Raus aus Hotel Mama: Ein Ratgeber speziell für Mädels

Raus aus Hotel Mama: Ein Ratgeber speziell für Mädels

Schulabschluss in der Tasche? Und jetzt? Uni Wuppertal? FH Düsseldorf? Ausbildung? Egal, denn junge Frauen, die wirklich auf eigenen Beinen stehen möchten, müssen dazu weg von Mamas Schoß. Das geht zwar auch im Blindflug, aber besser ist es, wenn man einen konkreten Plan hat — denn bei einem so großen Lebensschritt vergisst man schnell was.

Damit genau das nicht passiert, haben wir die wichtigsten Fakten rund um den Abschied von Hotel Mama zusammengetragen.

Es gibt Erfahrungen, die kann man nur ohne die elterliche Hand machen. Und „Leben“ ist die wohl wichtigste davon. Foto: fotolia.com © silverkblack

Es gibt gute Gründe, warum heutige Jung-Erwachsene länger zuhause bleiben. Der wohl drängendste ist das Geld. Allerdings ist dies nicht nur ein Hindernis, sondern gerade Grund genug, warum frau ausziehen sollte. Und es gibt noch weitere.

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Freiheit geht nur allein

Auch wenn es sehr verlockend ist, mit einer guten Freundin zusammenzuziehen, wurde dadurch schon mehr als eine Freundschaft zerrüttet. Foto: fotolia.com © Ingo Bartussek

Die heutige Jugend hat so wenige Reibungspunkte mit der Elterngeneration wie kaum eine zuvor. Doch so angenehm dadurch das Zusammenleben auch wird, es verbirgt, dass „Erwachsenen-Freiheit“, nur funktioniert, wenn man die Nabelschnur kappt.

Die erste Wohnung muss kein Luxus-Loft sein. Im Gegenteil, Minimalismus ist cool und vor allem günstig. Foto: fotolia.com © Photographee.eu

Die Zeiten, in denen das die Eltern tun, indem sie einem hinauskomplimentieren, sind vorbei. Wer eine junge, emanzipierte Frau sein will, muss sich selbst auch von Mama und Papa emanzipieren.

Kommilitonen sind die besten Neulings-Helfer. Denn auch sie sind neu hier und zusammen macht das Entdecken mehr Spaß als mit „Eingeborenen“. Foto: fotolia.com © YakobchukOlena

Früh übt sich… wer mit Geld umgehen will

Trübsal blasen ist leicht, hilft aber leider nichts. Heimweh bekämpft man nur, indem man das Neue begrüßt, statt Altem nachzutrauern. Foto: fotolia.com © Focus Pocus LTD

In der Schule ein Rand-, zuhause vielleicht ein Tabuthema: Geld. Mit dem Ergebnis, dass viele junge Menschen nicht richtig damit umgehen können. Mit ein Grund dafür ist dieses Sicherheitsnetz, das man zuhause hat: Notfalls helfen die Eltern finanziell aus. So hart es klingt, „echten“ Umgang mit Geld lernt man dadurch nicht. Aber man muss es, denn je länger man sich dieser Lebensschule verweigert, desto schwieriger wird es später.

Jede Stadt hat ihre No-Go-Ecken für junge Frauen. Sie zu kennen und zu meiden gehört zum kleinen Neulings-Einmaleins. Foto: fotolia.com © Jürgen Fälchle

Das Erwachsenen-Feeling

Goldene Einkaufsregel: Niemals hungrig in den Supermarkt. Sonst landet viel mehr auf dem Band, als man benötigt. Foto: fotolia.com © Syda Productions

Mama bügelt einem die Klamotten, für Papa ist man auch mit 19 noch die „kleine Prinzessin“. Zugegeben, Elternliebe ist was Feines. Aber auch wenn man immer das „Kind“ bleiben wird, ist es doch fürs eigene Ego ein mächtiger Unterschied, ob das nur die Eltern so sehen oder ob man selbst, weil man auch noch in seinem Kinderzimmer lebt, (unbewusst) ähnlich denkt.

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Ist es wirklich erwachsen, wenn man eine neue Bekanntschaft nicht mit zu sich nehmen will, weil Mama und Papa das mitbekommen könnten? Eher nicht — denn das Erwachsenen-Feeling kommt dabei nicht wirklich auf.

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Neben all den neuen Pflichten, die beim Ausziehen auf einen zukommen, gibt es jede Menge Vorteile, allen voran ein ganz besonderer: Die Freiheit, tun und lassen zu können, was man möchte.

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Ganz eigene Lebensgestaltung

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Keiner der nörgelt, weil ein paar Klamotten am Boden rumliegen, niemand der einen ermahnt, weil es abends mal wieder etwas später geworden ist. Papa hat sich immer aufgeregt, wenn man vor dem Fernseher das Abendessen verdrückt hat? Endlich können wir ungestört beim Serienmarathon schlemmen — sogar im Bett! Auch wenn wir das nur mutwillig machen, allen besseren Ratschlägen zum Trotz, erstmal leben wir jetzt nach unseren eigenen Regeln.

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Mutti konnte mit diesen „komischen HipHop-Klamotten“ nie was anfangen, die immer „so merkwürdig am Körper rumschlabbern“? Und diese seltsamen Muster, „das ist doch nichts für Mädchen“! Jedes Mal beim Shoppen klingen ihre Sätze in unserem Ohr. Mutti hat keine Ahnung von Mode — und wir kaufen uns jetzt erst recht die extragroßen Teile. Oder diese Leggins im Camouflage-Look, die wir schon immer haben wollten und es nur Mutti zuliebe sein gelassen haben.

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Gerade beim Outfit seinen eigenen Stil zu finden gehört zum Abnabelungsprozess dazu. Dass sich unsere Vorstellungen eines stylischen Outfits von denen unserer Eltern unterscheiden, ist kein Geheimnis. Deshalb können wir in der eigenen Bude endlich tragen was uns gefällt und aktuell angesagte Styles ausprobieren, ohne dass uns irgendwer reinredet.

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Verreisen wohin man will

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Dasselbe gilt für den Urlaub. Lang genug haben wir uns von den Eltern zu den verborgensten Kulturdenkmälern Europas schleppen lassen oder eingequetscht mit den Geschwistern im Wohnwagen genächtigt. Als wir noch klein waren, hatte das alles noch einen Hauch von Abenteuer, doch je älter wir wurden umso peinlicher war es meist, zusammen mit der Familie zu verreisen.

Statt der Jugendfreizeiten ins Zeltlager können nun auch ganz andere Möglichkeiten in Betracht gezogen werden. Die Partymeile an der Adria oder Costa Brava? Ein Städtetrip bei dem die Kultur eher nachts erkundet wird? Raften in den Bergen mit der Clique? All das war mit den Eltern früher eher nicht denkbar.

Als Azubi oder Student gibt es zudem zahlreiche Vergünstigungen, die man in Anspruch nehmen kann. Dazu zählen nicht nur Rabatte wie etwa die günstigere Bahncard für alle unter 26 Jahren, sondern auch die verschiedenen Möglichkeiten von Work-and-Travel, durch die auch ein längerer Auslandsaufenthalt bezahlbar wird. Allerdings sollten hier einige Punkte beachtet werden, damit der Trip ein Erfolg wird.

Sicher werden wir bei unserer neugewonnenen Freiheit auch mal über die Stränge schlagen, uns unvernünftig die Nächte um die Ohren schlagen und ganz bestimmt auch mal auf die Nase fallen. Doch Rückschläge gehören zum Erwachsenwerden nun mal dazu und nur aus Fehlern können wir lernen.

Es gibt also eine Menge guter Gründe, die Zelte abzubrechen, selbst wenn Frau dank Arbeits- oder Studienplatznähe eigentlich dort wohnen bleiben könnte. Doch auch beim nächsten Punkt gibt es noch vieles zu beachten.

WG oder Singleappartement?

Diese Frage hat den gleichen subjektiven Charakter wie die Diskussion „Nutella-Brötchen mit oder ohne Butter?“ Doch das hat seinen Grund: Beide Varianten haben immense Vor- und Nachteile. Und so gibt es eigentlich nur eine Empfehlung, statt eines festen Rats:

• Falls man eher der Nesthäkchen-Typ ist, nicht gut alleine sein kann oder aber die Mietpreise vor Ort untragbar hoch sind, ist die WG die bessere Alternative.
• Sind die Mietpreise annehmbar oder wirft der Job genug ab und möchte man zudem nicht mit all den Problemen umgehen, die sich aus dem Zusammenwohnen mit mehreren (fremden) Gleichaltrigen ergeben, ist die eigene Wohnung die bessere Wahl.

Dabei sollten auch sehr selbstständige Ladies die WG nicht direkt von sich schieben: Sie kann für einige Monate bis Jahre auch eine gute „Schleuse“ sein, die einen besser auf das Alleinleben vorbereitet, weil man auf der finanziellen Seite schon selbstständig sein muss, aber eben nicht ganz alleine lebt.

Stolperfallen

Es gibt noch eine dritte Option, aber sie kann sich als gewaltige Stolperfalle entpuppen. Mit der besten Freundin zusammenzuziehen. Wenn beide in der gleichen Stadt studieren oder arbeiten, scheint es wie die Lösung aller Probleme. Doch das Umgekehrte ist der Fall.

Denn egal ob es wirklich die „oberallerbeste“ Freundin ist, man muss bedenken, dass selbst die engste Freundschaft nicht im Entferntesten die Realitäten des Alltags widerspiegelt. Schon wenn man unterschiedliche Fächer studiert, können die Lebensrealitäten — und damit die Freundschaft — schnell auseinanderdriften. Und das, ohne dass man all die bislang verborgenen, vielleicht extrem störenden Seiten der besten Freundin kennenlernt.

Der Mietvertrag

Wohnung oder WG sind gefunden, der Vermieter macht einen netten Eindruck. Der größte Fehler, den man nun machen könnte, wäre es, blind den Vertrag zu unterschreiben. Denn es gibt sowohl Dinge, die darin enthalten sein müssen wie solche, die im Vertrag nichts zu suchen haben. Hier sollte man sich über die wichtigsten Grundlagen informieren. Bevor man unterschreibt, sollte man also das Kleingedruckte checken.

Einrichtung und Co.

WG-Zimmer oder eigene Bude schreien geradezu danach, einen Einrichtungs-Rundumschlag zu machen. Ja, und im Sinne des vollständigen Abnabelns stimmt das sogar. Aber betrachten wir die andere Seite der Medaille:

• Möbel sind teuer. Und gerade, wenn es sich nicht nur um ein WG-Zimmer, sondern um eine Wohnung handelt, ist man ruckzuck sein Erspartes los.
• Möbel haben eine Abstufung von „superwichtig“ zu „unwichtig“. Eine Küchenzeile wäre ersteres, ein Schaukelstuhl letzteres. Bloß fehlt einem als „Erstauszieherin“ oft die Nase für solche Feinheiten, dann kippt der Budgetplan.

Krass ausgedrückt: Ausziehen ist schon schwer genug, selbst für selbstständige Charaktere. Doch die Einrichtung kostet nicht nur Geld, sondern sorgt, sofern sie ganz neu ist, auch dafür, dass man länger zum Eingewöhnen braucht, weil sie eben ein weiterer Punkt auf der „total-neu-Liste“ ist.

Vielleicht ist es deshalb fürs Erste am besten, einfach seine Möbel von zuhause mitzunehmen. Primär spart das Geld für Bett, Kleiderschrank und Couch. Sekundär hängen jedoch auch noch Erinnerungen an zuhause daran — und die können die Umstellung mächtig erleichtern. Und neuen Style bekommt man beispielsweis auch dadurch, dass man seinen Altmöbeln einen neuen Farbtouch verleiht.

Internet, TV & Versicherungen: Die Verträge

Strom kommt aus der Steckdose und das Internet aus dem WLAN-Router? Im Hotel Mama war das wahrscheinlich so, aber selbst, wenn man in einer WG wohnt, wird man nicht umhinkommen, zumindest eine Versicherung abzuschließen. Doch um was müssen junge Erstauszieherinnen sich denn eigentlich kümmern?

• Hausrat- und Haftpflichtversicherung: Wird oft auch vom Vermieter gefordert und ist sowieso sehr sinnvoll.
• Internet: Dabei schauen, ob es günstige Flatrate-Pakete mit Kabel-TV und/oder Festnetz-Telefon gibt. Für viele ist heute eine schnelle Internetverbindung schon ausreichend.
• Strom, Wasser und Heizung: Vorher in den Mietvertrag schauen, teilweise ist manches schon inkludiert.
• Fernsehen: Selbst mit Satellitenschüssel braucht man für HD-Programme mittlerweile einen kostenpflichtigen Decoder.

Allerdings war es das auch mit den Pflicht-Verträgen. Der ganze Rest zwischen Streaming-Diensten und Zusatzversicherungen ergibt sich automatisch mit der Zeit.

Irgendwann hat Papa den letzten Karton in die Wohnung gebracht, hat sich Mama tränenreich verabschiedet. Und wenn die Tür hinter den beiden ins Schloss fällt, fängt das Abenteuer Selbstständigkeit erst richtig an. Insbesondere wenn es sich um eine gänzlich fremde Stadt handelt, sollte man sich die folgenden Punkte sehr genau merken.

Schau dich mal um

Als Neuling kennt man in seiner Umgebung erstmal nichts. Dieses Wissen sollte man sich schnellstmöglich aneignen. Beginnend natürlich mit den Basics, etwa dem Weg zu Uni oder Arbeitsplatz. Aber es umfasst auch anderes:

• Einkaufsmöglichkeiten, insbesondere für das Alltägliche
• Restaurants, Kneipen, Clubs und Co.
• Polizeiwachen, Krankenhäuser, Arztpraxen — nicht vergessen, Mädels brauchen jetzt auch einen neuen Hausarzt und einen Gynäkologen.

Doch dazu gehören natürlich auch Kleinigkeiten: Parks, ÖPNV-Haltestellen und, und, und. Eben alles, was man wissen muss, um sich in seiner neuen Heimat auszukennen. Allerdings ist das kein Grund zur Eile: Vieles lernt man automatisch im Laufe der Zeit. Und insbesondere Studentinnen sollten sich nach speziellen Erstie-Veranstaltungen umhören (wird oft vom AStA ausgerichtet), in denen man genau sowas lernt.

Such nach Kontakten

Gerade die jungen Single-Mädels in der ersten Wohnung neigen dazu, sich erst mal gehörig einsam zu fühlen. Und mit Einsamkeit kommt ganz schnell das heulende Elend um das verlorene Mama-Nest und all die Freundinnen, die man vielleicht zurückgelassen hat. Dagegen helfen nur neue Leute.

Kommilitoninnen und Arbeitskolleginnen sind dabei die beste Ausgangsbasis, sollten allerdings (falls sich nicht echt dicke Freundschaften daraus ergeben) nicht nur die einzige Quelle sein. Neue Freunde finden ist nicht wirklich schwer. Und dazu reicht es schon, sich auf Facebook in entsprechenden Gruppen seiner neuen Wahlheimat umzusehen. Doch es funktioniert natürlich auch die klassische Variante: Einfach in die nächste Szenekneipe gehen und nette Menschen ansprechen.

Ummelden nicht vergessen

Übrigens sollte man bei seinen Kennenlern-Streifzügen nicht vergessen, einen Abstecher zur Kommunalverwaltung zu machen und sich umzumelden. Manche Städte setzen dazu nämlich ziemlich enge Fristen — in Düsseldorf muss man sich beispielsweise binnen zwei Wochen nach dem Umzug ummelden. Tut man das nicht, gibt’s teilweise saftige Strafgebühren.

Heimweh bekämpfen leichtgemacht

Es wird der Tag kommen, an dem einem die neue Umgebung einfach nur besch…eiden vorkommt. Allerdings ist das absolut normal, passiert praktisch jedem und vergeht meist nach einigen Tagen.

Es ist das erste Mal, dass man wirklich „weg“ von zuhause sein wird. Wer schon bei Klassenfahrten Heimweh bekam, wird in der ersten Wohnung besonders darunter leiden. Doch auch selbstständigere Mädels sind davor nicht gefeit. Und es ist nicht die vielleicht noch nicht komplette Einrichtung, nicht das Übermaß an neuen Eindrücken, sondern allein die Tatsache, dass das Neue emotional unbequem ist. Selbst wenn es noch so perfekt ist, es ist nicht wie „zuhause“ und damit in unserem Kopf minderwertig(er). Deshalb gilt: Heimweh muss kontrolliert bekämpft werden.

• Den Kontakt nachhause auf ein, zwei Anrufe pro Woche reduzieren
• Langeweile und Grübelphasen vermeiden
• Bei Facebook und Co. bloß nicht nur mit den alten Freunden schreiben
• Sich zwingen, neue Leute kennenzulernen
• Das neue Zuhause so schön machen, wie nur möglich

Leider gibt es keine pauschale Aussage, wie lange das Ganze dauern kann. Im Gegenteil, manche haben jahrelang an einem gewissen Heimweh-Level zu knabbern. Doch Abbrechen ist keine Option. Da muss man durch, denn — so mies es auch ist — auch das gehört zum Erwachsenwerden und Abnabeln dazu.

Es gibt jetzt kein „Papa, kannst Du mich holen kommen?“, kein „Mama, kannst Du mir Geld fürs Taxi geben, der Fahrer wartet?“ mehr. Jetzt muss man auch für seine eigene Sicherheit einstehen.

Worauf mach achten muss

Es gibt eine Menge Sicherheitstipps, die sich um weibliche Belange kümmern. Sie alle kommen aber für junge Frauen, die neu in der Stadt sind, auf einige gemeinsame Nenner herunter. Und zwar:

• Niemals planlos losziehen, immer auch den Nachhauseweg organisieren.
• Immer einen Notgroschen fürs Taxi (nicht nur ÖPNV) mitführen (am besten nicht im Portemonnaie, damit man ihn nicht versehentlich ausgibt).
• Mit einer Vertrauensperson — notfalls der Nachbarin — vereinbaren, dass man sich meldet, wenn man zuhause ist.
• Sich über die „dunklen Ecken“ der neuen Heimat informieren und diese auch meiden.

Allein = Allein

Und dann gilt, dass man eigentlich gar nicht erst alleine losziehen sollte, sondern wenigstens eine Kollegin oder Kommilitonin dabeihaben sollte. Der gesunde Menschenverstand ist hier meist der beste Berater. Unser Bauchgefühl täuscht uns in der Regel nicht. Wer sich in einer Situation unsicher oder unwohl fühlt, sollte die Reißleine ziehen. Umso besser ist es, wenn wir dann nicht alleine unterwegs sind.

Ansonsten muss man nicht gleich mit Pfefferspray und Co. aufrüsten, aber als totaler Stadt-Neuling ist man eben allein und hat deshalb ein größeres Risiko.

Wenn Mama nicht mehr kocht und man künftig selbst seine Kosten verwalten muss, wird es oft knifflig. Doch auch das selbst verpflegen kann und sollte man erlernen.

Du und die Finanzen

Es beginnt ganz einfach damit, dass man sich einen genauen Plan auf einem Block notiert: Oben hin kommen die Einnahmen, dann die festen Ausgaben (Miete, Versicherungen…) und darunter jeder einzelne Ausgabenposten — das klassische Haushaltsbuch. Das ist zwar etwas nervig, ermöglicht es aber von Tag eins an, jederzeit die volle Finanz-Übersicht zu haben.

Tipp: Anfangs nicht mit Karte bezahlen, sondern regelmäßig Geld abheben und nur Kleinbeträge tagtäglich mitführen, damit behält man leichter den Überblick.

Helferlein Einkaufsplan

Dass man nie hungrig einkaufen gehen sollte, ist bekannt — weil man dann nämlich zu Spontankäufen neigt. Doch gerade für das begrenzte Budget junger Frauen in der ersten Wohnung besteht das Patentrezept aus noch mehr Disziplin: Alles, was man braucht, schreibt man auf einen Einkaufszettel. Und man kauft, egal wie groß der Drang auch ist, nur das, was auf dem Papier steht.

Nebenjob? Bafög?

Und man sollte sich auch nicht scheuen, immer nach mehr Geld die Augen offenzuhalten. Bafög gibt’s für eine Menge Leute, auch für Azubis. Und ein Nebenjob kann ebenfalls eine interessante Alternative sein, muss aber bei Berufstätigkeit mit dem Chef abgesprochen werden.

Disziplin aus der Kiste

Dieser letzte Punkt ist noch einmal knifflig. Denn egal ob nun in der WG oder ganz alleine: Man muss nun lernen, seine weibliche Tagesgestaltung absolut selbstständig zu erledigen. Das beginnt mit:

• Lernen, pünktlich aufzustehen. Egal wie viele Wecker man dazu benötigt, man muss es hinbekommen.
• Die Klamotten am besten schon abends rauslegen, dann muss man nur noch hineinsteigen.
• Jeden Tag 15 Minuten fürs Aufräumen fest einplanen und einen Tag alle zwei Wochen fürs Putzen.
• Sich eine feste Zubettgehzeit angewöhnen. Denn je gleichmäßiger der Schlaf, desto erholsamer.

Der Trick besteht eigentlich nur darin, einen neuen Alltags-Flow zu kreieren. Keine Angst, alles schleift sich mit der Zeit ein, aber man sollte sich anfangs strenge Regeln setzen, damit man überhaupt einen Startpunkt hat, von dem man dann später ein wenig realitätstauglicher abweichen kann.

Auszuziehen macht uns buchstäblich erwachsen. Nicht nur, weil man ohne die Eltern leben muss, sondern, weil man dadurch gerade als einkommensschwache Auszubildende oder Studentin lernt, mit den sich daraus ergebenden Härten umzugehen — aber eben auch mit der großen Freiheit, die nun möglich wird. Einfach ist es nicht, aber das war Freiheit noch nie, dafür aber umso kostbarer.