder der Fußboden beschädigt werden", sagt Heckel. Deshalb bieten viele Hotels einen Wäscheservice an, auf den der Gast zurückgreifen kann.

Ob Trinkgeld oder nicht - das entscheidet der Gast allein. Das gilt auch für die Höhe des Dankeschöns. Der Dehoga gibt hier keine Empfehlungen.

Es gehört zu den Aufgaben des Personals, jedes Zimmer aufzuräumen und zu reinigen. Dennoch ist es ein Gebot der Höflichkeit, vor Verlassen des Zimmers eine gewisse Grundordnung herzustellen. "Der Gast erleichtert dem Zimmermädchen die Arbeit, wenn Kopfkissen und die Bettdecke auf dem Bett liegen, die Handtücher im Bad sind und der Müll in die dafür vorgesehenen Behälter geworfen wird", sagt Heckel.